Dead'N'Furious • Seite 2

Wer braucht schon Hirn?

Würde Dead'N'Furious auf Eure vollste Aufmerksamkeit und Schnelligkeit verzichten, wäre es demzufolge ziemlich langweilig. So aber seid Ihr trotz der Mankos in Sachen Levelgestaltung und Abwechslung stets bei der Sache, da quasi hinter jeder Ecke untote Verehrer lauern. In dem Zusammenhang stört es auch weniger, dass sie oftmals scheinbar einfach so in der Gegend auftauchen.

Soll heißen: Ihr säubert eine Ecke des Raumes, dreht Euch um und erledigt die Gegner auf der anderen Seite. Plötzlich grölen aber hinter Euch erneut ein paar Zombies vor sich hin, die sich offensichtlich in Schränken oder unter Betten versteckt haben müssen. Bei einer solch großen Feindanzahl kommt es eben auf die schnellen Reaktionen an, denn teilweise erscheinen die Monster schon direkt vor Eurer Nase und holen zum Schlag aus.

Am Ende eines jeden Kapitels wartet als passender Abschluss noch ein starker Bossgegner auf Euch, der mit der richtigen Taktik (Schwachstellen werden vorher anhand eines Standbildes angezeigt) aber relativ leicht zu knacken ist.

Für das blutige Handwerk stehen Euch insgesamt vier Waffen zur Verfügung, die Ihr nach und nach – zusammen mit drei Power-Ups für jede Waffe – automatisch im Spielverlauf einsammelt. Von Beginn an befindet sich die Pistole inklusive unendlicher Munition in Eurem Besitz. Die reicht zu Anfang auch völlig aus, jedoch verlangen spätere Gegner nach einem tödlicheren Arsenal. Dafür sorgt neben Schrotflinte und Maschinengewehr das Gordon Freeman Gedächtnisbrecheisen.

Kollege Brechi ist besonders im Nahkampf ein zuverlässiges Hilfsmittel, allerdings müsst Ihr dafür ständig mit dem Stylus über den Bildschirm streichen und so einen Schwung nachbilden. Etwas einfacher sind Schusswaffen zu handhaben. Alle Schießeisen feuern exakt an die Stelle, die Ihr auf dem Touchscreen markiert. Nachladen funktioniert ebenfalls recht simpel. Die am unteren rechten Bildschirmrand befindliche Munition zieht Ihr per Stylus hinüber ins gegenüberliegende Magazin.

Blutiges Gemetzel

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Selbst im Boot seid Ihr nicht sicher.

Die Dream On Studios haben Dead'N'Furious eine waschechte 3D-Umgebung spendiert. Nerds und Geeks freuen sich dabei alleine schon über den Namen: „1337 Engine“. Das Geschehen läuft zu jeder Zeit flüssig ab. Ein Großteil der oftmals in Räumen vorhandenen Objekte dienen jedoch nur zu Dekorationszwecken, zerstörbare Glasscheiben oder Türschlösser sind vergleichsweise selten vorzufinden. Die in Sachen 3D fehlende Grafikpower des Nintendo DS merkt man dem Spiel leider an, denn vor allem der Hauptcharakter selbst sieht in den kurzen Zwischensequenzen (inklusive dummer Sprüche) stark verpixelt aus. Dafür kann man sich jedoch bei den Zombies mit Lust und Laune austoben. Da fehlen nachher ganze Köpfe und Arme oder es prangt dank Schrotflinte öfter mal ein großes Loch im Bauch der Angreifer.

Soundtechnisch zeigt sich Dead'N'Furious indes ziemlich unauffällig. Die Geräusche der Waffen und Zombies klingen recht akzeptabel, allerdings gibt es nur an wenigen Stellen einen durchaus gelungenen, rockigen Soundtrack zu hören. Auf Sprachausgabe wartet Ihr vergeblich.

Nach Absolvieren des Spiels im Modus „Normal“ bietet Euch Dead'N'Furious abschließend zwei weitere Schwierigkeitsgrade an: Furious (härtere Gegner) und God (härtere Feinde + unendlich Munition). Außerdem dürft Ihr zusammen mit einem Freund auf verschiedenen Karten antreten, wobei allerdings jeder seine eigene Kopie des Spiels benötigt.

Dead'N'Furious ist ein schwieriger Kandidat. Auf der einen Seite stehen die schwache Story sowie fehlende Abwechslung, auf der anderen Seite jedoch die spaßigen und zugleich nach schnellen Reaktionen verlangenden Ballereien. In diesem Punkt hat mir der Titel durchaus viel Freude bereitet, obwohl mir die bemängelten Punkte immer wieder störend auffielen. Für ein einmaliges Durchzocken ist Dead'N'Furious allemal zu gebrauchen, für längeren Spielspaß wird die Motivation aber eher weniger ausreichen. Zumal die vier Kapitel schon nach einigen Stunden wieder vorbei sind. In Punkto Bedienung gefiel mir das Spiel aber wesentlich besser als beispielsweise GoldenEye: Rogue Agent, wo ich mit der Kamera praktisch gar nicht zurecht kam. Darüber muss man sich beim Machwerk der Dream On Studios ja zum Glück keine Gedanken zu machen.

6 /10

Ab heute dürft Ihr Euch auf dem DS durch Zombiehorden ballern.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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