Dragon Age: Origins - Awakening • Seite 2

Guten Morgen, liebe Sorgen!

Mit dem sarkastischen, abtrünnigen Magier Anders (dessen meisterliche Fluchtfähigkeiten nur von seinem Talent übertroffen werden, sich doch wieder von den Templern einfangen zu lassen) und dem bierernsten Schurken Nathaniel Howe (Sohn des Mörders eurer Familie, wenn ihr DAO als „Menschlicher Adliger" gespielt habt) stellt euch das Spiel seine interessantesten Begleiter gleich zu Anfang an die Seite.

Erneut nicht mein Fall ist der kämpfende Saufzwerg (saufender Kampfzwerg?) Oghren, der als einzige Figur aus dem Hauptspiel den Weg in eure Party findet. Zum Glück schließt sich euch im Sumpf mit „Justice" einer der besten Dragon-Age-Charaktere an, der Oghren bei Bedarf schlagfertig ersetzt. Der im Körper eines Grauen Wächters gefangene Geist der Gerechtigkeit ist nicht eben für seine moralische Flexibilität bekannt, was für einige interessante Zwickmühlen sorgt.

Den Rest vom Cast - Zwergen-Schurkin Sigrun und Dalish-Magierin Velanna - habe ich links liegen lassen, aber das kann auch an meinen persönlichen Präferenzen liegen. Euren eigenen Charakter importiert ihr auf Wunsch übrigens komfortabel anhand eures letzten DAO-Spielstandes in Awakening. Das funktioniert selbst dann, wenn ihr das Hauptspiel noch nicht durchgespielt habt, aber warum sollte man dann schon das Add-On spielen?

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... die 'Kinder' landen hingegen ein Stück weiter unten.

Wem die Verteilung der Talente eines Kameraden übrigens nicht gefällt oder sich in eine Sackgasse gelevelt hat, der lässt beim Händler in der Burg sechs Goldmünzen für ein „Handbuch der Konzentration" springen und modelt dann durch die komplette Neuverteilung aller Attribute zum Beispiel einen Tank in einen formidablen Damage-Dealer um oder macht aus einem Formwandler (die eh keiner braucht) einen Blutmagier, wenn ihm oder ihr denn der Sinn danach steht.

Die für ein Rollenspiel üblichen Verbreiterungen des Spiel-Chassis in Form der Erhöhung des Level Cap auf 35, der vielen neuen Zauber und Talente, die die taktischen Grauzonen der Kampf-Engine geschickt abdecken, und Ausrüstungsgegenstände der neuen Stufen 8 und 9 sind ebenfalls aus gutem Grund vorhanden und gut implementiert. Nichts fühlt sich lieblos eingestreut oder willkürlich an, auch wenn ich selten den Drang verspürte, alle der insgesamt sechs neuen Klassenspezialisierungen auch auszuprobieren. Für Tüftler trotzdem interessant.

Mein größtes Lob gilt aber der Burg Vigils Wacht, die Gegenstand einiger Entscheidungen taktischer-moralischer Natur ist, die sich zugleich sehr einschüchternd und überaus bemächtigend anfühlen können. Immerhin seid ihr der Regent über diese Lande und habt demzufolge die Ressourcen zu verteilen. Nun stellen sich gleich mehrere Fragen: Schützt ihr mit euren wenigen Soldaten die Bauern auf den Ländereien oder entsendet ihr eine kleine Armee zum Schutz der Hauptstadt Amaranthine? Besorgt ihr dem Baumeister die Zutaten und Ressourcen für stärkere Burgmauern? Und stellt ihr Kräfte zum Bewachen der Erzvorkommen ab, die ihr auf euren Reisen findet, damit euer ansässiger Schmied eure Truppen besser ausrüsten kann?

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Zuhause ist es doch am schönsten.

Hier trefft ihr einige der subtilsten und schwierigsten Entscheidungen, die teils gravierende Auswirkungen auf den Ausgang der Geschichte haben. Wählt also weise! Insgesamt hätte man zwar eure Leistungen die Burg betreffend für den Spieler deutlicher sichtbar machen können, trotzdem findet man hier die schönste Neuerung des lohnenswerten Zusatzpakets.

Dragon Age: Origins macht die allermeisten Dinge also erstaunlich richtig und ergänzt Welt und Regelwerk des besten Rollenspiels der letzten Jahre auf unvergleichlich routinierte Art und Weise. Im Grunde ist mein einziger echter Kritikpunkt nur, dass sich der Storybogen letzten Endes trotz aller Stärken doch eben „nur" wie ein Add-On anfühlt. Alles passiert etwas schneller, ansatzloser und geraffter als im Hauptspiel und ist dann auch recht flugs wieder vorbei. Hier hat man das Gefühl, dass das Spiel mit seiner insgesamt sehr befriedigenden und großen Geschichte ein bisschen unbequem in das Erweiterungsformat eingepasst wurde. Auf etwas mehr Umfang verteilt, hätte sie deutlich mehr Drama entfalten können.

Egal – allein, dass ich im vorletzten Satz ohne mit der Wimper zu zucken „Spiel" gesagt habe, vermittelt ja schon eine gute Idee davon, wie sehr ich Awakening für voll nehme. Und ich bin sicher, euch wird das genau so gehen.

9 /10

Awakening erscheint am 18. März auf PC und Xbox 360 als Ladenversion und als Download, während sich PS3-User im PSN lediglich eine digitale Variante herunterladen können.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel. test

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