FIFA 21: EA wehrt sich gegen Gerichtsurteil zu Lootboxen in den Niederlanden

Es droht eine Strafe von 10 Millionen Euro.

  • EA wehrt sich gegen ein Lootbox-Gerichtsurteil in den Niederlanden
  • Dem Publisher drohen bis zu 10 Millionen Euro Strafe
  • Es geht um Kartenpacks in FIFA 21

Electronic Arts will sich gegen ein Gerichtsurteil in den Niederlanden zum Thema Lootboxen zur Wehr setzen.

Bereits Mitte Oktober 2020 hat ein Gericht in Den Haag die niederländische Glücksspielbehörde KSA (Kansspelautoriteit) autorisiert, den Publisher mit einer Strafe von 10 Millionen Euro zu belegen.

Nach dieser Entscheidung, die am 15. Oktober 2020 getroffen wurde, hatte Electronic Arts drei Wochen Zeit, um Änderungen in FIFA 19, FIFA 20 und FIFA 21 in den Niederlanden vorzunehmen. Wenn das nicht passiert, muss EA 500.000 Euro Strafe pro Woche zahlen - bis hin zu einer maximalen Summe von 10 Millionen Euro.

Die niederländische Glücksspielbehörde hat Lootboxen für illegal erklärt, weil man sie eben als Glücksspiel betrachtet und EA keine entsprechende Lizenz dafür hat.

Unter anderem in FIFA können Spieler und Spielerinnen echtes Geld für Kartenpakete ausgeben, deren Inhalt vom Zufall bestimmt wird. Vorwürfe bezüglich dieser Pay-to-win-Struktur gibt es seit Jahren.

Vor der Veröffentlichung von FIFA 21 geriet EA in die Kritik, weil das Unternehmen Mikrotransaktionen in einem Spielzeugkatalog beworben hatte.

Dem Analysten Piers Harding-Rolls zufolge beschert FIFA dem Publisher jährlich einen Umsatz von rund 2 Milliarden Dollar, der Großteil davon werde durch Verkäufe im Ultimate-Team-Modus erzielt.

Im Jahr 2018 hatte zuvor eine Studie der KSA gezeigt, dass es möglicherweise einen Zusammenhang zwischen Spielen mit Lootboxen und der Entwicklung einer Glücksspielsucht gibt. Daher hatte man mehrere Unternehmen aufgehört, Veränderungen in Spielen vorzunehmen, Electronic Arts tat das nicht.

"Spieler auf der ganzen Welt erfreuen sich seit vielen Jahren an FIFA und dem FIFA-Ultimate-Team-Modus, und daher sind wir enttäuscht über diese Entscheidung und darüber, was sie für unsere niederländische Community bedeuten könnte", teilt der Publisher in einem Statement gegenüber Eurogamer mit. "Wir sind nicht der Ansicht, dass unsere Produkte und Dienstleistungen in irgendeiner Weise gegen Glücksspielgesetze verstoßen. Wir legen gegen diese Entscheidung Berufung ein und versuchen, eine Situation zu vermeiden, die die Möglichkeit der niederländischen Spieler beeinträchtigt, FIFA Ultimate Team in vollem Umfang zu erleben und zu genießen."

"Electronic Arts ist dem positiven Spielen zutiefst verpflichtet. Wir versuchen, allen unseren Spielern Wahlmöglichkeiten, Fairness, Wert und Spaß in all unseren Spielen zu bieten. Wir sind weiterhin offen für Gespräche mit der niederländischen Glücksspielbehörde und anderen Interessengruppen, um Lösungen für etwaige Bedenken zu verstehen und zu erkunden."

Im Januar 2019 hatte der Publisher in Belgien auf Druck der Regierung den Verkauf von FIFA Points eingestellt. Zuvor hatte die dortige Glücksspielbehörde im September 2018 unter anderem Lootboxen in FIFA 18, Overwatch und Counter-Strike: Global Offensive als Glücksspiel deklariert. Im Zuge dessen nahmen Blizzard, Valve und 2K Games Änderungen an ihren Spielen vor, EA bis Januar 2019 nicht.

Eine europäisch einheitliche Entscheidung zu diesem Thema gibt es bisher nicht, nur in einzelnen Ländern wie Belgien und den Niederlanden gelten Lootboxen bisher als Glücksspiel. Zuletzt wurde deswegen auch in Kanada eine Klage gegen EA eingereicht.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

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Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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