Call of Duty: Black Ops auf Konsolen ist ein großartiges Spiel und in vielerlei Hinsicht ist die PC-Version sogar noch deutlich besser. Nachdem wir die PlayStation-3- und die Xbox-360-Versionen bereits durchgespielt hatten, fühlten wir uns vor dem dritten Durchlauf nach dem Konsolen-Face-Off etwas ausgebrannt. Glücklicherweise stellte sich unsere Rückkehr zu dem Titel als alles andere als mühsam heraus. Tatsächlich könnte man sogar sagen, dass wir uns das Beste bis zum Schluss aufgehoben haben. Sofern ihr über einen angemessen motorisierten PC verfügt, ist Black Ops auf PC eine unschlagbare Erfahrung.

Das Beste daran ist, dass wir das Spiel hier ohne auch nur einen der Kompromisse spielen können, die für die Konsolen-Versionen eingegangen werden mussten. Abgesehen von den optischen Verbesserungen fügt die Möglichkeit, das Spiel mit Maus und Tastatur zu spielen, dem Titel eine zusätzliche Dimension hinzu, weil sie eure Genauigkeit gegenüber dem Joypad natürlich erhöht. Es gibt allerdings auch Joypad-Unterstützung, wodurch die Kontrollen praktisch identisch zur Xbox-Version werden. Einige kleinere Dinge nerven jedoch, etwa die Notwendigkeit, auf die Maus zurückzugreifen, wenn man durch die Menüs navigiert.

In dem Black-Ops-Face-Off haben wir bereits über die "gefühlten 60 FPS" gesprochen. Der Effekt, dass sich das Spiel weit flüssiger und reaktiver anfühlt als die typischen 30-FPS-Shooter, obwohl die Performance sehr wohl fluktuiert. Wir sprachen auch darüber, wie die CoD-Games sich oft für Sub-HD-Auflösungen entscheiden, um diesen Effekt zu erzielen. Die Xbox-360-Version läuft irgendwo im Bereich von 1040x609, während die PS3 näher an 960x544 Pixeln ist. Seither haben wir außerdem online Kommentare von Treyarch gelesen, wie schwierig es gewesen sei, alles auf eine DVD zu bekommen.

Durch die PC-Version haben wir die Möglichkeit, ein "Was-wäre-wenn-Experiment" durchzuführen. Wir können die besten Texturen verwenden und das Spiel in nativem 720p laufen lassen, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie Black Ops aussähe, wenn die Konsolen nur ein bisschen mehr Speicher und Prozessorpower hätten. Es erlaubt uns außerdem, die Unterschiede zwischen der PS3- und 360-Version besser in einen Kontext zu setzen, was die unterschiedlichen Sub-HD-Auflösungen und die Auswirkungen auf die Qualität der allgemeinen Präsentation angeht.

Der Unterschied ist ziemlich bemerkenswert. Es ist klar, dass die PS3-Ausgabe mit der niedrigsten Auflösung der drei Spiele läuft, aber es ist ebenso offensichtlich, dass der Satz bis zur Xbox-360-Auflösung nicht annähernd ein so großer ist wie der Sprung zu nativem 720p. Ebenso bemerkenswert ist, dass ein großer Anteil der Rendering-Bugs, die bei den Konsolen-Versionen zu beobachten waren, in der PC-Version behoben sind.

Über die Vorteile der erhöhten Auflösung hinaus sehen wir auch andere Boni, die für die PC-Version sprechen: Die Schatten haben mehr Samples, die Beleuchtung scheint mit höherer Präzision zu arbeiten und auch Partikel werden in den Leveln großzügiger eingesetzt.

Natürlich kann der PC auch weit mehr als 720p fahren. Dieser Tage ist das absolute Minimum im Grunde 1280x1024 – die Standard-Auflösung für ein und spektakuläres Standard-LCD-Display mit einem 5:4-Seitenverhältnis. Mit unserem i7 auf 2,66 GHz und der Macht einer NVIDIA GTX 480 konnten wir das Spiel bei 1080p mit allen Einstellungen auf Maximum laufen lassen und sogar ein 16x MSAA (!) anwenden. Während die Unterschiede von Konsolen- und PC-Version bei 720p schon substanziell sind, nimmt das Spiel bei höheren Auflösungen eine vollkommen neue Dimension an, in der die verbesserten Grafiken wirklich glänzen können.

Schon Modern Warfare 2 bot im letzten Jahr die Option, Texturen mit "extra" hoher Qualität zu aktivieren, was für noch mehr Detailfreude sorgte. Diese Option wird in Black Ops erneut geboten, allerdings ist der Grad, um den sich die Grafikqualität dadurch verbessert, bedeutend höher als zuvor.

Abgesehen von gelegentlichen Glitches erlaubten uns diese Einstellungen, 60 FPS beizubehalten - und hier zieht einem die gewaltige Kluft zwischen PC und Konsolen wirklich die Schuhe aus. Die Black-Ops-Kampagne sieht auf Konsole anständig aus, aber auf dem PC verschwören sich Auflösung, solidere Bildrate und Erhöhung der Artwork-Qualität zu einem Erlebnis, das die Konsolen-Versionen unangespitzt in den Boden rammt.

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Über den Autor:

Richard Leadbetter

Richard Leadbetter

Technology Editor, Digital Foundry

Rich has been a games journalist since the days of 16-bit and specialises in technical analysis. He's commonly known around Eurogamer as the Blacksmith of the Future.