Der Joy-Con-Drift beschäftigt die EU-Kommission - Ermittlungen gegen Nintendo aufgenommen

Nach einer Aufforderung der European Consumer Organisation.

  • Die Organisation BEUC ruft nach Beschwerden zum Handeln in Sachen Joy-Con-Drift auf
  • Die Europäische Organisation strebt europaweite Ermittlungen an und reicht Beschwerden ein
  • Deshalb mischt sich nun auch die Europäische Kommission ein

Nach zahlreichen Beschwerden wegen defekter Switch-Controller und dem Vorwurf der Täuschung an Nintendo hat sich nun auch die EU eingeschaltet. Die Europäische Verbraucherorganisation ermittelt nun europaweit, was am Joy-Con-Drift dran ist.

Über Joy-Con-Klagen gegenüber Nintendo haben wir bereits mehrfach aus verschiedenen Regionen berichtet. Ca. 25.000 Beschwerden sind bereits eingegangen und nun gehen diese Fälle noch einen Schritt weiter: Die European Consumer Organisation (BEUC) hat nun europaweite Untersuchungen der Joy-Con-Drift-Problematik angeordnet und eigene Beschwerden an die Europäische Kommission und an verschiedene Verbraucherschutzbehörden weitergeleitet.

Heute hieß es nun, dass jetzt auch die Europäische Kommission persönlich in die Joy-Con-Beschwerden involviert ist, nachdem ihre Verbraucherorganisation sie auf die Problematik aufmerksam gemacht hatte. Die EK gibt offiziell bekannt, sich dem Thema nun anzunehmen, wie genau die Kommission allerdings gegenüber Nintendo entscheiden wird und welche Maßnahmen dadurch auf das Unternehmen zukommen könnten, ist noch unklar.

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Die Joy-Con-Drift-Problematik beschäftigt die EU.

Gegenüber Eurogamer.net äußert sich die EK wie folgt: "Frühe Obsoleszenz ist eine wachsende Sorge für alle Verbraucher. Die Kommission ist entschlossen, gegen solche Trends vorzugehen und die Verbraucher bei der 'Green Transition' zu unterstützen." Unter Green Transition versteht die EU eine (wirtschaftliche) Unterstützung von Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit im europäischen Raum.

Weiter heißt es: "Wir bereiten eine neue Gesetzesinitiative vor, die darauf abzielt, den Verbrauchern bessere Informationen über die Nachhaltigkeit von Produkten einschließlich der Langlebigkeit und einen besseren Schutz vor bestimmten Praktiken wie der vorzeitigen Obsoleszenz zu bieten."

Die Anschuldigungen gegenüber Nintendo von Seiten der BEUC waren erneut darauf zurückzuführen, dass man dem Unternehmen Irreführung und Versäumnis einer klaren Aufklärung der Verbraucher, also im Allgemeinen unlautere Geschäftspraktiken, vorwirft. So berichteten die meisten der eingegangenen Beschwerdefälle davon, dass bei den Nintendo-Controllern innerhalb der ersten zwei Jahre bereits Probleme auftraten - der sogenannte Joy-Con-Drift.

Solche Klagen kamen aus zahlreichen verschiedenen Ländern wie Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Portugal, Italien, Norwegen, der Slowakei, Slowenien und Griechenland - bisher interessanterweise nicht aus Deutschland.

"Die Verbraucher gehen davon aus, dass die Produkte, die sie kaufen, nach berechtigten Erwartungen eine angemessene Zeit halten und sie nicht wegen eines technischen Defekts teuren Ersatz bezahlen müssen", heißt es zu diesem Thema von BEUC-Chefin Monique Goyens. "Nintendo muss jetzt eine vernünftige Lösung für Tausende von Verbrauchern finden, die von diesem Problem betroffen sind."

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Über den Autor:

Judith Carl

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News-Redakteurin  |  TJudl

Adventure-Freak und Fan von guten Geschichten. Begeisterte Sängerin. Mag Rollenspiel, Podcasts und Trashfilme.

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