FIFA 21: EA reagiert auf Anschuldigungen, dass Mitarbeiter seltene FUT-Karten verkauft haben

Update: Vergabe diskretionärer Inhalte vorerst gesperrt

Update vom 15.03.2021: Nach zahlreichen Lootboxen-Klagen der letzten Jahre rollte auf das Spieleunternehmen Electronic Arts letzte Woche eine weitere Kritikwelle zu. Im Rahmen des "EAGate"-Skandals, wie die sozialen Medien den Vorfall getauft haben, gab es den Verdacht, dass Mitarbeiter des Spieleunternehmens selbst unter der Hand seltene FUT-Karten für teures Geld verkauft haben könnten. Nun reagiert die Firma und stellt die Verteilung spezifischer Inhalte für FIFA Ultimate Team auf unbestimmte Zeit ein.

"Anfang dieser Woche wurden wir auf verdächtige Aktivitäten im Zusammenhang mit hoch bewerteten Inhalten in FIFA Ultimate Team aufmerksam gemacht", hieß es dazu von EA. Weiter heißt es, das Unternehmen sei auf Konten aufmerksam geworden, die bestimmte Items erhalten hatten, ohne diese zu erspielen. "Es scheint, dass ein oder mehrere EA-Konten, die entweder kompromittiert wurden oder von jemandem innerhalb von EA in unangemessener Weise verwendet wurden", dazu genutzt wurden, um diesen individuellen Konten Gegenstände zu verschaffen, die nicht über das Gameplay oder den Transfermarkt erhalten wurden.

Das Unternehmen hat also bereits bestätigt, dass es sich wohl um Electronic-Arts-Konten gehandelt haben muss, die Inhalte für FUT herausgegeben haben, auch wenn EA darauf besteht, dass es sich nur um wenige Accounts gehandelt haben soll. Dennoch wolle man dezidiert in allen Vorfällen ermitteln und Maßnahmen ergreifen.

Dass Käufer der Karten auch dauerhaft gesperrt werden sollen, stößt vielleicht ein wenig sauer auf, wenn man bedenkt, dass sie von EA-Leuten verkauft worden sein könnten. Es könnte allerdings ein Schritt sein, um die Verkäufe in Zukunft einzudämmen, natürlich nur, sofern auch die Händler selbst zur Rechenschaft gezogen werden.

"Unabhängig von diesen Aktionen verstehen wir, wie besorgniserregend dies für alle unsere Spieler ist, und wir entschuldigen uns für die Auswirkungen dieser unzulässigen Zuwendungen innerhalb der Community", entschuldigt sich EA.

Um Unsicherheiten auszuräumen, äußert sich EA außerdem dazu, wie und mit welchen Regeln exklusive Inhalte an Partner oder Mitarbeiter herausgegeben werden, um für mehr Transparenz zu sorgen: "Die Gegenstände, die diesen Partnern oder Mitarbeitern auf einer Ermessensbasis gewährt werden, sind immer nicht handelbar und können nur von dem Konto verwendet werden, dem sie ursprünglich gewährt wurden", betonte EA. "Wir nutzen diesen diskretionären Prozess nicht, um Inhalte an professionelle Videospiel-Influencer zu vergeben."

Eben diese diskretionären Inhalte, also Items, die speziell an Partner vergeben werden, sollen vorerst aber komplett ausgesetzt werden, sagt EA, um weiteren Missbrauch zu vermeiden. Keine schlechte Entscheidung, denn Erklärung hin oder her... unsicher bleibt das Vorgehen aus Sicht der Community dennoch

Ursprüngliche Meldung vom 11.03.2021:

  • Ein EA-Mitarbeiter soll für Geld FUT-Karten verkauft haben
  • Es gibt Hinweise auf einen Verkäufer, der seltene Karten quasi aus erster Hand besitzt
  • EA hat bereits reagiert und will dem Problem nachgehen und, falls nötig, durchgreifen

Unbestätigten Berichten zufolge hat ein Angestellter von EA hinter für große Geldsummen seltene Karten für FIFA Ultimate Team in FIFA 21 im Internet verkauft. Das Unternehmen äußert sich nun zu den angeblichen Vorfällen.

Unter dem Hashtag #EAGATE postete unter anderem der anonyme Nutzer FutArcade auf Twitter einige Screenshots. Diese zeigen eine Online-Transaktion seltener Kartenpacks aus den Sammlungen Icon oder Team of the Year. Der angebliche EA-Mitarbeiter verlangt im Chatverlauf Preise zwischen 700 und 1.000 Euro je nach Paket.

Namen sieht man hier im Gespräch allerdings keine, der Verdacht, dass es sich um jemanden von EA handeln könnte, kommt von den Betroffenen selbst, lässt sich anhand der Quelle allerdings nicht hundertprozentig bestätigen.

Auch der Streamer Nick28T unterstützt den Verdacht mit einigen Screenshots, die weitere Hinweise auf EA-Mitarbeiter liefern sollen: "Da ist ein Typ, den ich kenne, der behauptet, dass er einen Kumpel kennt, der für EA arbeitet und jeden Spieler auf dein Konto laden kann, natürlich berechnet er", heißt es in einem der Screenshots.

Auffällig an den Transaktionen ist zudem die Seltenheit der Karten, die hier angeboten werden. Icon-Moments- und Team-of-the-Year-Karten gehören zu den selteneren im Spiel. Außerdem gibt es auf Nicks Seite ein Video, in denen einige der seltenen Karten zu sehen sind, die zum Verkauf geboten wurden. Sie haben in der Zeile "Number of Owners" eine Eins aufgeführt, was bedeutet, dass die Karten fast aus erster Hand stammen müssen.

Auch EA äußert sich bereits zu den Vorwürfen und weist sie interessanterweise erst einmal noch nicht von sich, sondern gibt an, diesbezüglich zu ermitteln. Falls sich die Behauptung als wahr herausstellt, wolle man durchgreifen, so heißt es. Das heißt allerdings nicht, dass die Öffentlichkeit nur geringe oder beschönigte Einblicke in die Affäre bekommen könnte, es ist allerdings ein erster Schritt

FUT ist ein Fußball-Sammelkarten-Spiel mit Pay-to-win-Mechaniken innerhalb der FIFA-Reihe. Eben das ist bereits seit einer Weile recht umstritten und stark in der Kritik wegen der kostenpflichtigen Lootboxen in einem Spiel, das auch Kinder anspricht. Mancherorts gab es deshalb bereits Klagen gegen EA, das Spiel in dieser Form zu verbannen. In Belgien und den Niederlanden wurden Lootboxen zum Beispiel vollständig als Glücksspiel erklärt, anderenorts konnte sich das Spieleunternehmen mit Schlupflöchern doch noch aus der Affäre ziehen.

Unabhängig davon, ob die Behauptungen der Wahrheit entsprechen oder nicht, zeigt die Anschuldigung aber erneut, wie leicht es theoretisch wäre, das aktuelle Lootbox-System auszunutzen. Es wäre theoretisch für EA-Angestellte mit betrügerischen Absichten durchaus möglich, so eine Aktion durchzuziehen und hinter den offiziellen Geschäften der Firma Spielerkarten zu verkaufen, wie es eben in diesem Fall passiert sein könnte.

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Über den Autor:

Judith Carl

Judith Carl

News-Redakteurin  |  TJudl

Adventure-Freak und Fan von guten Geschichten. Begeisterte Sängerin. Mag Rollenspiel, Podcasts und Trashfilme.

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