Cyberpunk 2077: Patch 1.2 bewirkt Gutes auf der PS4 Pro, aber die anderen Konsolen schwächeln weiter

Noch immer nicht gut genug.

Patch 1.2 für Cyberpunk 2077 erschien letzte Woche, begleitet von einer absolut gigantischen Liste von Bugfixes, Tweaks und Upgrades. Engagierte Spieler bemerken, dass entscheidende Bugs behoben wurden, aber läuft es jetzt vernünftig auf Konsolen? Können wir euch jetzt empfehlen, den Titel auf Last-Gen-Systemen zu kaufen? Um es auf den Punkt zu bringen: Es gibt gute Nachrichten für PlayStation-4-Pro-Besitzer, aber in Sachen Performance und Stabilität ist noch ein langer, langer Weg zu gehen.

Was die Patch Notes nicht näher erläutern, ist ein besonderer Vorstoß zur Optimierung des Spiels für die PS4- und Xbox-One-Generation der Konsolen, obwohl es eine lange Liste von Engine-spezifischen Optimierungen gibt, die theoretisch das Erlebnis für alle Benutzer verbessern sollten. Es gibt auch versprochene Verbesserungen für die umstrittene temporale Anti-Aliasing-Lösung, sowie verbesserte Screen-Space-Reflexionen. Auf der Xbox One bekommt ihr Optimierungen bei der Speicherverwaltung - aber es sind die Streaming-Optimierungen, die unsere Aufmerksamkeit erregt haben, da dies der Schlüssel für dramatische Verbesserungen auf der PlayStation 4 Pro zu sein scheint.

Es dreht sich alles um die Hintergrund-Streaming-Technologie - die Art und Weise, wie Assets wie Geometrie und Texturen aus dem Speicher geholt, dekomprimiert und dann auf dem Bildschirm gerendert werden. Wir haben die Änderung auf PS4, PS4 Pro und Xbox One ausgemacht, aber seltsamerweise scheint sich auf der Xbox One X nicht viel gegenüber Version 1.1 geändert zu haben. Einfach ausgedrückt, hat man das Gefühl, dass das Streaming vielleicht mit einer niedrigeren Priorität läuft als zuvor, um die Framerate auf Kosten der Details zu verbessern. Umgebungselemente brauchen länger zum Laden, Pop-ins sind jetzt mehr ein Problem als vorher. Man könnte sagen, dass es Streaming-Verzögerungen gibt, aber die Details werden schließlich gerendert, wenn man ihnen Zeit zum Laden gibt. Allerdings werden in dichten Stadtgebieten bei schneller Fahrt einige Aspekte der Umgebung nun überhaupt nicht mehr geladen, bevor sie an euch vorbeiziehen.

Digital Foundry testet alle Last-Gen-Konsolen-Versionen von Cyberpunk 2077 mit Patch 1.2.

Ihr könnt im Video sehen, wie sich das auf die Gesamtdarstellung auswirkt, vor allem auf der PlayStation 4 Pro, aber das Fazit ist, dass es klare Performance-Vorteile gibt. Auf Sonys verbesserter Konsole lief das Spiel immer am besten, sie konnte sogar die leistungsstärkere Xbox One X schlagen. Jetzt ist sie sogar noch besser und erreicht die meiste Zeit die angestrebten 30 Bilder pro Sekunde. Beim Sprinten durch einen überfüllten Marktplatz konnte die Bildrate auf der PS4 Pro zuvor in einen niedrigen bis mittleren 20er Bereich fallen. Mit dem neuen Patch lief das Spiel hier mit nahezu makellosen 30 Bildern pro Sekunde - wenn auch mit der bereits erwähnten Reduzierung (oder eher Verzögerung) in Sachen Details. Manchmal verbessert sich die Leistung mit Patch 1.2 in vergleichbaren Szenarien - wie z. B. bei einem schnellen Sprint über den Marktplatz - um bis zu 8fps auf der PS4 Pro, ein bemerkenswertes Upgrade für einen 30fps-Titel. Es ist konstanter, auch wenn das ein visuelles Opfer erfordert, um das zu erreichen, würde ich sagen, dass es das für die reine Spielbarkeit wert ist. Pop-ins treten ohnehin in schnellen Szenen auf, und so ist es praktisch gesehen häufig der Fall, dass es in der Bewegung beim Sprint am Rande im unscharfen Bereich vorbeizieht.

Ich denke, einer der bemerkenswertesten Tests ist die berüchtigte Gassenschießerei im Spiel. Das ist ein Stresstest, den ich mir zum Launch des Spiels ausgedacht habe - auf dem Weg zum Ripperdoc fahren wir mit hoher Geschwindigkeit durch Night City, um dann, anstatt auf dem angegebenen Platz zu parken, im Grunde mit einem mörderischen Amoklauf zu starten. Die Kombination aus Kämpfen, vielen NPCs und vielen Stadtdetails führt dazu, dass die Performance auf allen Systemen einbricht - auf der PS4 Pro ist das immer noch der Fall, aber sie hat sich gegenüber Version 1.1 deutlich verbessert. Es gibt allerdings immer noch einige Probleme - bei späteren Schießereien gegen die Maelstromer fing meine Konsole an, ziemlich stark in den 20er Bereich abzusacken, bevor es in einem kompletten Absturz des Spiels resultierte. Es gibt also eindeutig noch viel Raum für Verbesserungen und trotz der großen Fortschritte bei der Bildrate auf der PS4 Pro ist es schwer, dem Spiel mit Patch 1.2 ein gutes Zeugnis auszustellen, wenn Abstürze immer noch ein Thema sind.

Wir spielten die PC-Version von Cyberpunk 2077 auf einem System, das auf einem Xbox-One-Prozessor basiert - die Resultate sind faszinierend.

Die Xbox One X hat im Vergleich dazu noch große Probleme. Es gibt einige Verbesserungen bei der Performance, der Sprint über den Markt erreicht nun den mittleren 20er Bereich, statt unter 20 zu fallen, auch der Einstieg in Night City nach der ersten Mission zeigt sich verbessert. Das Problem ist, dass viele der alten Probleme fortbestehen: Die Xbox One X leidet nach wie vor unter Hitches, also großen Hängern im Spiel, die heftige Ruckler bis 0fps verursachen. Das passiert zwar nur vorübergehend, ist aber immer noch ein Problem, das auf Xbox-One-Geräten häufiger auftritt. Im Gegensatz zu den PS4-Konsolen erlebte ich in meinen Tests keine Abstürze. Insgesamt ist die Verbesserung auf der One X weniger beeindruckend und es ist immer noch möglich, dass die Leistung unter 20fps fällt, wenn man detaillierte Umgebungen mit hoher Geschwindigkeit durchquert - ein Bereich, in dem die PS4 Pro dramatische Verbesserungen erfuhr. Der Gassenkampf-Stresstest scheint genauso schlecht zu laufen wie in Version 1.1. Insgesamt gibt es eine Verbesserung, aber sie fällt bei weitem nicht so deutlich aus wie auf der PS4 Pro - ein seltsamer Zustand.

Was die Standard-PS4 und -Xbox-One anbelangt, liefen diese mit Patch 1.1 durchweg schlecht, und während der neue Patch einige Szenen ein wenig verbessert, macht ein Gewinn von 2fps bis 3fps wenig aus, wenn man immer noch so weit vom 30fps-Ziel entfernt ist. Seltsamerweise zeigt die PS4 nicht annähernd die gleichen Verbesserungen wie die PS4 Pro - es sind immer noch 20 bis 30fps in Schießereien (oder schlimmer), komplett mit Hängern und Drops. Es ist schwierig, in dieser Version während eines Schusswechsels überhaupt richtig zu zielen. Auch auf der PS4 stürzte das Spiel ab - genau wie auf der Pro. Auf der PS4 ist es insgesamt immer noch ein schlechtes Spielerlebnis: Die Abstürze sind immer noch da und die Basis-Performance ist immer noch weit von ihrem Ziel entfernt.

Was Digital Foundry im Januar zu Patch 1.1 für Cyberpunk 2077 zu sagen hatte.

Unterdessen ist das Spiel auf der Xbox One weiter extrem schwer zu empfehlen. Die Streaming-Optimierungen wurden eingebaut, basierend auf Material, das Patch 1.1 mit 1.2 vergleicht, aber die Performance-Gewinne sind bestenfalls dünn - und zu gering, um in den meisten Szenen registriert zu werden, in denen die Bildraten nur einen marginalen Unterschied aufweisen. Dort, wo man wirklich eine gute, konstante Leistung braucht, enttäuscht die Xbox One weiterhin und bleibt vielleicht zwangsläufig die am schlechtesten laufende Version von Cyberpunk 2077.

Am Ende gibt es hier also eine gute und eine schlechte Nachricht: Auf der PlayStation 4 Pro läuft es nicht schlecht. Wenn man akzeptiert, dass ein Spiel, das eindeutig und offensichtlich für die nächste Hardware-Generation entwickelt wurde, auf Last-Gen-Geräten Probleme haben wird, deutet die Vorstellung, Cyberpunk 2077 über weite Strecken mit 30 Bildern pro Sekunde zu spielen, darauf hin, dass es nicht völlig unmöglich ist, das Spiel auf älterer Hardware in eine gute Form zu bringen. Auf dieser Grundlage bin ich gespannt, wie sich die Situation auf der PlayStation 5 verbessert, die auf dem gleichen Code läuft. Davon abgesehen ist die Tatsache, dass das Spiel sowohl auf PS4 als auch auf der Pro innerhalb von zwei Stunden Spielzeit abstürzte, eine ziemlich brutale Erinnerung daran, dass noch viel Arbeit an diesem Spiel nötig ist.

Und das gilt umso mehr für PS4, Xbox One und Xbox One X. Vier Monate nach dem Launch scheint es, dass nur kleine Schritte gemacht wurden, um die Kern-Performance des Spiels auf diesen drei Systemen zu verbessern. Basierend auf den Patch Notes sieht es so aus, als hätte die Fehlerbehebung Priorität - und das zu Recht -, aber hoffentlich wird CDPR die Optimierung weiter vorantreiben. Was wir in Patch 1.2 sehen, ist ein Fortschritt, aber es ist seltsam, dass in meinen Tests nur die PS4 Pro Verbesserungen auf der ganzen Linie sah. Ich drücke die Daumen, dass sich das mit dem nächsten großen Patch auf alle Systeme ausweitet.

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Über den Autor:

Thomas Morgan

Thomas Morgan

Senior Staff Writer, Digital Foundry

32-bit era nostalgic and gadget enthusiast Tom has been writing for Eurogamer and Digital Foundry since 2011. His favourite games include Gitaroo Man, F-Zero GX and StarCraft 2.

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