Den Anfang der Command & Conquer-Geschichte haben wir bereits in unserem ersten Special gezeigt. Klar, dass Westwood nach solch einem erfolgreichen Trio nicht auf der faulen Haut liegt und fleißig Nachschub produziert. Neben den Strategie-Titeln Tiberian Sun, Alarmstufe Rot 2 und Generäle, wagten sich die Entwickler mit Renegade ins Actiongenre und zeigten das Geschehen aus einer völlig neuen Perspektive. Außerdem bekommt Ihr einen kleinen Blick auf die mögliche Zukunft der C&C-Reihe spendiert.

Command & Conquer: Tiberian Sun

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Ein abgestürztes Alien-Raumschiff.
  • Entwickler: Westwood Studios
  • Release: 1999
  • Systeme: Windows
  • Add-Ons: Feuersturm

Zwei Jahre zogen nach Sole Survivor ins Land, bis der nächste Teil der Command & Conquer-Reihe, Tiberian Sun, endlich in die Läden kam. Die Westwood Studios führten damit die 1995 begonnene Story des Kampfes zwischen GDI und NOD fort. Im Jahr 2030 breitet sich das Tiberium immer weiter auf der Erde aus und zu allem Überfluss taucht plötzlich auch noch der tot geglaubte Kane wieder aus dem Nichts auf. Der Konflikt zwischen beiden Parteien spitzt sich erneut dramatisch zu. Im Gegensatz zum Vorgänger übernimmt der Spieler hier nicht mehr die Rolle eines unbekannten Kommandanten, stattdessen wird er in den Zwischensequenzen von echten Schauspielern dargestellt. Bei der Bruderschaft ist dies Anton Slavik (Frank Zagarino), auf der Seite der GDI kämpft Ihr hingegen als Commander Michael McNeil, dargestellt von Michael Biehn (Terminator). Ebenfalls mit dabei: James Earl Jones, die Stimme von Darth Vader, als GDI-General.

Die Fortführung der Geschichte aus dem ersten Teil brachte nicht nur zahlreiche neue Einheiten, sondern auch Science Fiction Elemente mit sich. Das machte sich zum Beispiel durch Mechs, Hovercrafts und die GDI Raumstation Philadelphia bemerkbar. Eine Mission setzte sogar ein abgestürztes Alien-Raumschiff in den Vordergrund, das wiederum zahlreiche Spekulationen um den Ursprung des Tiberiums auslöste. Die Meinung der Community zu Tiberian Sun war jedoch eher gespalten. Die einen liebten es, die anderen hassten es. Mitunter mochte das an dem zuvor mehrfach verschobenen Releasetermin liegen, der in Verbindung mit den hohen Erwartungen für viele enttäuschte Gesichter sorgte. Zudem sah die neue Voxelgrafik zwar ganz ordentlich aus, entsprach jedoch nicht den allerhöchsten technischen Ansprüchen vieler Zocker.

Wie seine Vorgänger begegnete die deutsche Version abermals der Zensur-Schere in Bezug auf die Cyborgsoldaten oder Zwischensequenzen. Und das, obwohl ein Jahr vorher Blizzards StarCraft mit Bluteffekten auf den deutschen Markt kam. Für weit größeren Unmut sorgte derweil übrigens die Verpackung des Titels. Die zwei darauf gedruckten Screenshots zeigten mit ihren Effekten nicht die eigentliche Spielgrafik und manche darauf sichtbare Einheit fehlte sogar gänzlich.

Alleine im ersten Monat nach dem US-Release konnte sich Tiberian Sun bereits mehr als 1,5 Millionen mal verkaufen. Einer der größten Kritikpunkte war allerdings die unausgeglichene Balance im Multiplayer-Modus des Spiels. Erst das im Jahr 2000 veröffentlichte Add-On Feuersturm schaffte diesbezüglich Abhilfe. Neben neuen Einheiten brachte die Erweiterung sogar erstmals zusätzliche Videosequenzen mit sich, die die Story aus dem Hauptprogramm fortführten. Grundlage dafür war übrigens der Sieg der GDI.

Command & Conquer: Alarmstufe Rot 2

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Die Sowjets starten einen Angriff auf London.
  • Entwickler: Westwood Studios
  • Release: 2000
  • Systeme: Windows
  • Add-Ons: Yuris Rache

Ein Jahr nach Tiberian Sun und vier Jahre nach Alarmstufe Rot stand auch für das zweite C&C-Universum der Nachfolger in den Startlöchern. Erneut dreht sich die Handlung um den Konflikt zwischen Ost und West. Diesmal startet allerdings die Sowjetunion eine Invasion der USA. Während im Vorgänger noch Verbindungen zu Der Tiberiumkonflikt aufgebaut wurden, verfolgte Westwood diesen Weg in Alarmstufe Rot 2 nicht weiter und lenkte das Spiel in eine andere Richtung – mit gewollt trashig inszenierten Zwischensequenzen und zahlreichen fantasievollen Einheiten, beispielsweise Riesenkraken, Delphinen, Chrono-Legionären und Roboterspinnen. Im Multiplayer-Modus gab es je nach gewählter Partei zusätzliche Einheiten oder Gebäude. Die Auswahl umfasste hier gleich mehrere verschiedene Länder, die entweder für die Alliierten oder die Sowjets kämpften. Wer zum Beispiel mit Deutschland in die Schlacht zog, konnte als Spezialeinheit einen Panzer-Zerstörer bauen, während der britische Scharfschütze mit gegnerischen Infanteristen kurzen Prozess machte.

Von der Schauspieler-Seite waren in Alarmstufe Rot 2 erneut einige bekannte Gesichter vertreten – so der aus „Blade“ bekannte deutsche Schauspieler Udo Kier. Die Rolle der berüchtigten Einzelkämpferin Tanya Adams übernahm Kari Wuhrer, die einige aus Science Fiction-Serie „Sliders“ ein Name sein dürfte. Im Vorgänger wurde sie allerdings noch von Lynne Litteer dargestellt.

Als erster Titel der Command & Conquer-Reihe erschien Alarmstufe Rot 2 hierzulande ungekürzt. Probleme gab es lediglich mit dem Add-On Yuris Rache und den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Da auf dem ersten Verpackungsdesign der Erweiterung brennende und explodierende Hochhäuser zu sehen waren, verschob Westwood das Spiel um mehrere Wochen und änderte das Cover vollständig.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Editor, Eurogamer.de

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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