Die Nioh Collection auf PS5: Eine deutliche Verbesserung mit Schönheitsfehlern

Alle Grafikmodi in beiden Spielen getestet.

Mit der Nioh Collection für PlayStation 5 fasst Tecmo Koei seine beiden PS4-Epen in einem einzigen Paket zusammen, das alle herunterladbaren Erweiterungen enthält und eine riesige Menge an Inhalten bietet. Darüber hinaus verspricht der Publisher auch Verbesserungen für die bestehenden PS4/PS4 Pro-Versionen, wobei beide Titel angeblich native 4K-Modi sowie Unterstützung für 120Hz-Gaming bieten. Darüber hinaus gibt es einen neuen "PlayStation 5-Standardmodus" - ein Qualitätsmodus, der die Fähigkeiten der neuen Hardware für ein deutlich verbessertes Erlebnis nutzt.

Wie sieht das Ganze also im Endeffekt aus und welche Art von Verbesserung sehen wir im Vergleich zur bestehenden PS4 Pro-Version - die selbst 4K-Unterstützung mit hoher Bildrate bietet? Es ist eine interessante Frage, denn im Grunde genommen boten die älteren Versionen von Nioh auf der PS4 Pro ein hohes Maß an Flexibilität mit ihren eigenen Leistungs- und Qualitätsmodi, und da sie sich stark an uneingeschränkten Bildraten und dynamischer Auflösungsskalierung orientierten, können ihr bereits ein verbessertes Erlebnis in den vorhandenen Versionen erhalten, indem ihr sie einfach über die Abwärtskompatibilität auf der neuen Sony-Plattform abspielt.

Allerdings handelt es sich hierbei um Remaster und obwohl die Verbesserungen kaum einen Unterschied wie Tag und Nacht ausmachen, sind sie doch erheblich. Zunächst einmal hat Tecmo Koei das etwas fragwürdige Checkerboard-Rendering aus der PS4 Pro-Version entfernt (das Probleme wie offensichtliches Aliasing und Transparenzeffekte mit doppelter Breite aufwies) und sich für ein Rendering in nativer Auflösung auf der PlayStation 5 entschieden. Versteht uns nicht falsch - Checkerboarding kann beeindruckend aussehen, aber die Implementierung bei Nioh war nicht besonders gut, so dass der Wechsel zu nativem Rendering einen Schub für die Bildqualität bedeutet, den ihr durch die Abwärtskompatibilität allein nicht erhaltet. Zweitens liefert der 4K-Modus, zumindest in Nioh 1, mit nur einem Hauch von dynamischer Auflösungsskalierung genau das, während der PS5-Standardmodus die Einstellungen hochfährt, aber das DRS-Fenster erweitert, was bedeutet, dass 1800p und potenziell sogar niedrigere Auflösungen möglich sein können.

Und dann ist da noch der 120Hz-Modus: Die Auflösung sinkt, aber die Verbesserung des Eingabe-Lags und der visuellen Reaktionen sind wirklich beeindruckend - für Nioh 1 ist das meine bevorzugte Art zu spielen, vor allem, da der Detailgrad (über die Pixelanzahl hinaus) mit den anderen Modi vergleichbar ist. Um eine detailliertere Aufschlüsselung zu erhalten, wie die verschiedenen Rendering-Varianten in Bezug auf spezifische Szenarien abschneiden, solltet ihr euch in das Video vertiefen, aber stellt es euch einfach als eine inhaltlich vollständige, verfeinerte Version eines wirklich exzellenten PS4-Spiels vor und ihr werdet verstehen, warum ich es so hoch einschätze.

John Linneman und Alex Battaglia blicken Tief in die Nioh Collection auf der PlayStation 5 - wie fühlt sie sich an, wie spielt sie sich und welche Modi sind jeweils am besten?

Nioh 2 ist ein anspruchsvolleres Spiel in Bezug auf seine Rendering-Anforderungen - vielleicht nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass es erst im März 2020 auf den Markt kam. Obwohl die gleichen drei Modi eingesetzt werden (und das Rendering in nativer Auflösung beibehalten wird), sind die Ergebnisse nicht ganz so makellos. Der 4K-Modus läuft nicht wirklich mit Ultra-HD-Auflösungen, kommt aber nahe heran und variiert über weite Strecken zwischen 1944p und den vollen 2160p, während der DRS-Bereich im PS5-Standard-Modus viel breiter ist, aber von verbesserten Schatten und Draw Distances profitiert. Auch der 120-Hz-Modus ist nicht ganz so gelungen wie der von Nioh 1 - der Detailverlust ist erheblich und die Schattenqualität ist schlecht.

Die Leistung ist wichtig für die Nioh-Serie und die Collection macht es uns recht einfach - Nioh 1 bleibt meist bei 60 Bildern pro Sekunde sowohl im 4K- als auch im PS5-Standard-Modus, während die 120-Hz-Ausgabe ähnlich stabil in ihrer Konsistenz ist und den Großteil des Spiels über volle 120 Bilder pro Sekunde liefert. Das ist eine große Verbesserung gegenüber der PlayStation 4 und es macht Spaß, das Spiel zu spielen. Das anspruchsvollere Nioh 2 ist nicht ganz so erfolgreich - die 4K- und PS5-Standard-Modi sind größtenteils in Ordnung und halten die angestrebten Bildraten ein, aber nicht ganz so konstant wie das erste Spiel. Der 120-Hz-Modus ist ebenfalls weniger konsistent und fällt in offeneren Gebieten oft auf 90-100fps ab.

Hier ist die fehlende VRR-Unterstützung auf der PS5-Plattform enttäuschend: Ein Dropped Frame im 120Hz-Modus stellt einen ein 8,3ms langen Ruckler dar, und wenn viele davon in einem kleinen Zeitraum auftreten, ist das spürbar. Aber gleichzeitig liegt die "Per-Frame Persistence" zwischen 90fps und 120fps bei weniger als 3ms - und mit VRR wären Frame-Time-Abweichungen für das menschliche Auge viel, viel schwieriger zu erkennen. Ich hoffe wirklich, eine gute VRR-Implementierung auf Plattformebene auf der PS5 zu sehen - die Technologie ist extrem beeindruckend und hat sich bereits auf den Xbox-Konsolen bewährt.

Zurück zur Nioh Collection: Die Ladezeiten - sofern vorhanden - sind außergewöhnlich beeindruckend, bis zu dem Punkt, an dem beide Titel so schnell laden, dass es sich fast wie bei einer Cartridge anfühlt. Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht gegenüber den Last-Gen-Konsolen und sogar eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Last-Gen-Code, der über die Abwärtskompatibilität auf der PS5 läuft. Es ist eine weitere Verfeinerung des schön verbesserten Spiel, eines, bei dem ich euch empfehle, es einmal auszuprobieren. Und noch eine Sache für Fans der physischen Disc: Die Nioh Collection ist komplett auf der Blu-Ray enthalten, mit einer Disc pro Spiel und ohne zusätzliche Downloads, um das volle Erlebnis zu bekommen. Schön.

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Über den Autor:

John Linneman

John Linneman

Senior Staff Writer, Digital Foundry  |  dark1x

An American living in Germany, John has been gaming and collecting games since the late 80s. His keen eye for and obsession with high frame-rates have earned him the nickname "The Human FRAPS" in some circles. He’s also responsible for the creation of DF Retro.

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