Capcom ersetzt Hongkong-Flagge in Switch-Version von Street Fighter 2 Turbo

Switch-Port zeigt jetzt die China-Flagge, aber warum?

  • Street Fighter 2 auf der Switch ersetzt eine Hongkong-Flagge durch eine China-Flagge
  • Dahinter stecken vermutlich politische Gründe wie die Hongkong-Proteste
  • Neben Capcom begaben sich schon andere Studios aus der Schusslinie der chinesischen Regierung

Im Kampfspiel Super Street Fighter 2 Turbo, das frisch für die Switch erschienen ist, hat Capcom offensichtlich die Darstellung einer Hongkong-Flagge durch eine China-Flagge ersetzt.

Die neue Sammlung "Capcom Arcade Stadium" für die Switch enthält verschiedene Retro-Klassiker für die aktuelle Nintendo-Konsole, darunter Super Street Fighter 2 Turbo. In diesem 2D-Kampfspiel könnt ihr unter anderem mit dem Charakter Fei Long in den Ring steigen, der im Original für Hongkong mit der jeweiligen Flagge antritt. Nun wurde diese im Spiel durch die chinesische Flagge ersetzt.

Die Flagge in Street Fighter 2 wurde schon einmal bei einem neuen Release angepasst, zuerst 1997. Zuvor änderte sich die britische Hongkong-Flagge aus der Kolonialzeit in die "aktuelle" Hongkong-Flagge. Nun wurde diese jedoch in die Chinesische umgeändert, wie ein Post auf Twitter zeigt:

Dann ist eben eine Flagge anders, nichts Besonderes...? Für uns wirkt es vielleicht irritierend, wenn man Hongkong rein geografisch nur als einen Teil von China sieht, politisch ist das aber etwas komplexer. In China herrscht das Prinzip "Ein Land, zwei Systeme" vor, das zwei verschiedene Regierungsformen beinhaltet: Eine sozialistische mit Peking als Zentrum und eine marktwirtschaftliches in der Sonderverwaltungszone Hongkong.

Bisher war Letztere mit diesem System relativ unabhängig von der Volksrepublik, Gesetzesentwürfe in den vergangenen Jahren schürten jedoch die Sorge der Bewohner Hongkongs, man könne die Souveränität gegenüber China zunehmend verlieren, was 2019 und 2020 zu zahlreichen Protesten führte.

Gezielt die Flagge von Hongkong in Street Fighter abzubilden, könnte daher als dezidiertes Statement gegen die chinesische Regierung gesehen werden, das man offenbar vermeiden wollte.

Damit ist Capcom nicht das erste Unternehmen, das sich mit den politischen Verhältnissen in China auseinandersetzen muss. So wurde zum Beispiel Animal Crossing: New Horizons 2020 in der Volksrepublik verbannt, weil viele die Simulation nutzten, um ihre politische Einstellung pro Hongkong auszudrücken. Auch der bekannte Hearthstone-Spieler Blitzchung wurde kurzerhand von Blizzard suspendiert, als er seine Solidarität gegenüber den Protestierenden während der Hearthstone Grandmasters ausdrückte.

Das Online-RPG Genshin Impact des chinesischen Studios miHoYo strich sicherheitshalber einige Ortsbezeichnungen wie Taiwan und Hongkong, um nicht politisch belangt zu werden.

Um einen Akt der Modernisierung handelt es sich bei der Street-Fighter-Anpassung also vermutlich nicht, sondern eher um Kalkül, um sich aus der Schusslinie der chinesischen Regierung zu begeben. Während die eine Flagge nämlich angepasst wurde, nutzt das Spiel laut Eurogamer.net noch immer das Hammer-und-Sicher-Symbol der UDSSR für einen Charakter.

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Über den Autor:

Judith Carl

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Die Neue bei Eurogamer. Adventure-Freak und Fan von guten Geschichten. Begeisterte Sängerin. Mag Rollenspiel, Podcasts und Trashfilme.

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