Billige Grafikkarten an Black Friday? Vergesst es!

Diesen Black Friday führt der kürzeste Weg zu neuen Grafikfreuden über einen Komplett-PC oder Laptop - auch das kann teuer werden.

Und da waren die Karten, die Alternate gestern durch die Blume ankündigte, auch schon wieder weg. Es gibt halt nur wenig, was schlechter zusammenpasst, als die Knappheit eines gewünschten Guts und die Vorstellung, da irgendwie günstig heranzukommen. Daran kann auch der Black Friday, mit all seinen sonst ganz guten Rabatten, nichts ändern: Grafikkarten gibt es gerade schlicht nicht - beziehungsweise wenn, dann zu Mondpreisen.

Krypto-Miner, Scalper, die sie bedienen, Rohstoffknappheit und Fertigungsprobleme im Zuge der Pandemie wären - in der Reihenfolge - wohl die Hauptschuldigen für die wilde Preiseskalation, die dafür sorgt, dass man kaum an neue Grafikkarten kommt, wenn man sich nicht dumm und dusselig bezahlen möchte.

Eine sehr gute Mittelklassekarte Geforce RTX 3060 Ti liegt mit ihrer UVP eigentlich bei 499 Euro, wäre in besseren Zeiten aber eher in der 400-Euro-Kategorie gewesen - und hat schon kurz nach Marktstart im Dezember letzten Jahres direkt über 600 gekostet. Im April schwang sie sich dann weit über 1.000 Euro hinaus und ist mittlerweile bei Anbietern wie Caseking für 869,71 Euro angekommen. 74 Prozent mehr, die heute dennoch fast erschwinglich wirken. Und je stärker die Karte, desto wilder wird es.

Schlimmer geht immer

Und weil wir uns alle gerade so schön in diesem Luxus-Elend suhlen, steigen wir doch noch etwas tiefer ein, die Lage wird nämlich nur noch schlimmer, je besser die Karte ist, die man sucht:

Die RTX 3070, die ein wenig älter ist als die 3060 Ti und eigentlich nur 519 kosten sollte, liegt mittlerweile auch bei größeren Händlern wie Amazon bei fast 1.000 Euro, was fast das Doppelte ist.

Und hat man dann Lust auf Highend, kommt einem die kaum schneller abhanden, als wenn man die Straßenpreise für eine RTX 3080 nachschlägt. Sie begann bei einer UVP von 729, nur um jetzt überall, zum Beispiel auch bei Reichelt für 1.629 Euro angeboten zu werden. Eine Erhöhung um 224 Prozent.

Das wirkt sich natürlich auch auf die Konkurrenz aus, selbst die Radeon RX 6800 XT, die der RTX 3080 leistungstechnisch Paroli bietet, kostet, wenn man Glück hat, das 2,24-fache, etwa bei ARLT.com, wo man 1.659 Euro hinblättern muss.

Dabei bin ich nicht einmal sicher, ob die Händler selbst etwas dafür können. Erstens dürften auch die Einkaufspreise immens und dürften der Nachfrage- und Nachschub-Situation geschuldet sein, zweitens wird man sich von Scalpern nicht die Butter vom Brot nehmen lassen wollen. Nehmen Händler von Amazon bis Alternate nicht diese Preise, kaufen ihnen eben die Scalper die Geräte ab und setzen sie wiederum für die entsprechenden Preise ab. Aus dieser Situation kommen wir nur wieder heraus, wenn Angebot wieder in einem vernünftigen Verhältnis zur Nachfrage steht, sprich die Hersteller wieder mehr Grafikkarten liefern können. Wann das sein wird, ist unklar. Wir werden mal ein paar Anbieter um Stellungnahme bitten.

Sollte es zum Black Friday wider Erwarten doch noch gute Angebote geben, informieren wir euch darüber. Für den Moment seid ihr aber vielleicht besser beraten, euch bei den Black Friday Angeboten zu Gaming-Komplett-PCs oder Gaming-Laptops umzusehen.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur  |  derbohn

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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