Riot zeichnet Sprachchats auf, um gegen toxisches Verhalten vorzugehen

Vorerst nur bei Valorant.

  • Riot Games zeichnet zukünftig Sprachchats auf, um diese im Falle von Richtlinienverstößen auszuwerten
  • Damit will Riot vor allem gegen toxisches Verhalten vorgehen
  • Bisher ist Valorant das einzige Spiel, bei dem man die Aufzeichnung umsetzen will

Riot Games will in Zukunft den Voice-Chat seiner Spiele aufzeichnen, um die Daten bei eventuellen Verstößen gegen die hauseigenen Richtlinien auszuwerten. So zum Beispiel, wenn ein Spieler wegen störendem oder beleidigendem Verhalten im Sprachchat von seinen Teamkameraden angezeigt wird.

Bisher war eine solche Auswertung nur für den Chat möglich. Nach Änderung der Datenschutzerklärung ist es Riot Games nun möglich, auch im Voice-Chat toxische Schützen zu identifizieren und entsprechend zu bestrafen.

Um Bedenken bezüglich der Privatsphäre vorzubeugen, betont Riot, dass man die Daten "nur so lange wie nötig aufbewahren wird, und wir werden sie schützen, als ob es unsere eigenen wären". Gelöscht werden die Aufzeichnungen, sobald sie nicht mehr zur Überprüfung benötigt werden.

Wer sich zuvor im Textchat still und unauffällig verhalten hat, dafür aber seinem Frust über das Mikro freuen Lauf gelassen hat, sollte sich in Zukunft wohl besser stummschalten. Damit tut Riot allen Spielern etwas Gutes, die sinnvoll und effektiv mit ihrem Team kommunizieren möchten.

Auf seiner Webseite schreibt Riot: "Störendes Verhalten bei der Sprachkommunikation ist ein großer Schmerzpunkt für viele Spieler. Und wir glauben, dass eine der Möglichkeiten, es zu bekämpfen, darin besteht, schnelle und genaue Möglichkeiten zu bieten, Missbrauch oder Belästigung zu melden, damit wir wissen, wann wir handeln müssen."

"Wir brauchen auch klare Beweise, um Verstöße gegen Verhaltensrichtlinien zu verifizieren, bevor wir Maßnahmen ergreifen, und um uns mit den Spielern darüber auszutauschen, warum ein bestimmtes Verhalten zu einer Strafe geführt haben könnte."

Auch wenn die Richtline Riot-weit die Aufzeichnung der Sprachchats erlaubt, so will aktuell nur Valorant die neue Möglichkeit für sich nutzen. League of Legends, Wild Rift und Teamfight Tatics haben derzeit keine Pläne, den Voice-Chat zu speichern und auszuwerten. Meiner Erfahrung nach wird der interne Sprachchat in diesen Spielen so gut wie gar nicht genutzt.

In einem so kompetitiven und kommunikativen Game wie Valorant sieht das Ganze schon anders aus. Wer nicht gerade zu fünft zockt und sich über ein externes Programm unterhält, greift oft auf den internen Sprachchat zurück, in dem die Spieler ihre Taktik besprechen und Standorte der Gegner austauschen können.

Damit das funktioniert, will Riot Games eine "Umgebung von Respekt, Sicherheit und Positivität für alle Spieler" fördern und greift bald ein, wenn eine Beschwerde über störendes Sprachverhalten hereinflattert. Der zeitliche Aufwand, jeden Chat anzuhören, wäre sowieso viel zu hoch.

Eine Wahl habt ihr bei diesem Update der Datenschutzrichtlinien nicht. Ihr müsst sie annehmen, um spielen zu können. Riot weist darauf hin, dass ihr den Voice-Chat ausschalten könnt, wenn ihr nicht wollt, dass eure Sprache aufgezeichnet wird.

Hat das Konzept Erfolg, so müssen sich nicht mehr die vorbildlichen Chat-Nutzer vor den immer mies gelaunten Brüllaffen und Mutterbeleidigern verstecken - sprich die Teilnehmer oder den gesamten Chat muten -, sondern die schlechten Verlierer und "anderen die Schuld in die Schuhe"-Schieber müssen sich zurückhalten oder den Sprachchat verlassen, wenn sie einer Strafe aus dem Weg gehen wollen. Musik in meinen Ohren.

Bevor der Kampf gegen die toxischen Valorant-Spieler in die nächste Runde geht, wird das Aufzeichnungssystem in Nordamerika getestet. Wann das passiert und wie lange es dauert, bis die Sprachaufzeichnung auch bei uns durchgeführt wird, steht noch nicht fest.

Was haltet ihr davon, dass ein Online-Multiplayer-Spiel den Sprachchat aufzeichnet, auch wenn man diesen nur im Falle eines potenziellen Richtlinienverstoßes anhört? Faires Vorgehen gegen Flamer oder kritisch in Bezug auf den Datenschutz aller Spieler?

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Über den Autor:

Melanie Weißmann

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