ZX81-Erfinder Clive Sinclair ist verstorben - ohne ihn wäre die PC-Welt eine andere gewesen

Im Alter von 81 ist der IT-Vorreiter Clive Sinclair gestern verstorben, mit dem ZX81 und ZX Spectrum hat er den Computer-Markt aber nachhaltig verändert.

Der britische Erfinder und IT-Pionier Clive Sinclair ist gestern im Alter von 81 Jahren in London verstorben und mit ihm geht ein wichtiger Kopf für die Entwicklung der Computer-Branche in Europa und der Welt - ein kleiner Überblick über die Erfindungen des wichtigen Entwicklers und welchen Einfluss diese auf den Technik-Markt hatten.

Clive Sinclair ist besonders bekannt für die Erfindung der beiden Heimcomputer Sinclair ZX81 und ZX Spectrum in den 80ern. Seine Leidenschaft für Technik stammt vor allem aus der Familie und weniger aus einer Ausbildung heraus: Auf einer Uni war er nämlich nicht, stattdessen lernte er offenbar einiges an IT-Faszination von Vater und Großvater.

Bevor er sich aber an den Bereich Heimcomputer herantastete, entwickelte Sinclair unter anderem Taschenrechner und erfand schon vor dem Abi ein Miniradio, ziemlich beeindruckend für einen Autodidakten. Danach arbeitete der Erfinder als Autor für technische Fachliteratur, gründete aber dann mit 21 Jahren bereits sein Technikunternehmen Sinclair Radionics. Daraufhin wandte er sich immer mehr Micro-PC-Projekten zu, für die er später so bekannt wurde. Ein besonderer Faktor von Sinclairs Erfindungen war die Erschwinglichkeit seiner Technik.

Clive
Clive Sinclair im Jahr 1992

Im Gegensatz zu seinen Vorgängern sorgte er mit dem ZX81 (im März 1981 gerade einmal für 69 Pfund auf dem Markt) plötzlich für Heim-PCs, die sich die Leute tatsächlich auch leisten konnten. Damit erschuf er nicht nur ein beliebtes Gerät aus Europa, während PCs zuvor meist aus den USA stammten, und veränderte damit langfristig den Computer-Markt, da er die Geräte zunehmend für einen breiteren Nutzerkreis zugänglich machte.

Dadurch handelte es sich bei dem abgespeckten Mini-PC ZX81 zwar nicht um das Gerät mit den meisten Funktionen, es war im Vergleich zu Konkurrenten wie dem deutlich umfangreicheren BBC Micro aber viel günstiger und wurde somit zu einem kleinen Verkaufsschlager.

Der gute Preis war möglich, indem Sinclair wirklich alles an Hardware einsparte, was zur Nutzung nicht unbedingt nötig war. Damit schuf er einen der Vorreiter unserer heutigen Heimgeräte, damals gerade einmal mit einem Kilobyte Speicher. Der ZX Spectrum hatte dann schon ganze 48KB Speicher, also ein großer Schritt. Generell entwickelte Sinclair seine PCs stetig weiter mit zunehmend Speicher, später sogar Farbe und mehr.

Die Welt der Heimcomputer hätte ohne Sinclairs Arbeit jedenfalls ganz anders aussehen können und er trug dazu bei, dass der PC für zu Hause weniger exklusiv wurde, als er es zuerst war. Vielleicht wäre der PC ohne ihn sogar sehr lange ein teures Nischenprodukt für bestimmte Fachbereiche geblieben. Mit Clive Sinclair - oder Sir Clive Sinclair nach seinem Ritterschlag 1983 - ist also eine wichtige Ikone für die IT-Welt von uns gegangen.

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Über den Autor:

Judith Carl

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News-Redakteurin  |  TJudl

Adventure-Freak und Fan von guten Geschichten. Begeisterte Sängerin. Mag Rollenspiel, Podcasts und Trashfilme.

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