Es stimmt: Eine gecrackte Version von Resident Evil Village läuft deutlich besser als mit DRM

Update: Capcom stellt Patch in Aussicht.

Update vom 15. Juli 2021: Capcom hat sich zur Situation geäußert und teilt mit: "Das Team arbeitet an einem Patch, um die PC-Performance-Probleme zu beheben. Er sollte bald verfügbar sein - wir werden in Kürze weitere Details bekannt geben."

Ursprünglicher Artikel vom 15. Juli 2021: Die jüngsten Berichte über eine raubkopierte, DRM-freie, "gecrackte" Version von Resident Evil Village, die den Launch-Code von Capcom in Sachen Performance übertrifft, haben mich abwechselnd fasziniert und entsetzt. Ich kann akzeptieren, dass Anti-Piraterie-Maßnahmen eine Notwendigkeit sind, und ich kann ebenso akzeptieren, dass ihre Raffinesse heutzutage ein gewisses Maß an CPU-Leistung erfordert. Aber ein Spiel zu veröffentlichen, das aufgrund des DRMs Performance-Probleme hat, überschreitet eine rote Linie - das ist etwas, das ein Entwickler oder Publisher absolut nicht tun sollte. Und dennoch kann ich bestätigen, dass Resident Evil Village auf dem PC in seiner gecrackten Form flüssiger läuft als die fehlerhafte offizielle Version.

In der Tat löst der kompromittierte Code die beiden wichtigsten Performance-Probleme, die mein Kollege Alex Battaglia in seinem Resident Evil Village PC Tech-Review festgestellt hat. Erstens verursachen wichtige Animationen während des Kampfes - Feinde, die zurückweichen oder sich auf euch stürzen - spürbares Stottern innerhalb von Sekundenbruchteilen. Im ursprünglichen Test haben wir mit 60 Bildern pro Sekunde gespielt und festgestellt, dass das Stottern bis zu 66ms - vier Frames - betragen kann, aber bei nicht begrenzter Bildrate konnte ich feststellen, dass es dann sogar bis zu 130ms betragen kann. Das ist ein Kernproblem, zumal es wenig überraschend ist, dass das Erschießen von Zombies ein wichtiger Bestandteil dieses Survival-Horror-Shooters darstellt. Das zweite Problem betrifft Begegnungen mit den Töchtern von Lady Dimitrescu - bei deren Ankunft im Spiel es zu massivem, anhaltendem Framerate-Stottern kommt. Keines dieser Probleme taucht in den Konsolen-Versionen des Spiels auf.

Ein weiterer Blick auf die Performance von Resident Evil Village, der beweist, dass die gecrackte Version des Spiels besser läuft.

Bei der Wiederholung dieser Tests für diesen Artikel fiel mir auf, dass in den zwei Monaten seit der Veröffentlichung von Resident Evil Village auf PC nichts von Capcom unternommen wurde, um diese offensichtlichen Probleme zu beheben. Ich kann jedoch bestätigen, dass die gecrackte Version genau das tut, indem sie diese beiden Hauptprobleme der Performance behebt. In seinen NFO-Anmerkungen spricht der Hacker von zwei DRM-Systemen, die in Resident Evil Village zum Einsatz kommen: Denuvo und Capcoms eigene Anti-Piraterie-Technologie, die angeblich innerhalb von Denuvo sitzt und es noch weniger optimal macht. Die Anmerkungen deuten darauf hin, dass die CPU-lastigen DRM-Gegenmaßnahmen bei diesen Schlüsselanimationen einsetzen - was explizit auf den Kopierschutz als Ursache für die Performance-Probleme des Spiels hinweist.

Und jetzt kommt der Clou: Unabhängig davon, ob das Hacking-Team über die Ursache der Performance-Probleme im Bilde ist, ist es doch eine Tatsache, dass der Crack sie in allen von mir getesteten Szenarien behoben hat. Die Kämpfe laufen jetzt durchgängig flüssig und konsistent, ohne sekundenschnelles Stottern. Während es Vermutungen gibt, dass der Piraten-Version des Spiels einige Animationen fehlen könnten, laufen die Kämpfe gegen Lady Dimitrescus Töchter ohne plötzliches Ruckeln und Stottern ab. Die RE Engine wird genauso performant, wie man es sich erhofft - auf annähernd konsolenähnlichen Einstellungen mit aktiviertem Raytracing konnte ich auf einer RTX 3080 mit einer Bildrate zwischen 90fps und 160fps spielen.

Der Erfolg der raubkopierten Version bei der Lösung dieser seit langem bestehenden Probleme deutet auf zwei mögliche Szenarien hin: Erstens sehen die Hacker es ähnlich wie wir - es ist tatsächlich das DRM, das die Probleme überhaupt erst verursacht hat, und sie haben uns einen großen Gefallen getan, indem sie es entfernt haben. Und wenn die Hacker nicht ehrlich zu uns sind, ist die Alternative vielleicht noch bemerkenswerter: dass sie das Spiel auf eine Art und Weise optimiert haben, zu der Capcom in den letzten Monaten nicht bereit war.

Digital Foundrys ursprüngliches Video zur PC-Version von Resident Evil Village.

Der Punkt ist, dass jede Rechtfertigung für die Integration von DRM nichtig ist, wenn eine raubkopierte Version des Spiels ein besseres Erlebnis bietet als eine gekaufte und bezahlte Kopie. Ich habe meine Erkenntnisse am Montagabend mit Capcom geteilt und um eine Stellungnahme gebeten und ich habe auch versucht, Denuvo für eine Antwort zu kontaktieren. Bis jetzt habe ich jedoch noch keine Antwort erhalten. Zum jetzigen Zeitpunkt bin ich jedoch der Meinung, dass Capcom seinen zahlenden Kunden eine Entschuldigung schuldet, aber noch wichtiger ist, dass sie dringend einen Patch veröffentlichen müssen, der die Probleme behebt und den offiziellen Code mit der Leistung der Piraten-Version in Einklang bringt.

Was bedeutet das am Ende für die, die das Spiel gekauft haben? Es ist nicht allzu schwierig, den Crack selbst zu finden, der mit dem Standarddownload von Steam funktioniert (aber anscheinend nicht mit bestehenden Spielständen kompatibel ist), aber das kann man kaum empfehlen. Ich habe gute Dinge über das RE Framework gehört, das angeblich die Stotterprobleme behebt und Verbesserungen der Lebensqualität wie einen Sichtfeld-Schieberegler einbaut. Ich konnte es nicht selbst testen - der injizierte Code schien das Erscheinen von Eingabeaufforderungen zu verhindern, was ein Vorankommen im Spiel unmöglich machte. Andere berichten jedoch, dass es funktioniert. Es ist schwer vorstellbar, dass eine Mod das DRM des Spiels manipulieren würde, also gibt es vielleicht einen Weg, dieses Problem zu lösen, ohne auf Raubkopien zurückzugreifen. Es gibt auch Gerüchte über fehlende Animationen bei der gecrackten Version, was aber nicht auf diese Mod zutreffen würde.

Zu diesem Zeitpunkt liegt der Ball in der Hälfte von Capcom und ich hoffe, dass wir bald eine Reaktion und eine positive Maßnahme sehen werden - und wir werden euch auf dem Laufenden halten, wenn es soweit ist.

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Über den Autor:

Richard Leadbetter

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Technology Editor, Digital Foundry  |  digitalfoundry

Rich has been a games journalist since the days of 16-bit and specialises in technical analysis. He's commonly known around Eurogamer as the Blacksmith of the Future.

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