Rainbow Six Siege Autor ist "unfassbar stolz" auf die erste Transgender-Operatorin

Osa ist die erste Transfrau im Taktikshooter Trainbow Six Siege und landet mit dem neuen Crystal-Guard-Update im Spiel.

Im Grunde hatte es Ubisoft schon richtig gemacht, es nicht an die große Glocke zu hängen. Lediglich ein Halbsatz in Osas Charakterbiografie las sich doppeldeutig, woraufhin Gamespot bei Ubisoft die Bestätigung einholte, dass die neue kroatische Rainbow-Six-Agentin aus dem Season Update Crystal Guard transgender ist.

Und ja, mir ist die Ironie, dass wir jetzt darüber berichten und es so zu einem Thema machen, durchaus bewusst. Trotzdem sei es Autor Simon Ducharme gegönnt, nun auf Twitter voller Freude über die erste Transfrau in dem populären Taktik-Shooter zu schreiben:

"Hier sind wir also. Osa ist eine Transfrau und ich bin unfassbar stolz. Ich hätte das ohne die Hilfe unserer fantastischen Berater @JadeWhirl, @BirdTickler und @CaptainFluke nicht geschafft. Ich liebe euch drei und danke euch, dass ihr mir vertraut habt, Osas Geschichte zu schreiben", so Ducharme.

Im Gespräch mit Gamespot sagte Ducharme, dass die Entscheidung für einen Transgender-Charakter schon "früh" gefallen war, weil man ein inklusives Operator-Roster bieten wollte.

Ducharme, selbst nichtbinär, dankt auf Twitter auch Sprecherin Nicole Maines für ihre Darbietung, die Osas Worten "Dimension" verleihe.

Aber es wird auch ein wenig ernster, denn nach der ersten Gamespot-Enthüllung des Charakterdetails war in den sozialen Medien zum Teil eine Abwehrhaltung zu vernehmen, viele sprachen auch von Anbiederung.

Ducharme dazu:

"Ich will für einen Augenblick ein wenig ernster werden. Ich habe keine Zeit für Leute, die in schlechtem Glauben handeln. Jegliches Gerede von Anbiederung, "sie zwingen uns das auf" und dergleichen wird ohne groß nachzudenken geblockt. Habt ihr Fragen, dann seid ehrlich und menschlich."

"Wir queere Menschen sind mehr als nur unsere Queerness. Aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass unsere Queerness beeinflusst, wie wir mit der Welt interagieren. Osa - Anja - zu schreiben, war ein Traum und der Prozess hat mir geholfen, meine eigene Queerness auf komplexere Art zu verstehen."

Aktuell sei es "unheimlich", transgender zu sein, da viel Hass im Umlauf sei. Daher ermutigt Ducharme Cisgender Menschen, sich zum Thema Transgender zu informieren und darüber nachzudenken, wie man selbst Teil positiver Veränderungen werden könne.

"Und letztens: Ich kann nicht sagen, was das für Ubisoft insgesamt bedeutet oder die Leute, mit denen ich gearbeitet habe, aber mir entfuhren Seufzer der Erleichterung und Tränen der Freude: Zu wissen, dass ich nicht nur queere Charaktere schreiben darf, sondern auch dazu ermutigt und darin unterstützt wurde."

Ein schöner Schritt für mehr Inklusion auf jeden Fall, mit Fingerspitzengefühl und ohne große Fanfaren umgesetzt. Alles Weitere, was ihr zum neuen Update wissen müsst, lest ihr in Melanies Artikel über Rainbow Six Siege Crystal Guard

Was Ubisoft als Unternehmen angeht, besteht aber offenbar noch immer Handlungsbedarf, für ein gerechtes und gesünderes Klima vor allem für Frauen zu sorgen. Im letzten Jahr wurden schwerwiegende Vorwürfe problematischen Verhaltens von sexuellen Übergriffen über Rassismus bis hin zu Homophobie publik. Zuletzt solidarisierten sich rund 500 Ubisoft-Mitarbeiter öffentlich mit der Activision-Blizzard-Belegschaft.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur  |  derbohn

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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