Die Switch verändert "unsere Denkweise" für Story of Seasons: Pioneers of Olive Town

Sagt Director Hikaru Nakano.

Eine neue Plattform bietet Entwicklern und Entwicklerinnen im Normalfall einige neue Möglichkeiten. Moderne Technik öffnet zugleich die Türen in Spielen für größere Welten, bessere Grafik und vieles mehr. Ähnlich läuft es bei Story of Seasons, das mit Pioneers of Olive Town als erster neuer Hauptteil der Reihe den Sprung auf die Nintendo Switch macht, nachdem zuvor das Remake von Harvest Moon: Friends of Mineral Town unter dem Namen Story of Seasons: Friends of Mineral Town erschien. Es ist ein Plattformwechsel, der die Denkweise des Teams verändert.

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Der Wechsel hin zur Switch und die Entwicklung des ersten größeren Teils der Reihe dafür ermöglicht nach Angaben von Hikaru Nakano, Director des Spiels, vor allem "große visuelle Verbesserungen". Ebenso gibt er zu bedenken, dass die Wurzeln der Serie weit zurückreichen: "Die Serie wurde hauptsächlich auf tragbarer Hardware entwickelt, wobei verschiedene Elemente des Spiels innerhalb der Game-Boy-Ära entwickelt wurden", antwortet er mir. "Da die Switch diese großartige Fähigkeit hat, sowohl tragbar als auch stationär zu sein, brachte sie uns auf den Gedanken, dass wir unsere Denkweise ändern und ein neues Spiel für sie entwickeln müssen."

Der Pionier-Aspekt in Story of Seasons

Das Ergebnis ist Pioneers of Olive Town, bei dem Nakano den "Pionier-Aspekt" als Hauptmerkmal des Spiels sieht. "Die Farm in Olivingen ist in einem Wald angesiedelt, und indem man ihn bewirtschaftet, kann man das nutzbare Land erweitern und verschiedene Dinge entdecken", betont er. "Das heißt aber nicht, dass man das muss - man kann Teile des Waldes behalten oder ihn komplett kultivieren; es geht darum, dass der Spieler entscheiden kann, ob er ihn kultiviert und in welchem Umfang."

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Eure anfängliche Hütte in Story of Seasons.

Ein Spiel, dem es ähnlich wie zum Beispiel Animal Crossing: New Horizons gelingen könnte, die Spieler und Spielerinnen in Corona-Zeiten vom Alltag abzulenken? "Ja, das hoffe ich", sagt Nakano dazu. Das Entwicklerteam von Story of Seasons war früher für die Harvest-Moon-Reihe verantwortlich, hat im Farming-Bereich somit schon einiges hinter sich. Danach befragt, wie das Team nach all den Jahren noch auf neue Ideen kommt, antwortet er: "Ich denke, dass jedes Spiel die Ideen der Produzenten, Direktoren und jedes Mitglieds des Entwicklungsteams am besten genutzt hat. Wenn ich involviert bin, versuche ich immer, mich auf die Themen zu konzentrieren, die die Säulen der Serie sind. Von dort aus unterteilen wir jedes Element in Zweige und diskutieren verschiedene Ideen."

Kein Wort zur Konkurrenz

Mit Stardew Valley ist indes in den letzten Jahren ein neuer Konkurrent in diesem Genre herangereift. Da stellt sich doch die Frage, wie genau das Entwicklerteam diesen Mitbewerber im Auge hat - Konkurrenz belebt das Geschäft - und sich vielleicht sogar von manchen Features inspirieren lässt beziehungsweise ob sich das Team diese in einem Story of Seasons vorstellen könnte. Durchaus interessante Fragen, oder? Leider wollte Nakano darauf aber keine Antwort geben, sich lieber auf sein neues Spiel konzentrieren.

Auf eurer virtuellen Farm gibt es jedenfalls immer einiges zu tun, wenngleich Automatismen hier und da nicht verkehrt sind. Die Schwierigkeit ist, die richtige Balance zwischen diesen und zu viel Arbeit für den Spieler oder die Spielerin zu finden: "Im Allgemeinen denke ich, dass alle Arbeiten auf der Farm manuell erledigt werden sollten, da es wichtig ist, zu erfahren, wie das sein würde", findet er. "Allerdings denke ich, dass die Methoden, die im Spiel verwendet werden, eher für einen Garten als für eine Farm geeignet sind, daher suche ich nach Möglichkeiten, dies zu entwickeln. Zum Beispiel versuchen wir, einige Automatismen einzubauen."

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Auch für Nachwuchs könnt ihr sorgen.

Im Zentrum von Story of Seasons stehen für Nakano drei Dinge: "Ich glaube, dass die grundlegendsten Teile des Spiels, wie die Aufzucht von Tieren, der Anbau von Feldfrüchten und die Interaktion mit den Dorfbewohnern, am wichtigsten sind", merkt er an. Und wie sieht es mit mehr Freiheiten für Spieler und Spielerinnen aus? "Ich denke, dass die Möglichkeit, eine Farm frei zu erstellen, in dem Sinne wichtig ist, dass man so viele Dinge tun kann, daher würde ich es den Benutzern in Zukunft gerne ermöglichen, noch mehr zu tun."

Inspiriert von echten Farmern

Bei der Entwicklung des Spiels verlässt sich das Team indes nicht nur auf die eigene Vorstellung des Farmerlebens: "Das wird zu meiner Standardantwort auf diese Frage, aber wir haben beides gemacht", sagt Nakano. "Vor dem Start der Entwicklung ging ich zu vielen Orten und unterhielt mich mit den Leuten. Da es auch viele Leute gibt, die tatsächlich Tiere züchten, nicht so sehr größere Nutztiere wie Kühe, sondern Hühner, bin ich auch zu Vorträgen und dergleichen gegangen. Ich denke, es ist wichtig, die echte Sache zuerst zu sehen, und dieses Spiel ist da keine Ausnahme (auch wenn es jetzt nicht einfach ist...). Man muss sich aber nicht auf die Realität fixieren - auch der Einsatz der Fantasie ist wichtig."

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Holt euch ein niedliches Haustier in eure Unterkunft.

Und wie ist es um die Zukunft der Reihe bestellt? Als Serie blieben Story of Seasons und davor Harvest Moon im Großen und Ganzen den Nintendo-Plattformen treu. Ob sich das ändern könnte und was das Entwicklerteam davon abhält, den Titel auf andere Plattformen zu bringen, darauf blieb Nakano ebenso eine Antwort schuldig. Ich deute das mal so, dass ihr eher nicht damit rechnen solltet und Pioneers of Olive Town der Switch vorbehalten bleibt.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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