Halo 3: ODST • Seite 2

Das verkappte Add-On

Grafisch lässt Halo 3: ODST inbesondere in Kenia seine Muskeln spielen. Auch wenn der Titel technisch nicht ganz mit der Konkurrenz mithalten kann, schmeichelt das hervorragende Art Design geplagte Spieleraugen. Alles wirkt wie aus einem Guss. Jeder Charakter wurde liebevoll konstruiert und der Detailgrad angehoben. Störend wirken nur die auf den ersten Blick zu niedrige Auflösung und die harten Polygon-Kanten.

Ein weiterer Grund, sich verletzlich zu fühlen: Die ODST besitzen keine dicken Kampfanzüge, die mittels Energie-Schild jede Menge Feuer aushalten. Auf den ersten Blick gibt es einen einfachen Lebensenergie-Balken, der wie in der Shooter-Steinzeit mit Erste-Hilfe-Paketen auf Vordermann gebracht werden muss. Doch Bungie schummelt: Bevor der Balken schrumpft, wird erst einmal für ein paar Schüsse der Bildschirm rot. Ihr besitzt praktisch einen Mini-Energieschild, der euch aber zu einer deutlich vorsichtigeren Vorgehensweise als bei Halo 3 zwingt.

Auch der Einsatz von zwei Waffen gleichzeitig und den Spezialgeräten (Schutzschild, EMP-Granate, Schadensverstärker) aus dem dritten Teil wurde wegrationalisiert. Über weite Strecken versprüht Halo 3: ODST so Halo-1-Retro-Charme. Nur beim Story-Aufbau wagt Bungie einen Schritt nach vorne. Die Erlebnisse des Rookies finden im relativ offenen Stadtzentrum von New Mombasa statt. Eure Aufgabe: Ihr müsst herausfinden, was mit euren Kameraden passiert ist. Sie im Notfall retten oder beerdigen.

Erzählt werden ihre Geschichten als Rückblenden. Ihr findet eine zerstörte Gauss-Kanone, einen vernichteten Helm, einen abgestürzten Jäge oder die Abdeckung einer Sprengkapsel. Daraufhin werdet ihr in die Haut des Squad-Mitglieds versetzt und erlebt eine relativ lineare Geschichte.

Die Atmosphäre wird dabei auf den Kopf gestellt. Schleicht ihr euch mit dem Rookie durch das nächtliche, zerstörte New Mombasa, ist es in den Rückblenden taghell. Mal müsst ihr ein Gebäude verteidigen, mit einem Panzer ein Areal freiräumen oder ein anderes Teammitglied finden. Die Aufgaben wurden relativ abwechslungsreich designt, liefern im Vergleich zu Halo 3 aber wenig Überraschendes. Nach dem Ende einer Episode werdet ihr wieder in das Stadtzentrum versetzt und müsst den nächsten Hinweis finden.

Noch immer erstklassig: Die beinharten Feuergefechte mit den blitzgescheiten Gegnern. Das Gunplay passt und die Steuerung ist eine Klasse für sich. Die Geschichte einer Zivilistin, die per Audiodateien erzählt wird, wirkt dagegen ein wenig aufgesetzt. Bis auf ein, zwei grandiose Momente liefert die Kampagne also Halo-Standardkost. Selbst die Gegner, Schauplätze und Waffen wirken allzu vertraut.

Wirklich neu sind nur eine Maschinenpistole, ein paar Brandgranaten und ein seltsames Flugalien. Immerhin feiert die Zielfernrohr-Pistole aus dem Erstling ein Comeback. Ihr Zielgenauigkeit und ihre Durchschlagskraft sind besonders gegen die Standard-Gegner eine willkommene Unterstützung. Im Gegenzug müsst ihr aber auf andere Waffen, wie den Flammenwerfer oder das Sturmgewehr, verzichten.

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Kristian Metzger

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