GTA-Modder wollen sich gegen Take-Two-Klage zur Wehr setzen

Publisher Take-Two verklagt eine Reihe von Moddern wegen Reverse-Engineerings der Spiele GTA 3 und Vice City.

Update vom 18. November 2021: Die Klage von Take-Two wollen mehrere Modder, die an einem Reverse-Engineering-Projekt zu Grand Theft Auto 3 arbeiten, nicht auf sich sitzen lassen.

Vielmehr wehren sie sich gegen die Anschuldigungen des Publishers und möchten das Ganze vor Gericht austragen, wie VGC berichtet.

"Die Beklagten bestreiten, dass der Kläger Anspruch auf irgendeine der in seiner Klage gestellten Forderungen hat", heißt es in einer Reaktion auf die Klage. "Die Beklagten beantragen, das Gericht möge zu ihren Gunsten und gegen den Kläger entscheiden und dem Kläger alle hierin beantragten Ansprüche absprechen."

Die Modder bestreiten zugleich, dass Take-Two durch ihr Projekt irgendwelche Schäden erleidet.

Für das Projekt verwendet man einen via Reverse Engineering erhaltenen Quellcode, aber keinerlei von Rockstar erschaffene Assets wie Musik, Dialoge, Artworks und so weiter. Spieler brauchen also definitiv ihr eigenes Exemplar von GTA 3, damit sie sich so ihren eigenen Port zusammenstellen können.

Originalmeldung vom 3. September 2021: Publisher Take-Two hat eine Klage gegen eine Reihe von Moddern eingereicht, dabei geht es um Reverse-Engineering des Quellcodes von Grand Theft Auto 3 und Grand Theft Auto: Vice City.

Die Klage richtet sich gegen insgesamt 14 Programmierer aus aller Welt, die an dem Projekt namens "re3 project" gearbeitet haben.

Das Ziel bestand dabei nicht nur darin, die beiden Spiele so auf Plattformen wie die Switch, Wii U und Vita zu bringen, sondern auch Verbesserungen - Bugfixes, optimierte Kamera, Widescreen-Support, keine Ladebildschirme zwischen Inselm - vorzunehmen.

Im Grunde nicht illegal?

Wie VGC anmerkt, ist das technisch gesehen nicht illegal, weil die Modder keine geleakten Quellcodes verwenden, sondern vielmehr die Originale von Rockstar mithilfe moderner Programmiersprachen nachbauen.

Ebenso verwendet man keine von Rockstar erschaffenen Assets wie Musik und Grafiken, daher braucht ihr zum Beispiel selbst ein Exemplar von GTA 3, um dann quasi mithilfe des von den Moddern erstellten Codes euren eigenen Port zusammenzubasteln.

Ähnlich läuft das seit mehr als zwei Jahren bei einem Fan-Projekt, das Super Mario 64 auf den PC und andere Plattformen portiert. Nintendo ist hier bisher nicht eingeschritten.

Warum Take-Two trotzdem klagt

Take-Two möchte nun aber trotzdem gerichtlich dagegen vorgehen und gibt an, dass sich die Modder "bewusst sind, dass sie nicht das Recht haben, den GTA-Quellcode oder die audiovisuellen Elemente der Spiele zu kopieren, anzupassen oder zu verbreiten, und dass dies eine Urheberrechtsverletzung darstellt".

Der Publisher habe versucht, das Projekt von GitHub entfernen zu lassen, allerdings wehrten sich drei Programmierer dagegen. Laut Take-Two hätten sie "wissentlich fälschliche Gegendarstellungen eingereicht, die die Rechtmäßigkeit ihrer Inhalte wesentlich falsch darstellten und behaupteten, dass sie aufgrund des angeblichen Reverse Engineerings des Quellcodes der Spiele nicht für Urheberrechtsverletzungen haftbar gemacht werden können".

Das Unternehmen behauptet weiterhin, dass durch das Projekt "irreparable Schäden" entstehen, da die Modder "sich einen Markt angeeignet haben, der Take-Two gehört (nämlich den Markt für modifizierte oder Handheld-Versionen der Spiele), und es zahllosen anderen ermöglicht haben, nun ihre eigenen, nicht autorisierten, abgeleiteten Versionen der Spiele zu erstellen".

"Durch das Kopieren, Bearbeiten und Verbreiten des Quellcodes und anderer Inhalte der Spiele haben die Beklagten bewusst und vorsätzlich die schützenswerte Rechte von Take-Two verletzt. Take-Two hat die Beklagten niemals ermächtigt oder ihnen die Zustimmung erteilt, seine urheberrechtlich geschützten Werke auf die hier beanstandete Art zu nutzen. Folglich haben die Beklagten die exklusiven Urheberrechte von Take-Two verletzt."

Sind offizielle Remaster der eigentliche Grund?

Über die "irreparablen Schäden" lässt sich angesichts des Alters der Spiele mit Sicherheit streiten. Und die Zahl der Spieler und Spielerinnen, die auf solche Methoden zurückgreifen, dürfte vermutlich auch eher übersichtlich sein.

Es ist nicht das erste Mal, dass Take-Two in jüngster Vergangenheit gegen Modder vorgeht, erst im Juli hatten wir über einen Rundumschlag berichtet, der zahlreiche Projekte traf.

Ein Grund für das zuletzt eher aggressive Vorgehen des Publishers könnte sein, dass man Berichten vom August zufolge selbst an Remasters von GTA 3, GTA: San Andreas und GTA: Vice City arbeitet.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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