F.E.A.R. 2: Reborn

Paxton is back

Unterm Strich war F.E.A.R. 2 eine Enttäuschung. Kein wirklich schlechtes Spiel, aber im Vergleich zu seinem Vorgänger zweitklassig. Vor allem die Konsolen-Fassungen präsentierten sich technisch unterirdisch und versauten mir regelrecht den Spielspaß. Etwas besser sah es auf dem PC aus, doch ohne wirklich Gameplay-Innovationen reichte es auch hier nur knapp zu einer 8/10. Bei diesen Genen ganz sicher kein Grund zum Jubeln.

Kein Wunder also, dass ich mir Sorgen um Monolith Productions mache. Eine der innovativsten Egoshooter-Schmieden der Neuzeit versinkt mehr und mehr in der Mittelmäßigkeit. Für mich, als Fan, eine Horror-Vorstellung.

Ja, mit ihren beiden SEGA-Produktionen, zwei indizierten Mysterie-Action-Games, gelang ihnen ein Achtungserfolg. Vor allem bei der Atmosphäre, ihrer Paradedisziplin, legt Monolith immer wieder die Messlatte ein ganzes Stück nach oben. Doch bei Gameplay und Grafik hinken die Amerikaner der Konkurrenz kräftig hinterher. Ein Trauerspiel, das sich auf Xbox 360 und PS3 auch beim DLC-Addon Reborn fortsetzt.

Insbesondere bei den Texturen haben Joypad-Jongleure das Nachsehen. Wer zu nah am Fernseher sitzt, bekommt die volle Pixelbreitseite. Einige Polygon-Tapeten schreien euch gar Xbox 1 entgegen. Auf dem PC sieht es dagegen deutlich besser aus. Im Vergleich zu Schwergewichten wie Call of Duty, Crysis oder Batman: Arkham Asylum zieht die abgegriffene Engine des Addons natürlich immer noch den Kürzeren, doch was Level Design angeht, hat sich Monolith wirklich Mühe gegeben.

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Mit einem Mech macht Tontaubenschießen doppelt so viel Spaß.

Zeitlich ist die Erweiterung während den Geschehnissen im Hauptprogramm angesiedelt. Ihr schlüpft in die Rolle eines Replica-Soldaten, der von Paxton Fettel, dem Bösewicht aus dem ersten Teil, manipuliert und verändert wird. Nach einer lauschigen Einstiegssequenz in einem Kampfroboter und dem gemeinsamen Kampf mit anderen Klon-Troopern gegen die Armacham-Sicherheitskräfte wechselt Replica 813 die Seiten. Er wird mit den obligatorischen Zeitlupen-Kräften ausgerüstet und zieht aus, seinen Meister zu befreien.

Neue Gegner oder Waffen sucht man leider vergeblich, dafür entführt euch die zwei, drei Stunden lange Erweiterung in umgestürzte Hochhäuser, zerstörte Laborkomplexe und abstrakte Visionen. Durch clevere Gegnerplatzierung, ungewöhnliche Szenarien und ein paar frisch inszenierte Schock-Momente kommt immer wieder Spannung auf. Reborn fungiert dabei als eine Art Best-Of des Hauptprogramms, liefert gewohnt knackige Zeitlupen-Kämpfe mit harten Gegnern und einen fiesen Cliffhanger. Große Überraschungen bleiben zwar aus, doch wer die Serie liebt, wird ganz sicher glücklich.

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Nicht nur für Musikfans: Statt Ein-, Umgestürzte Neubauten

Zeitgleich mit dem Addon veröffentlicht Monolith den schmerzlich vermissten Slow-Mo-Deathmatch-Modus aus dem Vorgänger. Kostenlos. Statt wie im Hauptprogramm auf Knopfdruck, müsst ihr in dieser spaßigen Multiplayer-Variante die Verlangsamung wie eine Waffe aufsammeln. F.E.A.R. 2 wird damit zwar nicht zum Call-of-Duty-Killer, aber zumindest hinsichtlich des Multiplayer-Gameplays bekommt der Titel damit ein Alleinstellungsmerkmal.

F.E.A.R. 2: Reborn reiht sich qualitativ nahtlos in das Meer der DLC-Erweiterungen ein. Für ca. 8-10 Euro ist der Shooter-Happen für Fans ganz sicher keine Fehlinvestition. Dank gewitztem Level-Design und gewohnt hervorragendem Gunplay amüsiert das Addon trotz wiedergekäuter Inhalte seine zwei bis drei Stunden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Nur bei der Technik müsst ihr besonders als Konsolenbesitzer wirklich beide Augen zudrücken.

Ok, ich bin ein Textur-Fetischist und bekomme bei aufgepixelten Polygon-Tapeten die Krise. Trotzdem ist es erstaunlich, was ein PC-Monitor, hochgeschraubte Details und saubere Spezialeffekte aus einer alten Engine herausprügeln. Im Gegensatz dazu herrscht auf Xbox 360 und PS3 Last-Generation-Feeling. Verwaschene Texturen, fiese Polygon-Kanten (PS3) und Mager-Auflösung werten auch Reborn deutlich ab. Das Ergebnis: Auf dem PC reicht es gerade noch für eine 7, während die Konsolen-Fassung sich mal wieder ein Stockwerk darunter platziert. Naja, besser als nichts.

PC:

7 /10

Xbox 360/PlayStation 3:

6 /10

F.E.A.R. 2: Reborn kostet 800 Microsoft Points auf XBox Live Arcade, 9,99 Euro im PSN und 7,99 Euro auf Steam.

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Über den Autor:

Kristian Metzger

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