Hogwarts Legacy: Lead Designer Troy Leavitt betrieb antifeministischen YouTube-Kanal

Neue Kontroversen in der Zaubererwelt...

  • Hogwarts Legacys Lead Designer Troy Leavitt hatte auf YouTube einen Pro-Gamergate-Kanal
  • Darin stichelt er gegen Opfer sexueller Gewalt, wertet die #meetoo-Debatte ab und positioniert sich gegen soziale Gerechtigkeit
  • Hogwarts Legacy war bereits einmal mit kontroversen Aussagen von J.K. Rowling konfrontiert

Der Lead Designer des kommenden Rollenspiels Hogwarts Legacy, Troy Leavitt, leitete offenbar vor seiner Arbeit am RPG einen YouTube-Kanal mit anti-feministischen Themen. Dort sprach er sich in Videos gegen soziale Gerechtigkeit, gegen die #metoo-Bewegung und für Gamergate aus.

Vor der Ankündigung von Hogwarts Lagacy gab es bereits einige Kontroversen, ausgelöst von Aussagen der Harry-Potter- Erfinderin J.K. Rowling.

In Essays und Twitter-Beiträgen machte sie sich über Bemühungen für Transrechte lustig und spielt in ihrem Beitrag "Fünf Gründe, sich über den neuen Trans-Aktivismus Sorgen zu machen" Cis- und Trans-Frauen gegeneinander aus.

Eben diese Anti-Trans-Klischees und die Stimmungsmache zwischen Trans und Cis scheint sie außerdem in ihrem neusten Roman "Troubled Blood" zu verarbeiten, in dem sich ein männlicher Serienkiller als Frau verkleidet, um weiblichen Opfern aufzulauern. Aus der Community bezeichneten sie einige daher als TERF - trans exclusionary radical feminist - eine Person, die augenscheinlich für Frauenrechte steht, dabei aber die Gruppe der Trans-Personen ausschließt.

Zwar "distanzierte" sich das Entwicklerstudio von Hogwarts Legacy daraufhin von ihr und machte deutlich, dass Rowling nicht am Spiel mitarbeiten würde, es handelt sich dabei aber ja noch immer um ihr Franchise. Nun kommt das Studio wegen Troy Leavitt erneut in die Kritik

Auf seinem YouTube-Kanal veröffentlichte Leavitt zahlreiche Videos, die sich gegen Frauenrechte oder soziale Gerechtigkeit stellen (aufgedeckt von Liam Robertson). Unter anderem hält er Verteidigungsreden für verschiedene Persönlichkeiten aus der Medienbranche, darunter Atari-Gründer Nolan Bushnell oder Filmemacher John Lasseter, die beide für ein toxisches Arbeitsumfeld und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz in der Kritik waren.

Auch die #meetoo-Debatte nimmt Leavitt aufs Korn, beschreibt sie als reine "Moral Panic" und scheint in seinen Videos häufig mit sarkastischem Ton gegen verschiedene Frauen, teils auch gegen Opfer von Belästigung, zu sticheln.

Das letzte Video auf Leavitts Kanal ist zwei Jahre alt, allerdings stellt sich da natürlich die Frage, ob sich seine Einstellung diesbezüglich sonderlich geändert hat. Er distanziert sich jedenfalls nicht von den Aussagen, sondern betont nur, dass sie keine Relevanz für seine Arbeit hätten.

"Ich bin froh, sagen zu können, dass, obwohl ich WB Games meinen YouTube-Kanal offengelegt habe, es für sie kein Problem zu sein scheint", sagt Leavitt. "Nicht, dass sie irgendetwas von dem, was ich gesagt habe, gutheißen würden, aber zumindest scheinen sie mehr damit beschäftigt zu sein, gute Spiele zu machen, als irgendeine Art von sozialer Gerechtigkeit zu propagieren, also gibt es Hoffnung."

Auffällig ist jedenfalls, dass sich das Hogwarts-Lagacy-Studio wissentlich eben diesen Lead Designer ins Team geholt hat. Ähnlich verhält es sich mit J.K. Rowling. Zwar wurden ihre Anti-Trans-Ansichten im vergangenen Jahr besonders deutlich, waren aber auch zuvor schon nicht gänzlich unbekannt.

Jedenfalls scheint es so, als würde das Team des Spiels ebenfalls weniger auf soziale Gerechtigkeit achten, sondern sich lieber ein paarmal im Nachhinein entschuldigen - mal sehen, wie WB diesmal auf die Kritik an den Aussagen von Troy Leavitt reagieren wird.

Das Action-Rollenspiel aus dem Potter-Universum soll nach einer Verschiebung 2022 für PC und Konsolen erscheinen.

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Über den Autor:

Judith Carl

Judith Carl

News Redakteurin

Die Neue bei Eurogamer. Adventure-Freak und Fan von guten Geschichten. Begeisterte Sängerin. Mag Rollenspiel, Podcasts und Trashfilme.

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