Battlefield: Bad Company 2

Konkurrenz für Call of Duty

Das Echo der Schüsse bellt in dem kargen Ziegelbau, als ihr den Gegner niedermäht, der die Treppe der Station hinunter stürmt. Mit schnellen Griffen haftet ihr drei Sprengstoff-Pakete an die Wände und flüchtet mit dem Zünder in der Hand auf die andere Straßenseite. Von dort beobachtet ihr, wie mehrere feindliche Soldaten in das präparierte Haus vorrücken. Unwissende ... doch das schützt vor Strafe nicht. Und immerhin ist das Ganze ja auch nur ein Spiel, da braucht man kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man den Auslöser drückt. Mit einer Explosion versinkt der untere Stock in einer Rauchwolke, bis auch der Rest des maroden Gebäudes in sich zusammenfällt. Auf euer Punktekonto wandern Rangpunkte, die ihr umgehend investieren dürft. Zum Beispiel in mehr Munition, Panzerung oder Treffsicherheit.

Ihr befindet euch in Chile, nicht weit von der Grenze zu Peru entfernt. Der Ort, den ihr am Fernseher gerade in Schutt und Asche legt, nennt sich Arica, vor eurem Einsatz auch bekannt als „Stadt des ewigen Frühlings“. Das scheint eine Weile her zu sein. Statt Vögeln fliegen hier nur noch Projektile und Schutt durch die Luft. Es riecht förmlich nach Tod. Das Kriegsflair haben die Entwickler hervorragend eingefangen. „Feind gesichtet!“, ruft ein Kamerad. Jetzt nur aufpassen, dass ihr euch nicht auch noch etwas einfangt. Denn Kugeln sind auch virtuell sehr ungesund.

Auf dem Dach steht ein Geschütz. Ein fest installiertes Maschinengewehr. Fein, fein. Die Gegner, die sich hinter den Fässern verschanzen, haben euch noch nicht entdeckt. Eure Schüsse ziehen eine Schneise der Verwüstung durch die feindlichen Reihen. Fast wie Moorhuhnjagd. Nur lauter. Und blutiger. Richtig gehört: Um das Spiel realistischer wirken zu lassen, fließt Battlefield-untypisch in der neuen Episode auch etwas Pixelblut. Allerdings auch euer eigenes. Als die Rakete eure Deckung trifft, versinkt die Spielwelt in einem rötlichen Schleier. Ihr kippt zur Seite und bleibt liegen. Da kein Sanitäter zu sehen ist, der euch wiederbeleben könnte, wählt ihr den Tod.

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Gordon Van Dyke stellte sich den Fragen von Eurogamer.de

Sofort habt ihr vier Wiedereinstiegspunkte zur Wahl. Je nachdem, wie euer Stand auf der Karte ist, könnt ihr so näher oder in halbwegs sicherem Abstand zurück ins Kampfgeschehen springen. Mit jedem Leben dürft ihr die Klasse wechseln. Sturmsoldat, Ingenieur, Sanitäter und Kundschafter stehen zur Wahl, die ihr zudem mit Waffen und Zusatzgeräten wie einem Defibrillator ausrüstet. Genau, dieses Ding aus Emergency Room, das Stromstöße durch die Herzkammern jagt.

Auf die genaue Zahl von Mehrspieler-Karten wollte sich der Ausführende Produzent Gordon Van Dyke nicht festlegen lassen. „Wir haben diesen Punkt in der Entwicklung noch nicht überschritten und behalten uns auch vor, noch etwas zu entfernen“, äußerte er sich gegenüber Eurogamer. „Vielleicht weiß ich im Januar mehr“. Immerhin verriet er, dass vier Spielmodi existieren. Und natürlich führt der Einzelspieler-Modus die Geschichte der B-Kompanie fort. In einem Vieraugengespräch ließ sich Van Dyke dann doch doch noch ein paar spannende Details entlocken.

Eurogamer: Ich durfte gerade den Mehrspieler-Modus des Spiels auf der PlayStation 3 ausprobieren. Eine angenehme Aufgabe, sogar ohne Aufsätze für die Schultertasten des Gamepads. Wieso zeigt ihr das Spiel ausgerechnet auf der PS3? Ist das eure neue Hauptplattform?

Gordon Van Dyke: Nicht doch, dafür gibt es logistische Gründe. Es passt zum Timing der Entwicklung, das wir mit Sony vereinbart haben. Es gibt keinen echten Grund dafür, dass heute die PS3-Version läuft.

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Dächer bieten oft einen strategischen Vorteil. Man muss nur aufpassen, dass niemand das dazugehörige Haus sprengt.

Eurogamer: Wie kommt es, dass Bad Company 2 im Gegensatz zu Teil 1 nun auch für PC erscheint? Beim Vorgänger hattet ihr euch ja dagegen entschieden und bei Fragen diesbezüglich immer ein wenig herumgedruckst.

Gordon Van Dyke: Wer war das? Nenn mir seinen Namen! Spaß beiseite: Wir nehmen alle Plattformen ernst. Egal ob PC, Xbox 360 oder PS3. Wir wollen auf allen gute Unterhaltung bieten. Bei Bad Company 1 hatten wir gleichzeitig ein Spiel samt dazugehöriger Engine entwickelt. Dabei gibt es immer viele Faktoren und Risiken, so dass es damals einfacher war, sich auf zwei berechenbare Geräte zu konzentrieren. Am PC existieren viele Variablen, die man berücksichtigen muss. Mittlerweile haben wir eine Mannschaft, die sich auf den Konsolen sicher fühlt und wir wollen das PC-Universum zurückerobern.

Außerdem möchten wir natürlich sicher stellen, dass wir am PC auch genug zu bieten haben. Das spielt die Sorge mit, den Spielern etwas Großes offerieren zu wollen, das nächste Battlefield-Spiel, die Richtung in die sich die Serie entwickelt. Wir geben jetzt den PC-Spielern etwas Neues, ein echtes Einzelspieler-Battlefield. Es ist gleichzeitig eine Art Hysterie und Spannung zu beobachten, wie das Spiel ankommt und ob es das ist, was die PC-Spieler sich wünschen. Am Ende des Tages wollen natürlich alle den Mehrspieler-Modus und sie sollen ihn auch bekommen. Der Stil von Bad Company prägt ihn zwar, doch es wird sich wie Battlefield anfühlen.

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Joachim Hesse

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