Kreative Weiterentwicklung oder simples Plagiat? Diese Frage muss sich der neue Echtzeitstrategietitel Demigod gefallen lassen, schließlich bedient er sich, zum Teil beträchtlich, bei der WarCraft 3-Modifikation Defense of the Ancient (DotA). Beziehungsweise bei dem noch älteren Age of Strife. Entstanden aus der Ursuppe der Mod-Community, ist es der erste Versuch, das ungewöhnliche Spielprinzip in bare Münze zu verwandeln. Ende des Jahres folgt dann League of Legends: Clash of Fate von den DotA Allstars-Machern.

Unter den wachsamen Augen von Echtzeit-Legende Chris Taylor, entstand bei Gas Powered Games ein grafisch erstklassiges Update, das laut Entwicklern vor allem Neueinsteiger ansprechen soll. Doch genau diese werden mit dem Titel zu Beginn einige Probleme haben. Ohne Tutorial wird der Spieler direkt ins kalte Wasser geworfen. Nur mit einigen Single Player-Partien und einem Studium des Handbuchs gelingt es Anfängern, sich aus den Untiefen des Spielprinzips heraus zu ziehen und genug zu lernen, um nicht bei der ersten Online-Partie mit Haut und Haaren gefressen zu werden. Ein erklärendes Video findet Ihr bei uns (siehe erstes Video), aber leider nicht im Spiel.

Auch was Bugs angeht, lief der US-Launch nicht gerade ideal. Verbindungsprobleme und überlaufene Server sorgten für lange Gesichter und unzufriedene Kunden. Ausnahmsweise können die Europäer froh sein, dass die Box-Version hierzulande erst am 14. Mai erscheint. Inzwischen wurden die schlimmsten Probleme aus dem Weg geräumt und es wird fleißig um den Einzug ins Pantheon gekämpft. Der Spielmodus, der Demigod vom Vorbild abheben und dank persistenten Gegenständen für monatelangen Spielspaß sorgen soll.

Doch vorab ein paar Infos für alle, die mit dem Defense of the Ancients-Gameplay noch nicht vertraut sind. Das Spielprinzip ist recht einfach: Auf unterschiedlich großen Multiplayer-Karten treten zwei Fraktionen an, um sich gegenseitig in den Allerwertesten zu treten. Auf der einen Seite die Kräfte des Lichts, auf der anderen die der Dunkelheit. Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Helden, die getreu einem Rollenspiel mit getöteten Gegnern nach und nach immer stärker werden.

Jede Figur kann dabei unterschiedliche Fähigkeiten erlernen, die sowohl destruktiver als auch unterstützender Natur sind. Ihr werft mit mächtigen Zaubern um Euch, befehligt beschworene Kreaturen und versucht gemeinsam, die Front stetig in Richtung Feind zu verschieben. Neben der Erfahrung erhaltet Ihr für jeden getöteten Gegner Gold, um Euch mit magischen Gegenständen noch mächtiger zu machen. Gleichzeitig werden vom Computer gesteuerte Einheiten produziert, die Euch beim Kampf zur Seite stehen. Euer Ziel: Die feindliche Zitadelle vernichten und so die Schlacht für Euch entscheiden.

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Zum Ende hin nehmen die Schlachten epische Ausmaße an.

Im Gegensatz zu Defense of the Ancients wurde ein Element von Age of Strife reaktiviert. In der Zitadelle könnt Ihr nun Eure NPC-Einheiten stärken und Eure Verteidigungstürme aufrüsten. Gleichzeitig wurden die Helden in zwei unterschiedliche Kategorien aufgeteilt. Neben den Assassinen, die - wie der Name schon erläutert - als Attentäter fungieren, bietet Demigod auch vier Generäle. Diese Klasse ist in der Lage, unterstützende Einheiten herbeizurufen, die Ihr direkt kontrollieren könnt. Im Kampf gegen die Basis-Verteidigung eine hervorragende, fast lebenswichtige Unterstützung.

Wie beim Vorbild finden sich auch Item-Shops ein, in denen Ihr gegen Gold spielentscheidende Gegenstände erstehen könnt. Die umfangreichen Gegenstands-Rezepte, die DotA so komplex machten, wurden weg rationalisiert. Stattdessen offeriert man Euch in der Heimatbasis Standardware, wie etwa beschleunigende Stiefel, Mana-regenerierende Kronen, Teleport-Rollen, Gesundheits-Tränke und Waffenschaden erhöhende Handschuhe.

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Über den Autor:

Kristian Metzger

Kristian Metzger

Freier Redakteur