Mehrere Entwickler distanzieren sich von Publisher Tripwire - dessen Boss zeigte sich "stolz" auf Texas' neues Abtreibungsgesetz

Der Boss von Publisher Tripwire äußert sich positiv zu Texas' neuem Abtreibungsgesetz und stößt dabei auf viel Kritik.

Mehrere Entwickler haben sich öffentlich von Publisher Tripwire Interactive distanziert, nachdem dessen Boss sich "stolz" auf das zuletzt in Texas verabschiedete, neue Abtreibungsgesetz zeigte.

Auf Twitter schrieb John Gibson, Präsident des Unternehmens, dass es er es für wichtig halte, "sich als Pro-Life-Spieleentwickler zu erkennen zu geben".

Tripwire selbst hat zum Beispiel Spiele wie Killing Floor 2 entwickelt, übernimmt aber auch den Vertrieb von Titeln wie Maneater und Chivalry 2.

Partner zeigen sich wenig begeistert

Die Shipwright Studios, die an Chivalry 2 und Maneater arbeiteten, reaktivierten dafür extra nach drei Jahren ihren Twitter-Account und veröffentlichten als Antwort eine Stellungnahme zu Gibsons Tweet, indem sie ankündigen, all ihre laufenden Verträge mit Tripwire mit sofortiger Wirkung zu kündigen.

Auch die in Toronto ansässigen Torn Banner Studios distanzieren sich auf Twitter von Gibsons Statement.

"Wir teilen nicht die Meinung, die der Präsident von Tripwire, dem Publisher von Chivalry 2, kürzlich in einem Tweet geäußert hat", heißt es. "Diese Sichtweise wird weder von unserem Team geteilt, noch spiegelt sie sich in den von uns entwickelten Spielen wider. Das Statement widerspricht dem, woran wir in Bezug auf die Rechte der Frauen glauben."

Viel kritisiertes Gesetz

Das neue Abtreibungsgesetz in Texas trat zum 1. September 2021 in Kraft und ist eines der strengsten in den USA. Es verbietet Abtreibungen, nachdem der erste Herzschlag eines Fötus zu hören ist, also nach ungefähr sechs Wochen. Ein Zeitpunkt, zu dem viele Frauen noch nicht einmal wissen, dass sie schwanger sind. Ausnahmen, zum Beispiel nach einer Vergewaltigung, gibt es nicht.

Zugleich erlaubt es das Gesetz Bürgern und Bürgerinnen, eigene Nachforschungen anzustellen und zivilrechtlich gegen Personen vorzugehen, die Frauen bei einer Abtreibung geholfen haben sollen. Und das betrifft nicht allein Ärzte und Ärztinnen, sondern könnte auch auf Personen ausgedehnt werden, die eine Frau zu einem Abtreibungstermin fahren oder dafür zahlen.

Für sein Statement erntete Gibson nicht nur Kritik von Tripwire-Partnern, auch viele Spieler und Spielerinnen äußerten sich kritisch, riefen zum Boykott von Tripwire-Spielen auf.

Unter den Kritikern von Gibson sind unter anderem auch Ex-Gears-of-War-Entwickler Cliff Bleszinski und God-of-War-Director Cory Barlog.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

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Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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