Earth Defense Force: World Brothers - neuer Look für eine neue Zielgruppe

Wenn die Welt in Stücke gesprengt wird.

Wie sieht für euch die Definition eines schlechten Tages aus? Nun, am Ende ist er aller Wahrscheinlichkeit nicht so schlimm wie der, den die Menschheit in Earth Defense Force: World Brothers erlebt. Hier taucht unvermittelt eine neue Bedrohung namens Dark Tyrant mit sechs Mutterschiffen über unserem schönen, blauen Planeten auf, den wir nicht mit dem Respekt behandeln, den er verdient hätte. Ein koordinierter Angriff dieser Schiffe sorgt dafür, dass die Welt in Einzelteile zerbricht, die fortan am Weltraum schweben. Nationen und Regierungen gibt es nicht mehr, die einstige EDF ist ausgelöscht. Kurz gesagt: we're fucked.

Was nach Game Over oder einem fiesen Cliffhanger klingt, ist hier erst der Anfang. Denn natürlich ist nicht alles verloren. Und fragt nicht nach dem Sinn dahinter, warum es auf den kleinen quadratischen Teilen der Erde, die im All schweben und auf denen mal der Eiffelturm, mal eine Pyramide stehen, noch Sauerstoff oder Schwerkraft gibt. Das hier ist ein Videospiel, das muss keinen Sinn ergeben. Und wie gesagt, am Ende seid ihr es, der einmal mehr die Welt retten soll - oder das, was von ihr übrig ist.

Eine neue EDF muss in World Brothers her

Euer Auftrag ist ganz einfach: eine neue EDF aufbauen. Dazu rettet ihr nach und nach verschiedene Charaktere, angefangen in der ersten Tutorial-Mission, die die Entwickler neben anderen vor kurzem während einer Online-Präsentation zeigten. Der Protagonist dieser Mission, ein Soldat namens Urthda Fender kämpft sich durch eine Stadt, in der er es mit riesigen Ameisen aufnimmt, die von Gebäuden kommen oder sich über die Straßen eurer Position nähern. Die sind aber kein Problem für den Ranger, der sie mit seiner Waffe über den Haufen ballert. Okay, zugegeben, allzu viele Feinde sind das hier anfangs noch nicht. Aber das ändert sich später...

Rettet ihr einen anderen Charakter in einer Mission, hier zum Beispiel den Wing Diver, steht er euch sofort und später für weitere Missionen für euer Team zur Verfügung. Pro Einsatz sind bis zu vier Charaktere im Team möglich und über das D-Pad wechselt ihr ganz einfach zwischen denen hin und her, die ihr vor Missionsstart ausgewählt habt. Die, die ihr gerade nicht aktiv steuert, bleiben als NPCs auf dem Schlachtfeld. Abseits vom individuellen Aussehen haben sie alle eigene Spezialattacken und Waffen. Und rettet ihr die gleichen Figuren erneut in anderen Missionen - insgesamt gibt's 60 Einsätze - , erhaltet ihr für sie Skillpunkte und sie steigen im Rang auf.

Und Charaktere gibt es eine gaaaanze Menge. Die sind zum Teil an reale Länder angelehnt - und das definitiv mit einem Augenzwinkern. Da hätten wir zum Beispiel den Amigo Brother mit einem Sombrero, Poncho und Gitarre auf dem Rücken. Der Royal Brother sieht aus wie eine britische Queen's Guard, für Deutschland kämpft der GSG Brother um die Rettung der Überbleibsel der Erde. Dass die Tulip Sister in traditioneller, holländischer Tracht daherkommt, ist dann ebenso wenig überraschend. Hinter der Tracht steckt aber eine Menge Feuerkraft, ihre Waffe sprengt Teile aus Gebäuden oder legt sie komplett in Schutt und Asche. Mit ihrem Spezialangriff Ultra Windmill platziert sie indes eine kleine Windmühle auf dem Schlachtfeld, deren Flügel Windstöße in Richtung von Gegnern abfeuert. Herrlich.

Alle Charaktere, aber nicht alle Feinde

Das Ziel der Entwickler bestand darin, alle spielbaren Charaktere aus der EDF-Reihe in World Brothers unterzubringen, betont Game Producer Nobuyuki Okajima. Bei den Gegnern setzt das Entwicklerteam ebenso auf Vielfalt, wenngleich hier nicht alles geboten wird, das in der Reihe bisher auftauchte. "Weil es so viele Feinde gibt, konnten wir nicht alle aufnehmen", erklärt er. "Aber überwiegend sind die Hauptfeinde, die sehr einzigartigen und ikonischen Gegner aus früheren EDF-Spielen, in World Brothers dabei." Dazu zählt zum Beispiel der haushohe Sideros.

Von seinen Vorgängern hebt sich World Brothers vor allem durch seinen Grafikstil ab. Waren die Titel der Vergangenheit noch eher realistisch angehaucht - sofern man hier von Realismus sprechen kann -, setzt der neueste Teil auf Voxel-Grafik und einen blockigen Look, der eher an Minecraft erinnert. Was die alten Fans mitnichten abschrecken soll. Alles wirkt von außen betrachtet ein wenig verspielter, wenngleich das Gameplay im Kern ähnlich bleibt.

Earth Defense Force: World Brothers soll auch ein jüngeres Publikum ansprechen

"Wie du weißt, hat das EDF-Franchise eine lange Geschichte und wird von vielen Core-Gamern auf der ganzen Welt unterstützt", erläutert Okajima. "Wir nehmen das Feedback der Core-Gamer und Spieler immer ernst. Für diesen Teil wollten wir auch die neuen Spieler in den neuen Märkten ansprechen, vor allem die jüngeren. Wir haben viel Zeit damit verbracht, ein Konzept zu entwickeln und herauszufinden, was der beste Weg ist, um etwas ganz Neues auszuprobieren, ohne dabei die grundlegende Kernphilosophie, das Spieldesign und den Wert von EDF zu verlieren. Wir passen nur das Aussehen und das Gameplay an, um die neuen Spieler zu erreichen."

Alleine müsst ihr dieses Abenteuer nicht zwingend bestreiten. Neben dem Solo-Modus gibt's einen Koop-Modus, der sich lokal und via Internet spielen lässt. Hier sind bis zu vier Spieler mit jeweils vier Charakteren unterwegs, insgesamt habt ihr dann 16 Charaktere in einer Mission. Wie in der Kampagne steuert jeder Spieler einen davon aktiv, die anderen agieren eigenständig als NPCs. Auf der Switch gibt's die Möglichkeit, mit zwei Konsolen lokal zu spielen, die PS4-Version hat zudem einen Splitscreen-Modus zu bieten.

Spezielle Next-Gen-Versionen für Xbox Series X/S oder PlayStation 5 sind Okajima zufolge nach aktuellem Stand nicht geplant, wenngleich es sich auf der PS5 natürlich mittels Abwärtskompatibilität spielen lässt. "Es ist kompatibel und man kann mit Sicherheit eine höhere Leistung auf der PS5 erwarten", merkt er an. "Die Ladezeiten sollten viel kürzer sein." Was die Gameplay-Performance auf der Switch anbelangt, bewegt diese sich ihm zufolge nah an den anderen Versionen. Der einzige Unterschied ist, dass es je nach Region im Hintergrund ein wenig mehr Objekte oder Gebäude zu sehen gibt als auf den anderen Systemen, um diese ähnliche Performance zu gewährleisten.

Zwischendurch ein wenig unbekümmerten Spaß haben, ohne sich zu viele Gedanken über die realen Probleme dieser Welt zu machen? Earth Defense Force: World Brothers sieht exakt nach dem richtigen Spiel dafür aus. Was wahrscheinlich nicht heißt, dass es nicht auch anspruchsvoll sein könnte, wenn ihr es mit vielen Gegnern zu tun habt. So im Detail kann ich das aber noch nicht sagen, da ich es leider nur sehen, aber nicht selbst spielen konnte. Das, was ich sah, hinterließ indes den Eindruck eines unterhaltsamen Zeitvertreibs. Und wenn euch der Sinn danach steht, außerirdische Riesenameisen von Häuserdächern zu ballern... nun, wo außer hier bekommt ihr das?

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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