Gothic 3: Kampfsystem-Tipps

Nützliche Hilfen für Einsteiger

Ergänzung zu unserem Testbericht und unseren Tuning-Tipps.

Das Bild ist uneinheitlich: während die einen Gothic-Käufer sich schnell mit der neuen Kampfsteuerung anfreunden konnten, klagen andere über Einstiegsprobleme. Häufig zu hören ist etwa Kritik an der Kampfstärke mancher Wildtiere sowie der Vorwurf, pausenloses Rechtsklicken führte in den Kämpfen eher zum Erfolg als taktisches Vorgehen. Wie bereits im Testbericht erwähnt, fand ich mich nach einer Einübungszeit gut zurecht mit dem neuen Kampfsystem. Um also den Spielern, die in Gothic 3 noch Probleme haben, den Einstieg in das grandiose Abenteuer etwas zu erleichtern, liste ich im Folgenden einige persönliche Tipps zu den Kämpfen auf. Habt Ihr weitere Tipps auf Lager? Schickt sie uns, wir erweitern die Liste natürlich gerne.

1 - Vermeidet eine zu frühe Spezialisierung auf Nahkampf

Der Held hat von Beginn an einen Bogen im Inventar, und dieser sollte auch genutzt werden! Vor allem manche Wildtiere (Wildschweine, Blutfliegen, etc.) sind in Gothic 3 aufgrund ihrer extrem hohen Angriffsfrequenz anfangs nur schwierig im Nahkampf zu besiegen. Mit dem Bogen hingegen sind auch kleine, flinke Gegner mit wenigen Schüssen erledigt. Spare also nicht mit Lernpunkten, und bringe zunächst die Fähigkeit „Jagdgeschick“ auf einen Wert über 150 - auch als späterer Schwertkämpfer! Das hat handfeste finanzielle Vorteile: Wer beim Jäger Jens in Kap Dun frühzeitig lernt, Wildtieren das Fell abzuziehen, hat im späteren Spiel deutlich weniger Geldprobleme. Felle, Häute und Krallen von seltenen Tieren erzielen bei allen Händlern einen hohen Verkaufspreis.

2 - Kampftaktik bei kleinen, flinken Tieren

Eigentlich realitätsnah: den Angriff eines kleinen und schnellen Tieres kann man mit einem klobigen Schwert nicht gut abwehren. Nicht einmal ein Schild hilft da, denn das schützt nur den Oberkörper. Ist erst einmal eine Mindestreichweite unterschritten, so klebt Euch das Wildschwein oder die Blutfiege unbarmherzig an den Beinen, bis Ihr im Dreck liegt oder die Flucht schafft. Als Level-10-Held ohne gute Rüstung und verbesserten Schwertkampfskills versucht Ihr am besten gar nicht, solchen Gegnern mit einem Schwert gegenüber zu treten. Da die Tiere so schnell zubeissen, helfen höchstens viele schnell aufeinander folgende Rechtsklicks (kurzer Stich) zur Abwehr, was bei manchen Spielern bereits zu Frusterlebnissen führte (Stichwort „Rechtsklick-Orgie“). Kleine Gegner sind in Gothic 3 oft schwieriger zu besiegen als große, langsame. Nehmt bei flinken Gegnern also gerade als Gothic-3-Einsteiger besser die Armbrust oder den Bogen. Außerdem wichtig: übt das richtige Pullen! (siehe Tipp 4). Experimentiert auch mit Waffen unterschiedlicher Reichweite, also z.B. Hellebarden statt Schwertern und Äxten.

3 - Kampftaktik bei großen, langsamen Tieren oder Humanoiden

Hier zeigt die neue Kampfsteuerung Stärken und Schwächen. Mit Rechts-Links-Kombinationen kann man aber jeden Gegnern gut in Schach halten. Die „Rechtsklick-Spam-Strategie“ mag am Anfang erfolgreich sein, aber persönlich bringt Euch das nicht weiter, denn Ihr braucht für die schwierigeren Monster später im Spiel reichlich Übung! Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und man tendiert oft dazu, den Weg zu gehen, der am einfachsten erscheint. Versucht trotzdem, auf Dauer-Rechtsgeklicke zu verzichten, und trainiert stattdessen an Eurem Klick-Timing! Beobachtet aufmerksam das Verhalten Eure Gegner! Bald werdet Ihr feststellen, dass Ihr genau einschätzen könnt, wann der Gegner z.B. zu einem starken Schwertschlag ausholt. Klickt dann kurz mit rechts, um ihn im Angriff zu unterbrechen. Taumelt er daraufhin ein Stück zurück, dann habt Ihr genug Zeit, selbst einen harten Schlag zu platzieren (langer Linksklick), der besonders viel Schaden anrichtet. Am Anfang das richtige Timing zu trainieren, nervt manchmal, da man den Spielstand öfter neu einladen muss. Auf lange Sicht lohnt es sich, denn nur mit Rechtsklicken kommt man später nicht sehr weit.

4 - Pullen einzelner Gegner aus größeren Gruppen

Wer World of Warcraft gespielt hat, kennt den Begriff „Pullen“. Gemeint ist das gezielte Herauslocken von einzelnen Gegnern aus größeren Gruppen. Wer diese Technik nicht beherrscht, wird in Gothic 3 Probleme haben. Beim richtigen Pullen nähert man sich einer Monstergruppe solange in kleinen Schritten, bis genau (!) ein Gegner die Witterung aufnimmt. Man erkennt das sehr einfach am Verhalten der Viecher: Sie drehen sich zum Spieler und knurren, fauchen oder ähnliches. Sobald der erste Gegner der Gruppe Euch gewittert hat, müsst Ihr sofort stehen bleiben, und einige Sekunden warten, bis er näher auf Euch zukommt. Vorsicht! Wer jetzt schon mit Bogen oder Armbrust angreift, hat schlechte Karten: alle Monster der Gruppe bemerken den Schuss, und greifen Euch als Rudel an. Klüger ist es, das einzelne Tier aus der Gruppe herauszuziehen, und abseits seiner Freunde zu erledigen. Geht dazu bei langsamen Gegnern einfach 20-30 Meter rückwärts, sobald er auf Euch zuläuft. Bei schnellen Ungetümen wie Wildschweinen dreht Ihr Euch am besten um, und sprintet ca. 10 bis 15 Meter mit der Shift-Taste. Dann dreht Ihr Euch einmal kurz um, und schaut, ob das Monster Euch weiterhin folgt. Rennt dann ein weiteres Stück zurück - und schon habt Ihr das Individuum von seinen Artgenossen isoliert! Jetzt könnt Ihr ihn recht einfach mit dem Schwert, der Hellebarde oder der Axt erschlagen. Die Pull-Taktik funktioniert in Gothic 3 über weite Strecken, und lässt sich mit etwas Übung auf jede Feindgruppe anwenden. Auch humanoide Gegner wie Orks oder Banditen, die dazu neigen, immer zu dritt oder zu viert auf den Spieler loszugehen, sind damit leicht zu bezwingen. Man lockt dabei zunächst drei oder vier aus der Gruppe, und läuft einfach so lange in kleinen Etappen von den Angreifern fort, bis sich die hintersten bereits wieder abwenden, und zu ihrem Lager zurücklaufen. Den letzten Verfolger könnt Ihr dann einfach umhauen. Bevor Ihr mit dem Pullen beginnt, ist es natürlich wichtig, sich den späteren Pull-Weg von Gegnern freizuräumen. Nichts ist blöder, als beim Pullen in ein Rudel Wölfe hinein zu laufen, das man vorher im Gebüsch übersehen hat!

5 - Gegnerischen Fernkampf-Attacken entgehen

Im Mittelteil des Spiels trefft Ihr häufig auf Gegner, die Euch mit Bogen oder Armbrust bekämpfen. Sowohl für Nahkämpfer als auch Jäger gibt es eine einfache Lösung, feindlichen Schüssen zu entgehen. Jäger bewegen sich einfach beim Zielen abwechselnd nach links und rechts (mit den rechts/links-Cursortasten). Eurer Treffergenauigkeit schadet das nicht, aber die Gegner treffen Euch kaum noch, da die K.I. Eure Seitwärtsbewegung nicht einberechnet. Die gegnerischen Bolzen und Pfeile fliegen also knapp an Euch vorbei, während Ihr einen Treffer nach dem anderen landen könnt! Als Nahkämpfer lauft Ihr einfach im Zick-Zack auf den Gegner zu. Mit demselben Effekt, dass deren Geschosse Euch knapp verfehlen. Erst wenn Ihr direkt vor dem Kontrahenten steht, kann er ein oder zwei Treffer auf Euch landen. Aber dann ist es schon zu spät für ihn ...

6 - Arena-Kämpfe leicht gemacht

Kaum übertritt man den äußeren Rand der Arena, hat man das Duell schon verloren. Das nervt! Die richtige Taktik in Arena-Kämpfen ist daher, sich nicht in der Mitte, sondern am Rand der Arena aufzustellen. Der Gegner kommt nach Kampfbeginn ohnehin von alleine auf Euch zu. Sobald er an Euch dran ist, könnt ihr vier bis fünf Schwertschläge anbringen. Kurz bevor ihr dann den gegenüberliegenden Rand der Arena erreicht habt, müsst Ihr Euch um 180° um die eigene Achse drehen, und – am besten mittels Shift-Tasten-Sprint – wieder zu Eurem Ausgangspunkt zurück laufen. Vorsicht – lauft dabei nicht zu weit! Danach beginnt das Prozedere von vorne, und Ihr könnt wieder vier oder fünfmal ordentlich zuschlagen, bevor Ihr wieder kehrt machen müsst. Übt das ein paar mal, und alle Arenen Myrtanas gehören danach Euch!

7 - Richtiger Umgang mit dem Bogen

Pfeile und Bolzen beschreiben in Gothic 3 genau wie in der Realität eine ballistische Bahn. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Art, wie Ihr zielen müsst. Nur bei sehr nahen Gegnern muss die kleine V-Markierung genau vor dem Ziel stehen, um einen Treffer zu landen. Bei weiter entfernten Gegnern müsst Ihr das kleine V einige Pixel über dem Kopf des Gegners platzieren, damit Ihr ihn trefft. Das Spiel hilft Euch sogar dabei: die Größe des Zielmarkierung verändert sich je nach Trefferchance. Je größer das V ist, wenn Ihr abdrückt, umso höher ist Wahrscheinlichkeit, dass der Schuss im Ziel landet.

8 - Schwierigkeitsgrad vorübergehend herunterregeln

Für jeden Spieler gibt es Gegner, an denen er sich fast die Zähne ausbeißt. Das vorübergehende Herunterregeln des Schwierigkeitsgrades von „Mittel“ auf „Einfach“ ist keine Schande. Genial bei Gothic 3: man kann die Einstellung jederzeit während des Spiels verändern. Kommt Ihr also an eine Stelle, die Euch besonders frustriert, so reduziert die Schwierigkeit einfach für den Kampf auf „Einfach“, und geht nach dem Kampf wieder auf „Mittel“ hoch.

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Über den Autor:

Thomas Borovskis

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