Die Siedler: Aufbruch der Kulturen

Auf Dauer wird's mauer

Riecht Ihr das? Riecht Ihr diese würzige, wohlige Briese? Es liegt ganz offensichtlich ein Hauch Nostalgie in der Luft. Oh ja, man kann es förmlich erschnuppern. Es weht ein leichter Dunst von ausgetretenen Pfaden und schwer arbeitenden Menschen herüber, ein wenig vermischt mit dem Geruch von wehenden Fahnen. Da kann sich auch die verstopfteste Nase nicht irren, es duftet unverkennbar nach Die Siedler II. Doch... ist das etwa... ein fremder Geruchspartikel? Kann das wirklich sein?

Ja, es kann. Denn nachdem das Remake des Klassikers unter dem Titel Die Siedler II – Die nächste Generation vor knapp zwei Jahren für positive Schwingungen in der Szene der Aufbaustrategen sorgte, bekamen die alten Tugenden der Serie für Ubisoft ein ganz neues Gewicht. Einige Kalkulationen und einen gezielten Schlag später sind die fleißigen Siedler in zwei Lager gespalten.

Auf der einen Seite befinden sich die etwas nüchternen Evolutionisten, mit denen man die Reihe weiter vorantreiben und neue Konzepte erarbeiten möchte, während auf der anderen Seite die Traditionalisten klein, knubbelig und zufrieden zu den Wurzeln der Erfolgsgeschichte zurückkehren sollen. Die Siedler: Aufbruch der Kulturen ist nun der erste Ableger dieser Traditionssparte und soll das kultige Spielprinzip von Die Siedler II mit dezenten Änderungen und Ergänzungen verfeinern.

1
Der Bergbau boomt, eine hübsche Opferung liefert die nötige Nahrung.

Tatsächlich bekommt man in den ersten Spielminuten aber nicht viel von dieser Auffrischung mit. Alles scheint wie gehabt. Hier und dort werden kleine Fahnen in den Boden gerammt, Fußwege eingerichtet und Bauaufträge innerhalb der eigenen Grenzen platziert. Kaum ist das essentielle Straßennetz angelegt, beginnen die emsigen Arbeiter aus dem Haupthaus zu strömen. Sie schleppen die Waren wie gewohnt von einem Flaggenposten zum nächsten und klopfen mit ihren Hämmerchen Stück für Stück die Bauwerke aus dem Boden. Dann schlägt plötzlich die Erkenntnis zu. Kruzifix, diese Männlein sind ja gar nicht die bekannten Römer, das sind Bayern. Und als waschechte Bajuwaren haben die virtuellen Kerle natürlich so ihre Eigenheiten.

In der Brauerei wird somit zünftiges Weißbier hergestellt und neben den obligatorischen Lebensmitteln wie Fleisch und Fisch, ernährt sich das Völkchen selbstverständlich von leckeren Brezeln. Zudem gehören auf das Laugengebäck ordnungsgemäß ein paar weiße Gewürzkörner, weswegen man prompt das Salz als neue Ware eingeführt hat. Dieses lässt sich von findigen Geologen im Gebirge aufstöbern und durch Bergwerke zu Tage fördern. Es ist folglich kein Wunder, dass sich der Warenstammbaum der Bayern ein kleines bisschen von den ursprünglichen Abhängigkeiten unterscheidet.

2
Selbst in der wüste ziehen die zähen Schotten ihr Ding durch.

Doch damit ist nicht genug. Auch die beiden anderen Völker, die Schotten und die Ägypter, siedeln nun im Einklang mit ihrer Kultur. Die berockten Männer züchten beispielsweise freilaufende Schafe, aus denen entweder gepökeltes Fleisch gemacht wird oder beim Weber Kilts für das schlagkräftige Militär gefertigt werden. Die Ägypter hingegen haben ganz andere Sorgen. Da das Holz bei ihnen Mangelware ist, greifen sie zum Gebäudebau vor allem auf Lehm zurück. Der klumpige Matsch wird mit viel Wasser hergestellt und in einer Ziegelei zu handlichen Paketen geformt. Außerdem verfügen die Jungs vom Nil über wahre Manpower und setzen auf viel genutzten Wegen gleich zwei Träger zum schnelleren Warentransport ein. Auf solche Ideen kommen die Schotten gar nicht erst, sie begnügen sich mit den einfachen Trampelpfaden.

Durch solche Besonderheiten spielen sich die drei Völker zwar nicht grundverschieden, haben aber in jedem Fall einen eigenen Charakter und durch das individuelle Erscheinungsbild entsprechendes Flair. Allen steht jedoch der neue Opferaltar zur Verfügung. An dem spirituellen Ort könnt Ihr auf hilfreiche Wunder zurückgreifen, indem Ihr entsprechende Gaben vorbereitet und den sprichwörtlichen Karren auf diese Weise in vielen Notsituationen elegant aus dem Dreck befördern.

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Steffen Salomon

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