Banjo-Kazooie: Nuts & Bolts • Seite 2

Rares Legokiste

„Als wir über ein neues Banjo-Spiel nachdachten, haben wir viel diskutiert, was für ein Spiel es werden soll. Es ist grundsätzlich ein Plattformspiel, aber wir mussten uns um ein paar Aspekte kümmern, wenn wir es machen wollen. Erstens sollte es ein Spiel sein, das wirklich nicht auf den vorigen Konsolen machbar gewesen wäre. Es muss etwas Neues beim Gameplay mitbringen. Das hat nichts mit der Grafik zu tun, es geht allein ums Gameplay und was ich letztendlich im Spiel tue. Das war weit oben auf der Liste.“

„Zweitens haben Plattformer ein praktisch angeborenes Problem mit dem Wiederspielwert. Manche Leute packten einen Multiplayer zur Verlängerung eines Spiels dazu, was in der Grundsache für die meisten Spieler eigentlich eine Solo-Erfahrung ist. Die spielen das Spiel einmal durch und sagen ‚Ok, ich hab’s gesehen, hab’s durch, gebt mir das T-Shirt’ – und dann machen sie mit einem anderen Spiel weiter. Es gibt eine andere Seite beim heutigen Spielemarkt, nämlich, dass viele Leute gute Spieler sind und ein Spiel einfach für ein paar Tage ausleihen und es so durchspielen. Wir wollten mit dem Gameplay auch eine Langlebigkeit des Spiels erreichen.“

Ob das wirklich gelingt, wird die Zeit zeigen. Beim ersten Punkt klammerte Betteridge die Optik zwar erst einmal aus, aber trotzdem muss man es Rare lassen: Die Ausnutzung der modernen Hardware gelang beeindruckend. Und nicht nur bei der Optik, auch wenn diese sich mit detaillierten Charaktermodellen und schicken Texturen auf hohem Niveau bewegt. Noch wichtiger dürfte das ausgefeilte Physikmodell sein, das die Eigenschaften der einzelnen Bausteine zu einem Gefährt vereint und es im Rahmen seiner Abgedrehtheit korrekt funktionieren lässt. Einen Aspekt des Gameplays kennt Ihr aber sehr wohl aus vergangenen Generationen von Hardware: Das Missionsdesign in den fünf Arealen.

„Ihr sprecht mit einem Charakter und er wird Euch eine Aufgabe stellen. Mach X, Y Z und dann bekommst Du dafür ein paar Jiggys (Anm.d.R.: Die Ingame-Währung heißt Jiggy). Das könnte das Erreichen einer bestimmten Zahl von Punkten in einem Football-Spiel sein. Es gibt die Aufgabe, innerhalb eines Zeitlimits durch eine Reihe von Reifen zu manövrieren. Eine bestehen darin, Objekte zu sammeln oder zu transportieren oder eben ganz typische Plattform-Herausforderungen.“

All diese Aufgaben auf gerade mal fünf Areale zu verstreuen, mag den Anschein erwecken, dass es ja gar nicht so viel sein kann. Aber nur solange Ihr nicht die schiere Größe der Banjo-Welten zu Gesicht bekamt. Die E3-Demo zeigte eine Art Kathedralen-Gebäude, das angesichts seiner massiven Größe schon die am Boden befindlichen Helden wie kleine Mäuse wirken lies. Die wirkliche Kolossalität des Ganzen offenbarte sich dann, als wir das erste Fluggefährt bekamen und einen echten Rundblick erheischen konnten. Und das ist nur der drittgrößte Level im Spiel!

Das Ganze wird inhaltlich natürlich auch von einem Storyüberbau zusammengehalten, die Betonung liegt aber klar auf dem Entdecken und Experimentieren. Die Linearität früherer Plattformer wird hier aufgebrochen und die neue Freiheit bei der Wahl der Waffen – sprich Fahrzeuge – soll Euch immer wieder einladen, die Dinge mal etwas anders anzugehen.

2
ber einen Mangel an abgedrehten Rare-Figuren könnt Ihr Euch nicht beklagen.

Als Rare schließlich erwähnte, dass die E3-Demo so nicht direkt aus dem Spiel kommt und speziell zusammengestellt wurde, war es schon fast enttäuschend. Aber selbst wenn die einzelnen Elemente von Banjo weniger komprimiert als hier wären, hätten wir uns kaum von den Basteleien und folgenden Welterkundungstrips losreißen können.

Auch wenn die Traditionalisten unter den Plattformfans wohl ziemlich vor den Kopf gestoßen werden: Nach grob geschätzt sieben mageren Jahren, sei es nun qualitativ – Perfect Dark Zero – oder finanziell – Viva Piñata – könnte das erfrischende Banjo-Kazooie: Nuts & Bolts das legendäre Studio endlich auch auf der Xbox zu dem Ruhm führen, den sie auf dem N64 genossen. An frischen Gedanken, die auch noch Spaß machen, mangelt es nicht. Hoffen wir, dass die Gesamterfahrung so reich wird, wie es der kurze Ausblick auf der E3 war.

Banjo-Kazooie: Nuts & Bolts wird Ende 2008 exklusiv für die Xbox 360 erscheinen.

Links zu Angeboten und Anbietern auf dieser Seite können sogenannte Affiliate-Links sein. Mit einem Kauf über einen dieser Links unterstützt ihr Eurogamer.de. Wir erhalten vom Anbieter eine kleine Provision.

Zu den Kommentaren springen (3)

Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chefredakteur

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

Weitere Inhalte

Weitere Themen

Kommentare (3)

Die Kommentare sind nun geschlossen. Vielen Dank für deine Beiträge!

Verstecke Kommentare mit niedrigen Bewertungen
Sortierung
Threading