Dead'N'Furious

Wer braucht schon Hirn?

Manche Spiele sind wie B-Movies: Zumeist unfreiwillig komisch, mit konfusen Geschichten oder einfach nur schlecht. Und wie bei den Filmen hilft da meist nur ein Rezept, nämlich Hirn abschalten und durchbeißen. Eben jene Vorgehensweise dürfte Euch bei Dead'N'Furious gleichermaßen zugute kommen. Warum das so ist, könnt Ihr Euch sicherlich denken. Hier wird geballert und geprügelt, bis die Waffen glühen. Falls mal jemand das Spiel verfilmen sollte (Uwe Boll vielleicht), hätten wir auch schon einen Tipp für die Besetzung: Schauspieler wie Chuck Norris, Dolph Lundgren, Jean Claude van Damme oder Steven Seagal wären für die Hauptrolle absolut prädestiniert.

Ab in den Knast

Schon die Story von Dead'N'Furious lässt nämlich Böses erahnen. Rob Steiner wird zu unrecht wegen eines Mordes verurteilt und landet im Staatsgefängnis Ashdown Hole. Mehr Hintergründe erfahrt Ihr nicht – soviel zur spannenden und umfangreichen (*hüstel*) Vorgeschichte. Einen Tag vor seiner Verlegung in eine andere Anstalt, erwacht er Nachts aus dem Schlaf und sieht die offene Zellentür vor seinen Augen. Eine solche Chance nutzt er verständlicherweise aus und schlüpft schnell nach draußen, wo er zufälligerweise noch eine Pistole vorfindet. Und dann geht’s gleich im vollen Maße los. Von allen Seiten greifen Zombies an und würden sich am liebsten an Steiners Hirn zu schaffen machen. Logisch, das der was dagegen hat. Etwas bleihaltiges, um genau zu sein.

Die Story an sich wäre vielleicht noch etwas interessant, wenn sie häufiger in den vier Kapiteln des Spiels zum Zuge käme. Stattdessen seht Ihr nur zu Anfang und am Ende eine kleine Zwischensequenz im schwarzweißen Comicstil, die aber auch eher unbefriedigend ausfallen und einige Fragen offen lassen – möglicherweise für einen Nachfolger. Womit wir dann wieder beim Punkt „Hirn abschalten“ angelangt wären.

Dead'N'Furious ist ein typischer Rail-Shooter, wie er im Buche steht. Statt Eure Zeit unnötig mit Bewegungen zu verschwenden, marschiert Steiner selbstständig durch die Abschnitte. Nur gelegentlich müsst Ihr zwischen zwei möglichen Wegen wählen. Die unterscheiden sich allerdings kaum voneinander. Manchmal findet Ihr etwa in der linken Abzweigung ein paar mehr Gegner als rechts.

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Ja, so ist's recht. Kniet nieder, ihr unwürdigen Zombies.

Hin und wieder erwartet Euch auf den Gängen aber noch die eine oder andere verschlossene Tür. Einige davon lassen sich mit einem Schuss auf den daneben befestigten Kasten (vermutlich ein Sicherheitssystem) öffnen. Ignoriert Ihr sie, läuft Steiner einfach daran vorbei. Allerdings sollte man diese Räume möglichst immer durchsuchen, denn oft befindet sich darin mindestens eine Kiste. Durch das Zerstören der Behälter findet Ihr in regelmäßigen Abständen frische Munition für Eure Waffen oder hilfreiche Lebenspunkte.

Einen positiven Schub für Eure Gesundheit erhaltet Ihr ebenfalls am Abschluss eines Levels. Hier zählt das Spiel die erzielten Treffer an Kopf, Arm, Bein und Körper der Zombies sowie die Trefferquote beziehungsweise Genauigkeit zusammen. Je nach Abschnitt sind allerdings unterschiedlich viele Einschläge erforderlich, zum Beispiel 160 Kopfschüsse oder 20 Einschläge an den Armen. Je mehr dieser Anforderungen Ihr erfüllt, desto mehr Lebenspunkte bekommt Ihr dafür gutgeschrieben. Die benötigte Trefferzahl kennt man vorher allerdings nicht.

Gepflegte Monotonie

Die Überschrift verrät es bereits. Wirklich abwechslungsreich gestaltet sich Dead'N'Furious eher weniger. Es bietet zwar mit Gefängnis, Krankenstation, Tunnel, Bootsfahrt und Dschungel mehrere Schauplätze, aber das Leveldesign an sich ist meistens gleich und steril. Ihr bewegt Euch im Zellentrakt also durch immer nahezu identische Abschnitte, während in den Wäldern gleich gar keine Abzweigungen vorhanden sind. Etwas besser sieht es schon in Sachen Gegneranzahl aus. Es erwarten Euch dünne und dicke Zombies, Wachtmeister, Ärzte, Ratten, Fledermäuse, Krokodile, fliegende Roboter sowie wurmähnliche Viecher, die sich - wie die Facehugger in Alien - gerne an Eurem Gesicht fest beißen. Die einzelnen Feinde könnten jedoch allesamt aus dem Klonlabor entstammen, denn häufig trefft Ihr am laufenden Band auf fünf oder sechs gleich aussehende Untote.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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