Borderlands: Die Insel der Zombies • Seite 2

Leichenfleddern

Und auch die Landschaft wurde mit viel Liebe zum Detail und einer dicken Portion Humor umgesetzt. Düstere Wälder, gruselige Friedhöfe und ein obligatorisches Herrenhaus sorgen für echte Zombie-Atmosphäre. Nur das Recycling von Old Haven wirkt etwas befremdlich. Für einige herzhafte Lacher sind dagegen Zombies mit Bierdosen-Helmen, Hut-tragende Wer-Skags und kitschige Halloween-Kürbisse gut. Und auch die Missionstexte und Audio-Rekorder wurden mit witzigen Sprüchen belegt. Spätestens wenn ihr eine wichtige Meldung per 56K-Modem samt passender Geräuschkulisse über eine hochentwickelte SciFi-Antenne abschickt, bleibt kein Auge trocken.

Die Missionen laufen wie gewohnt nach Schema F ab. Gegenstände einsammeln, Gegner besiegen und Geräte aktivieren. Kleine Ausnahme: Zweimal müsst ihr mehrere Gegnerwellen überstehen, bis sich eine Zugbrücke beziehungsweise ein Aufzug öffnet. Gerade alleine eine echte Herausforderung. Die End- und Zwischengegner schwanken je nach eigenem Level, Ausrüstung und Spezialisierung zwischen beinhart und kinderleicht. Wie beim Rest der Gegner jagen euch hier vor allem Nahkampfmonster durch die Gegend.

Schade: Zum Teil leiden die sowieso strunzdämlichen Zombies unter KI-Totalausfall. Ja, der IQ der Leichensäcke bewegt sich irgendwo auf Schnecken-Niveau, wenn aber ein knallharter Tankenstein an einer Laterne hängenbleibt und ihr ihn einfach Scheibchenweise zum zweiten Mal über den Jordan schickt, kommt zumindest für kurze Zeit Ärger auf.

Apropos Ärger: Die ungekürzte Version von Borderlands ist mit der deutschen Version von The Zombie Island of Dr. Ned nicht kompatibel! Wer sich das gute Stück also für seine englische Fassung kauft, kann es hinterher nicht nutzen.

Gleich mit ihrem DLC-Debüt liefert Gearbox eine erstklassige Arbeit ab, an der sich selbst Bethesda eine Scheibe abschneiden kann. Das frische Szenario sorgt dank ordentlichem Umfang, witziger Gegner und neuer Locations für begeisterte Fans. Speziell in punkto Atmosphäre haben sich die Amerikaner selbst übertroffen. Die mit viel Humor inszenierte Geschichte fügt sich hervorragend in die Welt von Borderlands ein, bietet gleichzeitig aber eine gehörige Portion Abwechslung. Die oft chaotischen Gefechte gegen die gewaltigen Zombie-Horden unterscheiden sich deutlich von den taktisch angehauchten Scharmützeln des Hauptprogramms.

Doch es gibt auch noch jede Menge Verbesserungsmöglichkeiten: Die Aufgaben kommen noch immer relativ stumpfsinnig daher. Die ständige Suche nach Aufnahmegeräten und Spezialgegnern geht einem irgendwann einfach auf den Keks. Und auch bei den Waffen liefert The Zombie Island of Dr. Ned keine echten Highlights. Hier wäre deutlich mehr drin gewesen. Nichtsdestotrotz kann ich den DLC allen Borderlands-Besitzern mit Sinn für Humor und Faible für Zombies nur wärmstens ans Herz legen. Einzige Voraussetzung: Zumindest auf der Xbox müsst ihr eine USK-Version besitzen.

8 /10

The Zombie Island of Dr. Ned ist als Download auf dem Xbox Live Marktplatz für 800 Punkte beziehungsweise im PlayStation Store für zehn Euro verfügbar. Achtung: Die ungeschnittenen Fassungen sind mit dem deutschen Add-On nicht kompatibel.

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Kristian Metzger

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