Star Fox Zero auf der Switch? Platinum hat nichts dagegen, wenn Nintendo grünes Licht gibt

Es wäre kein neues Star Fox. Aber wenigstens wäre es überhaupt mal wieder Star Fox. 

Star Fox ist ein Franchise, bei dem man sicher immer fragte, warum es nicht mehr davon gibt. Es hat alles: Niedliche Tiere mit nervigen Stimmen, Weltraum-Action, Planeten-Flug-Action, Laser und Riesenroboter und ganz viel warmherzige Nostalgie zurück zu der Zeit, als Konsolen zwar Polygone nicht konnten, es aber trotzdem probierten.

Einer der Gründe für die noch seltener gewordenen Auftritte von Fox und Co. dürften Spiele wie Star Fox Adventures sein - das der Fairness halber ursprünglich nie als Star Fox geplant war - oder Star Fox Zero für die Wii U. Letzteres war kein schlechtes Star Fox, es erinnerte sich daran, was die Serie konnte, was Spaß machte und was die Fans wollten. Zumindest so weit, dass man sich nicht fragen musste, warum man statt Star Fox einen mittelmäßigen Zelda-Klon spielte.

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Star Fox Zero war 2016, als Nintendo als Hardware-Hersteller mal wieder abgeschrieben war - passiert ja einmal pro Jahrzehnt ohne erkennbaren Lerneffekt bei den Propheten -, eine solide Art von Irgendwie-Fortsetzung. Es ist ein klassischer Rail-Shooter mit der kompletten Crew, die in der Wahrnehmung der Fans alle ihre unangenehmen Eigenschaften seit der Super-Nintendo-Zeit in liebgewonnen Charakteristika wandeln konnten. Sechs Stunden Hirn aus und Ballern. Es half auf jeden Fall, dass die Künstler von Platinum Games sich dem annahmen, fünf Minuten drüber nachdachten, was das Original damals so aufregend machte und kamen zu dem Schluss, dass der Startschuss für 3D-Polygone auf Konsolen sich nicht wiederholen ließ. Egal wie sehr die Wii U selbst mit Polygonen zu kämpfen hatte. Also bastelten sie einfach einen spaßigen kleinen Rail-Shooter.

Dass Star Fox Zero nie ein allgemein anerkannter Klassiker wurde, lag zum einen an den generellen Motion-Controls der Wii U, die hier einen seltsamen Hybriden schufen. Neue Fahrzeuge wie eine Art Gyrocopter, die diese bevorzugt nutzten, fühlten sich unfertig an. Das Präzisions-Zielen über den Controller-Screen half auch nicht wirklich. Im Grunde war Star Fox Zero immer dann gut, wenn es so tat, als gäbe es die Features der Wii U nicht. Trotz der nicht langen Spielzeit wirkte vieles ein wenig gestreckt, aber ohne Plan und Feinschliff. Nicht gerade das, wofür Platinum Games bekannt ist. Es fühlet sich an wie ein Spiel, das noch fertig werden müsste, um das zu werden, was es sein könnte. Und trotzdem jetzt immer noch für 50 Euro digital im Wii U Shop zu haben ist. Ich war ehrlich erstaunt, dass man immer noch Wii U Spiele digital kaufen kann. Noch mehr, dass dort nicht jedes Spiel 99 Cent kostet.

Hauptsächlich wahrscheinlich, weil man sich nicht ganz sicher ist, wann ein Remaster einer der vergessenen mal mehr, mal weniger Perlen der Wii U ansteht. Das könnte nun bei Star Fox Zero der Fall sein, denn Platinum hat sich zu ihrem 2016er-Werk geäußert: "Es ist nicht cool, dass Leute die älteren Titel nicht spielen können, weil sie keinen Zugang zu der Plattform haben. Deshalb würden wir am liebsten alle alten Titel auf die neuen Plattformen bringen, wenn das möglich wäre.", so Atsushi Inaba, Vize-Präsident und Producer bei Platinum Games, in einem VGC-Interview.

"Es hängt dann davon ab, was am Ende wirklich möglich ist, aber ja, wenn sich die Chance ergeben würde, dann würden wir gerne mehr darüber nachdenken. Man darf aber nicht vergessen, dass es eine Nintendo-IP ist und deshalb kommen die Ideen am Ende von Miyamoto-San.", fügt Inaba hinzu. "Damals gab es viele Gespräche zwischen Nintendo und Platinum bei der Entwicklung, aber wenn es jetzt daran gehen würde, Star Fox Zero auf die Switch zu bringen, dann wäre die Frage was er mit dieser Chance anfangen möchte und wir würden das auf jeden Fall respektieren."

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Am Ende soll es also nicht an Platinum scheitern, aber die Entscheidung für eine Switch-Version von Star Fox Zero würde wenig überraschend bei Nintendo und auch Miyamoto selbst liegen. Dann besteht auch Hoffnung, dass man sich den etwas rohen Schnitt des Originals noch mal vornimmt und das Spiel abliefert, dass Fox McCloud verdient hat und Slippy Toad eigentlich nicht, weil er auch in Zero nervt. Aber das ist wohl etwas, das keine der beiden Seiten bei einem Remaster ändern würde.

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Über den Autor:

Martin Woger

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Chefredakteur  |  martinwoger

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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