Blast Works, Marbles! Balance Challenge

...und Sports Island 2

Ein Blick durch die Wii-Regale beim Händler des Vertrauens offenbarte ein paar neue Gesichter in den letzten Tagen. Schauen wir doch mal, was die Frischlinge so können. Und natürlich, was sie nicht können.

Blast Works: Build, Trade, Destroy

Bei Blast Works: Build, Trade, Destroy hilft das mit dem Schauen allein leider erst mal nicht viel. Ein schickes, aber nichtssagendes, post-retroartig angehauchtes Cover und nicht ein einziger Screenshot auf der Rückseite. Was mag das sein, hat es was mit dem alten Rare-Kracher Blast Corps zu tun? Mitnichten, Euch erwartet ein 2D-Shooter. Ein recht ungewöhnlicher. Ein sehr ungewöhnlicher.

PC-Eigner dürften am einfachsten verstehen, was Blast Works so macht, um sich von der Masse abzuheben. Es ist nichts anders als eine konsequente Verfeinerung des Gratis-Shooters Tumiki-Fighters . Ladet es also und Ihr werdet feststellen, dass der visuelle Stil einem gesunden, stylischen Minimalismus frönt, der eine Mischung aus Origami und Verzicht auf Polygone durch Polygone zelebriert. Sehr hip, das alles. Nur die Pastellfarben stören mich persönlich. Hier hätte ich mir mehr Sättigung und Plakativität erhofft. Trotzdem, immer noch wirklich hübsch.

Sich durch 15 nicht übertrieben lange, dafür schnell knackig harte Levels zu ballern, das können viele Games. Mit einem überdimensionierten, Kugel sprühenden, bissfesten Boss nach jedem Stage aufwarten, das auch. Die abgeschossenen Gegner harmlos so davon trudeln lassen, dass Ihr sie einsammeln und an Euer eigenes Schiff anpappen könnt, das macht nur Blast Works. Und es macht höllisch Laune.

Blast Works - Trailer

Jedes Feindschiff, auch die Einzelteile von Großschiffen und sogar deren riesige Rümpfe, bleiben einfach an Eurem kleinen Fighter kleben, und zwar genau in der Pose, in der Ihr sie berührt habt. Auf diese Weise bieten sie Schutz und ballern auch noch weiter, diesmal für Eure Sache, vor sich hin. Vielleicht nicht immer in die richtige Richtung, schließlich passiert es häufig genug, dass Ihr einen Gegner in einer nur halb vollführten Drehung einsammelt.

Andere Power-Ups gibt es nicht und vermissen tut man auch nur eines: ein Speed-Up. Die Masse an Material, das Ihr mitschleppt, bremst Euch zwar nicht, aber schon vom Start weg könnte sich das Schiffchen ruhig etwas schnell bewegen. Dafür könnt Ihr bei Bedarf und zugunsten mehr Übersicht den ganzen angepappten Krams wegblenden und so besser durch enge Passagen manövrieren.

Diese 15 Stages – plus vier freischaltbare, wirklich lohnende Minigames – sind die halbe Wahrheit von Blast Works, die andere Seite ist der mächtige und relativ intuitive Editor, der Euch erlaubt, eigene Schiffe, Feinde und ganze Level auf simple Weise aus einfachen Grundformen zusammenzusetzen. Kleinigkeiten lassen sich etwas lieblos, aber trotzdem funktional in Minuten basteln, mit Hingabe und etwas mehr Zeit gestattet Euch Blast Works, ohne Vorkenntnisse veritable Shoot´em´Ups schaffen. Was immer Ihr damit erschafft, lässt sich nicht nur speichern, sondern auch, und trotz Abneigung der Wii gegen Online, sehr einfach mit der Welt teilen.

Blast Works – Build Trailer

Geht auf die Seite des Blast Works Depots und richtet Euch einen Account ein, in dem Ihr die Serien-Nummer der Wii hinterlegt. Jetzt stöbert Ihr Euch auf der Site durch alles, was andere Leute schon verbrochen und gemeistert haben, klickt zusammen, was Ihr wollt, geht dann auf der Wii online und ladet einfach den ganzen Schwung bequem in einem Rutsch runter. So einfach könnt Ihr Mario- und Sonic-Stages spielen, ein paar interessante Schiffsdesigns in eigene Kreationen einbauen oder einfach nur den Blödsinn fremder Baumeister zusammensammeln.

Blast Works: Build, Trade, Destroy lässt sich am einfachsten als LittleBigPlanet des Shoot´em´Ups beschreiben. Das eigentliche Spiel steht gleichwertig zu dem leistungsfähigen Editor und der Masse an Dingen, die Ihr und die Community damit fabriziert. Spielt Ihr einfach nur die gelungenen, aber eher kurzen Levels für sich, entgeht Euch viel des Spaßes, den dieses ungewöhnliche Spiel machen kann. Am Ende steht und fällt es mit Eurer Bereitschaft zum Mitmachen. Aber wenn Ihr schon immer Euer eigenes Ballergame basteln wolltet, dann findet Ihr hier genau das Richtige und bekommt noch ein schickes fertiges als Bonus obenauf.

8 /10

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Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chefredakteur  |  martinwoger

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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