Animal Crossing: City Folk

Version 1.5

Prinzipiell könnte man die Vorschau zu Animal Crossing: City Folk in einem Absatz abfeiern. Es sieht aus wie seine Vorgänger, spielt sich wie seine Vorgänger und bietet zum überwiegenden Teil die selben Handlungsgegebenheiten wie seine Vorgänger. Große Neuerungen sind hingegen eher spärlich gesät. Zum einen findet sich die Community-Dreingabe WiiSpeak ein. Zum anderen eine zusätzliche Stadt, die, ähnlich der GBA-Insel des GameCube-Erstlings, weitere Interaktionsmöglichkeiten zulässt.

Beginnen wir also mit WiiSpeak, das auf der Wii mit City Folk sein Debüt feiert. Für rund 30 Dollar – ein Euro-Preis steht derzeit noch aus – könnt Ihr das separat erhältliche Mikrofon pünktlich zum Release des Titels erstehen und im Spiel bis zu vier Räume für einen gepflegten Sprach-Chat miteinander vernetzen. Wer sich also auch immer neben Euch auf der Couch befindet, darf fröhlich mitquasseln. Sei es mit anderen Animal Cross'lern aus den asiatischen Gefilden, den USA oder schlicht Freunden aus Europa.

Auf Nintendos Post-E3-Event in München war der Voicechat via Mikro zwar noch nicht einsatzbereit - es mangelte an anderen „Räumen“ und Servern-, wie man uns allerdings mitteilte, erlaubt es die Technik, insgesamt 16 Zimmer unter einen Hut zu bringen. Und das will man laut Eigenangabe auch tunlichst in einem der nächsten Projekte realisieren. Einen konkreten Titel konnte man uns zu diesem Zeitpunkt aber leider nicht nennen. Nur, dass es geplant sei.

Die zweite „große Neuerung“ betrifft den Stadtbezirk, den Ihr mittels Buslinie nahe des Stadttors – Kapp'n hat die Kapitänsmütze an den Nagel gehängt und betätigt eifrig die Pedale – und im Anschluss an eine kleine Zwischensequenz erreicht. Die Mode bewusste Giraffendame Gracie, die sowohl in Wild World als auch auf dem GC zugegen war, hat hier ihren Fashion-Shop eröffnet und möchte die hippsten Kreationen an den Mann bringen. Ein Halloween-Hexten-Kostüm beispielsweise, das mit schlappen 8.000 Bells zu Buche schlägt. Oder diverse, abgedrehte Brillen, Kleidchen und Hüte. Quasi eine größere, ausgefallenere Version von Tom Nooks Geschäft. Selbiges wartet übrigens wie gehabt im regulären Landabschnitt auf Kundschaft.

Ebenso im Ort ansässig ist ein Theater, in dem Ihr Eurem Alter-Ego zu neuen Gesten und Gesichtsausdrücken verhelft. Schaut Ihr Euch zum Beispiel die „Fröhlich“-Vorstellung an, währenddessen der Schauspieler Dr. Shrunk glückliche Grimassen zieht, könnt Ihr nach der Vorführung die erlernte Emotion bei Euren tierischen Freunden einsetzen. Im Friseurladen verschafft Ihr Euch derweil eine aberwitzige Haarpracht oder tauscht Euer Gesicht gegen das Eures bevorzugten Miis aus. Weitere Sehenswürdigkeiten: Ein großer Springbrunnen in der Mitte des Bezirks. Das Auktionshaus, das Euch die Möglichkeit offeriert, gefundene oder selbst hergestellte Gegenstände für mehr Bares an den Höchstbietenden zu veräußern. Sowie eine ominöse Hintertür, durch die Ihr erst dann stiefeln dürft, wenn Ihr Redd das entsprechende Passwort nennt. Wir hatten es nicht, dementsprechend können wir Euch nicht verraten, was sich dort versteckt.

Abseits davon ist alles beim relativ Alten geblieben. Ihr vertreibt Euch die Zeit mit Fischfang und Obstklauberei, buddelt Muscheln und Fossilien aus Sand und Erde, freundet Euch mit einheimischen beziehungsweise neu hinzugezogenen Bewohnern an und gebt Euer Bestes, um Euer schmuckes Heim (vier zur Auswahl) abzubezahlen und mit diversen Einrichtungsgegenständen auszustaffieren. Und Ihr feiert etwaige Feste, stets entsprechend Eures Landes. Etwa Weihnachten, Halloween oder Ostern. Bei Letzterem hoppelt nun sogar der Osterhase durch das Heimatdorf und versteckt zahlreiche Eier, die Ihr natürlich finden müsst.

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Ein Schauplatz, den wir nicht selber sehen konnten: Das Aquarium.

Hinsichtlich der Steuerung gibt sich Animal Crossing: City Folk relativ konventionell. Keinerlei Gestensteuerung, zumindest keine, die wir während der ausführlichen Anspielsession entdecken konnten, dafür Bewegungen mittels Nunchuk-Stick und Ausführungen per Mote-Knöpfchendrücken. Richtet Ihr die Mote auf den unteren Abschnitt des Bildschirms, erscheint zudem die gewohnte Bedienungsleiste, die Euch Zugriff auf Inventar, Karte, Eure Fisch-Rekorde und sonstige Optionen gewährt. Kleines Gimmick: Ihr könnt per Button Fotos schießen, diese im entsprechenden Menüpunkt betrachten und bei Gefallen als Postkarte an Eure Freunde versenden.

Getreu dem DS-Vertreter der Animal Crossing-Serie ist es auch in City Folk gegeben, dass Ihr andere Spieler per WiFi in Euer Dorf einladet oder Euch bei selbigen etwas umschaut. Statt dass allerdings nur eine Person bei Euch rumlungert, dürft Ihr jetzt mit bis zu drei Freunden durch die farbenfrohe Kulisse schlendern und etwaigen Schabernack treiben. Zum Beispiel gemeinsam Kleider herstellen.

Die Animal Cross'ler verlangten nach einer Wii-Version, die Animal Cross'ler erhalten sie. Wenn auch mit lediglich zwei größeren und diversen kleinen Neuerungen behaftet. Ob das schlussendlich ausreicht, um die alteingesessenen Liebhaber der tierischen Alternativ-Lebenssimulation glücklich zu machen? Das muss vermutlich jeder mit sich selbst ausmachen. Wer sich damit zufrieden geben kann, vornehmlich mehr vom beliebten Alten zu erhalten, wird hier allerdings sicherlich sein Mekka finden.

Der genaue Releasetermin für Europa steht derzeit noch in den Sternen. Es soll aber definitiv noch in diesem Jahr sein.

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Über den Autor:

Tanja Menne

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