Erneute Joy-Con-Drift-Klage gegen Nintendo - diesmal aus Kanada

Ein weiterer Teil von Need for Speed: Joy-Con-Drift.

  • Erneut bekommt Nintendo Ärger wegen des Joy-Con-Drifts
  • Eine kanadische Kanzlei beantragte eine Sammelklage wegen defekter Controller
  • Man wirft Nintendo außerdem Täuschung und Vorsatz vor

Es ist wohl mal wieder soweit: Nintendo muss sich wohl erneut vor Gericht verantworten, denn eine weitere Sammelklage wegen Joy-Con-Drift droht aus einer kanadischen Anwaltskanzlei.

Über die Problematik mit den netten, bunten Nintendo-Controllern für die Switch haben wir ja schon mehrfach berichtet: In der Community gibt es immer wieder Beschwerden darüber, dass die mobilen Teile des Gamepads (die Joy-Cons) Bewegungen registrieren, obwohl keine vorgenommen wurden. Vor allem bei Platformern, Renn- oder Action-Spielen ziemlich nervig, wenn man mit dem Avatar mal munter in den Abgrund hüpft, obwohl man ihn gar nicht reingesteuert hat.

Weitere rechtliche Schritte kommen diesmal von der Anwaltskanzlei Lambert Avocat aus Montreal. Diese beantragt nun die Genehmigung einer Sammelklage gegen Nintendo wegen defekter Joy-Con-Controller - bereits nach elf Monaten Gebrauch. Selbst nach einer Reparatur tauchten die gleichen Drift-Probleme nach kurzer Zeit offenbar schon wieder auf.

Insgesamt war Nintendo bei diesem Thema immer wieder in der Kritik. Man warf dem Unternehmen nicht nur die Verschleißerscheinungen vor, sondern auch, dass mögliche Probleme mit den Joy-Cons eigentlich schon vorher bekannt gewesen waren, man sie aber mutwillig in Kauf genommen und die Verbraucher nicht richtig darüber informiert hätte. Auf diese Argumentation setzt nun auch Lambert Avocat erneut in dieser Sammelklage.

Die zukünftigen Probleme an den Joy-Cons wären vor einem Kauf nicht absehbar und für viele überraschend gewesen. Joy-Cons sind schließlich auch nicht unbedingt billig, wenn man sie häufig ersetzen muss - mindestens 60 Euro muss man für ein Zweier-Set schon mindestens hinlegen. Das erscheint vielen zu viel für ein so unsicheres Produkt, das sich schnell verschleißt.

In der vorläufigen Version der Sammelklage heißt es, man ziele darauf ab, "eine Entschädigung für alle Verbraucher in Québec zu erhalten, die nach dem 1. August 2017 die Spielsysteme Nintendo Switch und Nintendo Switch Lite sowie die Joy-Con- und Nintendo-Switch Pro-Controller gekauft haben".

2017 kam die mobile Nintendo-Konsole nämlich erstmals auf den Markt - offenbar gibt es bereits seit dem Launch Meldungen von Joy-Con-Problemen. Mit zunehmender Kritik aus der Community und dem ersten größeren Versuch einer Sammelklage rückte dieser Vorwurf 2019 aber stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. Im Sommer letzten Jahres kam es dann erstmals zu einer offiziellen Entschuldigung von Nintendo-Präsident Shuntaro Furukawa für "etwaige Unannehmlichkeiten."

Die Klagen von verschiedenen Quellen blieben aber trotzdem nicht aus. Gerichte weltweit, zum Beispiel in Seattle oder Paris, hatten nach dem Nintendo-Statement im Herbst 2020 trotzdem Schritte gegen das Unternehmen eingeleitet. Eine nette Entschuldigung bringt vielen schließlich auch ihr Geld nicht zurück. Es bleibt also spannend, wie die ganze Sache für das Großunternehmen ausgehen und welche Maßnahmen Nintendo ergreifen wird.

Wie geht es denn euch mit den Switch-Controllern? Hattet ihr schon ähnliche Joy-Con-Probleme oder bliebt ihr bisher davon verschont?

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Über den Autor:

Judith Carl

Judith Carl

News Redakteurin

Die Neue bei Eurogamer. Adventure-Freak und Fan von guten Geschichten. Begeisterte Sängerin. Mag Rollenspiel, Podcasts und Trashfilme.

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