Die 7 Aspekte von Ghost of Tsushima

Promotion: Das Open-World-Spiel im alten Japan, das ihr immer haben wolltet

Mit Ghost of Tsushima kommt ein neues Spiel von Sucker Punch, den Machern der Sly-Cooper-Spiele auf der PlayStation 2 und 3 und vor allem der InFamous-Reihe auf PS3 und PS4. Damit ist klar, dass das Studio aus Bellevue, Washington - direkt neben Seattle - einiges an Erfahrung mit Open-World-Spielen mitbringt und das zeigt Ghost of Tsushima auch sofort. Aber was genau ist Ghost of Tsushima eigentlich für ein Spiel? Das lässt sich leicht in den 7 Aspekten von Ghost of Tsushima erklären:

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1. Das alte Japan - so, wie es nie war

Mit der Insel Tsushima und den Ereignissen um die erste mongolische Invasion in das japanische Gebiet suchte sich Sucker Punch eine sehr reale Vorlage aus. Diese Insel gibt es, sie liegt auf halber Strecke zwischen Korea und Japans südlichster Insel, Kumamoto. Damit ist sie natürlich ein strategisch wichtiger Punkt für ein Volk, das 1274 seinen Expansionsdrang nach Japan ausweiten möchte und genau das taten die Mongolen in diesem Jahr, als sie mit einer Flotte von 1000 Schiffen übersetzten. Der Verlauf der Invasion war dann vergleichsweise unspektakulär, auch wenn die Mongolen zunächst sowohl zahlenmäßig wie auch taktisch überlegen waren.

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Aber dort, wo die Realität beginnt, in etwas langweilige Historie auszuarten, greift Sucker Punch ein und erzählt eine eher persönliche Geschichte um einen Samurai, Jin Sakai, der seinen strikten Ehrenkodex zumindest einschränken muss, um einen erfolgreichen Kampf gegen die Besatzungsarmee zu führen. Ihr habt eine tödliche Diebin an der Seite des Helden, seinen Onkel und Fürsten in Gefangenschaft, einen bösartigen, aber gerissenen und charismatischen Gegenspieler in Form von des fiktionalen Mongolenanführers Khotun Khan und jede Menge kleine und große Klischees, derer sich Sucker Punch gut und gerne bedient. Ghost of Tsushima ist auch eine Hommage an das Samurai-Kino, dem Kurosawa zu internationalem Ruhm verhalf. Sagen wir es so: Es gibt weit mehr Duelle vor Sonnenuntergang, wehendem Gräserteppich und Kirschblütenregen, als das in der Realität der Fall gewesen sein dürfte.

2. Eine Insel wie aus einem Bilderbuch

Damit ist auch klar, dass bei der Gestaltung des virtuellen Tsushima nicht unbedingt die Realität an erster Stelle steht. Nach und nach bereist ihr die in mehrere Bereiche unterteilte Inselgruppe, die die Grafiker des Studios nur allzu gerne tief in kräftige Farben tunken. Ihr habt wilde Pfirsich-Haine, tiefe Bambus-Wälder und natürlich die ikonische Kirschblüte weit öfter, als das der Fall sein sollte. Es gibt auch einen Tag- und Nachtzyklus, um euch und eurem HDR-Fernseher immer neue Impressionen eines Tsushima zu geben, das einfach zu schön ist, um wahr zu sein.

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3. Die Freiheit eines Samurai

Normalerweise würde ein Samurai seinem Herrn nicht von der Seite weichen, aber da dieser Herr nun einmal gerade abwesend ist, seid ihr frei, ganz Tsushima mit Jin zu erkunden. Ghost of Tsushima ist ein Open-World-Spiel, mit allem, was dazugehört. Ihr habt größere Ortschaften mit NPCs, die nach der Invasion versuchen, über die Runden zu kommen, versteckte Tempel hoch in Bergen, mystische Wälder und all das mehr, das oft genug auch eine kleine Quest, eine neue Kamptechnik oder etwas Unerwartetes für euch bereithält. Sucker Punch distanziert sich hier von den Assassinen als Inspiration und verspürte mehr den Atem der Wildnis, als sie diese Welt entwarfen und es zeigt sich in der vielleicht unaufdringlichsten Missionszielmarkierung aller Zeiten: Ein freundlicher Windstoß zeigt euch dem Weg. Wahrlich der Atem der Wildnis.

Aber auch in anderen Dingen ist ein Samurai frei, zum Beispiel in der Gestaltung seiner Rüstung und Waffen. Natürlich würde sich Jin niemals von seinem treuen Katana trennen, genauso wenig von dessen Begleiter, dem Wakizashi. Aber es gibt viele Ausgestaltungen im Detail, sei es für die Klingen oder die Rüstungen. Es hat auch seine Vorteile, wenn der Lehnsherr mal gerade kein Mitspracherecht hat, denn ein wenig Individualisierung gehört zu einem Open-World-Spiel.

4. Der Tod und der Samurai

Ein Missverständnis, das zu bestehen scheint, ist, dass Ghost of Tsushima so etwas wie Sekiro ist. Dabei könnten beide Spiele nicht weiter auseinanderliegen. Erst einmal gibt sich From Softwares Titel weit mystischer, während Sucker Punch klar in der Realität verhaftet bleibt, so frei diese mitunter ausgelegt sein kann. Sicher, es gibt ein paar Anlehnungen an die Mystik des alten Japans, aber nein, ihr müsst nicht mit Untoten rechnen. Dann gibt es keine Souls-Widerbelebung. Wenn ihr sterbt, dann wird der letzte Speicherpunkt geladen und ihr habt eine neue Chance, die aktuelle Mission oder das momentane Problem erneut anzugehen. Wie in einem "normalen" Videospiel. Und schließlich ist Sekiro bekanntermaßen nicht nett zum Spieler. Wer das Timing nicht perfekt beherrscht, der kommt dort nicht mal über den ersten Boss hinaus.

Das Timing von Schlag, Abwehr und Konter steht auch im Mittelpunkt im Kampf von Ghost of Tsushima, insoweit gibt es Ähnlichkeiten. Aber zum einen ist es deutlich vergebender und vor allem darauf ausgelegt, dass ihr euch zwischen fünf oder sechs Gegnern bewegen könnt und eine Chance habt. Sucker Punch arbeitete mit Präzision an dem Timing, schaute sich nicht nur alte Samurai-Filme an, sondern arbeitete auch exakt mit dem menschlichen Reaktionsvermögen, um die perfekte Balance aus Spielbarkeit, Atmosphäre und natürlich Freude am Kampf zu finden.

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Dabei gibt es keine automatische Parade wie bei den frühen Assassinen. Es hängt von eurem Geschick ab, die Angriffe der Feinde zu lesen und diese haben auch keine Probleme zu zweit oder dritt auf euch loszugehen. Natürlich nicht unfair, denn schließlich soll Jin wie ein Film-Samurai reagieren dürfen, wenn euch das Timing dafür im Blut liegt.

Dort endet der Kampf aber nicht, er fängt gerade erst richtig an. Ihr lernt mit der Zeit verschiedene Schwerthaltungen, die alle ihre Vor- und Nachteile bei der Offensive und Defensive mit sich bringen und eure Chancen je nach Gegner dramatisch verbessern können. Ein schöner Aspekt ist, dass ihr diese Techniken nicht irgendwo in der Landschaft findet, sondern Jin sie sich bei Kontrahenten abschaut, was den eigenen Respekt vor einem ebenbürtigen Gegner steigert. Zusammen mit der fast "realistischen" Lebensenergie, die euch kaum mehr als eine Handvoll Treffer zugesteht, fühlt sich jeder Kampf in Ghost of Tsushima relevant und herausfordernd an.

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Wichtig ist auch - und das ist eine Gemeinsamkeit mit Sekiro -, dass es im Gegensatz zu vielen anderen Open-World-Spielen keine direkten Punkteanzeigen im Kampf gibt. Ihr schaltet nach und nach mehr Fertigkeiten frei, steigert Jins Lebensenergie ein wenig und könnt öfter Spezialtechniken, die ihr in Quests lernt, nutzen. Was ihr jedoch nicht sehen werdet, das sind Lebenspunkte oder Level-Anzeigen über den Köpfen der Gegner. Das würde Ghost of Tsushimas Philosophie der Immersion in die Spielwelt widersprechen.

5. Das Pferd, der beste Freund des Samurai

Ein Teil dieser Immersion ist natürlich auch die Art, wie ihr euch über die Insel bewegt. Sicher, eine Schnellreise ist immer eine praktische Angelegenheit, aber es verbindet euch nicht mit eurer Umwelt. Ganz im Gegensatz zu einem Ritt durch das Land, das ihr zu retten versucht. Euer Pferd ist stets an eurer Seite, wenn ihr es ruft, ihr sitzt elegant und aus der Bewegung heraus auf und reitet in mehr tiefrot lodernde Sonnenuntergänge und Kirschblütenverwehungen hinein, als ihr je zu träumen gewagt hättet. Ihr müsst keine Sorge haben, dass euer Pferd stirbt, solltet ihr mal eine Schlucht nicht so genau respektieren: Im Gegensatz zu euch kann euer treuer, jederzeit mit seinem von euch vergebenen Namen zu rufender Begleiter, das ganz gut ab.

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6. Der Geist von Tsushima

Zu Pferd offen in die Schlacht reiten, den Gegner einzeln stellen und duellieren, ihm in die Augen zu sehen, bevor man ihn niederstreckt - das ist der Weg des Samurai. Es gibt aber auch andere Wege, einen Kampf zu gewinnen, vor allem gegen eine hoffnungslos überlegene Gegenseite wie die Mongolen. Der Weg des Geist ist einer, den Jin Sakai zunächst nur widerwillig beschreitet, aber dessen Notwendigkeit er schließlich einsieht. Ihr könnt es auch als Ninja vorstellen, auch wenn dieser Begriff dem Samurai Jin sicher zuwider wäre. Aber das heißt nicht, dass Jin kein Talent für diese Art zu kämpfen hätte. Im Gegenteil, er ist auch wirklich gut darin. Im offenen Gelände lasst ihr euch von der Vegetation verschlucken, um eure Gegner zu überrumpeln. In Lagern und Dörfern hat jedes Gebäude mehrere Zugänge, ihr nutzt die Dächer, um bei Mondschein hoch über euren Feinden entlangzuhuschen und wenn eine Wache nicht aufpasst, dann verschwindet sie schnell in den Schatten, die ihr als Geist von Tsushima euer zweites Zuhause nennt.

Das ist richtig, neben dem ausgefeilten offenen Kampf bietet Ghost of Tsushima auch vollwertiges Stealth-Gameplay mit allen Tricks und natürlich lässt es sich ganz nach Belieben mixen. Erledigt ein paar Gegner aus dem Dunkel heraus, um euch dann ehrenhaft dem Anführer zu stellen. Das ist nur fair, schließlich hätte er wie ein Feigling seine Leute gerufen, statt dem ehrenvollen Weg des Samurai zu gehen und eure Herausforderung anzunehmen. So zeigt ihr ihm nun den wahren Weg des Samurai. Dazu kommt, dass die Mongolen nach und nach eure Taten in den Schatten anerkennen: Je weiter ihr im Spiel seid, desto mehr fürchten sie den Geist von Tsushima und seine Klinge aus dem Dunkel. Wahrscheinich sind sie dann ganz froh, wenn ihr euch zu einem offenen Kampf stellt. Immerhin sehen sie es dann kommen.

7. Der Klang eines Geistes

Es ist üblich, dass eine so große Produktion wie Ghost of Tsushima von einem epochalen Soundtrack begleitet wird, aber hier war es noch einmal mehr eine Herausforderung klassische Elemente aus der fernen Vergangenheit Japans in einen modernen Score einfließen zu lassen, der sich adaptiv dem Spielgeschehen anpasst. Hier wurden keine Mühen gescheut: Die Aufnahmen fanden nicht nur in den berühmten Abbey-Road-Studios statt, sondern für die klassischen japanischen Instrumente und ein extra angeheuertes Taiko-Ensemble - diese wirklich großen Trommeln - ging man direkt nach Tokyo in das Studio. Das Ergebnis ist ein Score, der dem Spiel akustisch Leben gibt und euch tief in diese Welt eintauchen lässt.

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Ghost of Tsushima mag keine historisch akkurate Simulation damaliger Geschehnisse sein, aber das will es euch auch gar nicht bieten. Es ist eine Einladung, eure Samurai-Fantasie auszuleben, in einem wundervoll überzeichneten Japan, dessen Pfirsichbäume immer blühen, in denen Duelle immer im Sonnenuntergang stattfinden und in dem ein Kampf ebenso sehr ein Drama, wie eine Notwendigkeit ist. Es will ebenso eine Spielwiese für Freunde der Ästhetik alter Samurai-Filme sein, wie ein in Umfang und Features reiches und modernes Open-World-Spiel mit allen Extras.

Mehr zu Ghost of Tsushima findet ihr auf der offiziellen Webseite.

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Seid ihr schon sicher, dass ihr diesen Sommer den Weg des Samurai gehen möchtet? Dann bestellt Ghost of Tsushima im PSN-Store vor. Vorbesteller erhalten den digitalen Soundtrack, einen dynamischen Skin und einen Jin-Avatar. Es gibt auch eine digitale Deluxe Edition im PSN-Store, mit der ihr ein besonderes Rüstungsset und ein paar andere Goodies für ein noch besseres Spielerlebnis bekommt.

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