Hogwarts Legacy: Lead Designer Troy Leavitt verlässt Avalanche Software

Update: Troy Leavitt nennt familiäre Probleme als Grund

Update vom 15.03.: Wie angekündigt hat Troy Leavitt, ehemaliger Lead Designer von Hogwarts Legacy, nun ein Statement zu seinem Rücktritt abgegeben. In Videoform erklärt er auf YouTube, dass offenbar familiäre Probleme der Grund dafür waren.

Troy Leavitt machte in den vergangenen Monaten wegen seines YouTube-Kanals von sich reden, der unter anderem Videos mit etwas umstrittenen Meinungen verbreitete - sowohl in der Presse als auch den sozialen Medien. Viele vermuteten darin auch gleich den Grund für seinen Rücktritt als Lead Designer. Man kann Leavitt ja einiges nachsagen, mit seiner Meinung hielt er allerdings bisher wohl nicht hinter dem Zaun, wie seine alten Videos beweisen.

Auch hier ließ er sich offenbar nicht einfach nur von irgendwelcher Kritik einschüchtern, wie viele vermuteten und eifrig im Internet behaupteten, er hatte offenbar seine eigenen Gründe für den Rücktritt - bedeutend, um die Diskussion um Leavitt nicht noch mehr aufzuheizen oder falsche Intentionen zu unterstellen.

"Familienangelegenheiten nahmen Anfang Februar eine scharfe Wendung", heißt es von Leavitt als Erklärung, "als ich über die Situation nachdachte, habe ich beschlossen, der Familie Vorrang vor beruflichen Belangen zu geben... Die Artikel waren dabei ein Katalysator - aber nicht die Ursache. Ich habe mich Anfang März entschieden, mich zurückzuziehen."

In seinem Erklärungsvideo zu seinem Rücktritt geht Leavitt allerdings auch auf recht sachliche Weise auf die Kritik an seinen bisherigen Themen auf YouTube ein - und zwar in einer für seinen Kanal so berühmten Powerpoint-Präsentation.

Darin gibt er auch detaillierte Erklärungen zu seinen vergangenen Videos ab und argumentiert sachlich gegen die Vorwürfe, er würde antifeministische oder rechte Meinungen vertreten. Auch spricht er eine mögliche Debatte mit J.K. Rowling an und betont, wie wichtig es ist, sich mit ihr auseinanderzusetzen, bevor man sie kritisiert.

Leavitt setzt hier allerdings seine Vorstellung einer angeblichen "Cancel Culture" voraus, die sich kaum bis gar nicht mit Rowlings Aussagen beschäftigt hat und sie nur blind verurteilt. Letzteres trifft aber mit Sicherheit nicht auf alle Kritiker zu. Man kann J.K. nämlich auch ziemlich gut mit Hintergrundwissen und ausführlicher Recherche weiterhin kritisieren.

Außerdem wirbt Leavitt im Video für seine eigene Fantasy-Romanreihe. Ob man jetzt großes Interesse hat, von J.K. Rowling ausgerechnet auf Leavitts Bücher umzuschwenken, ist jedem selbst überlassen.

Ursprüngliche Meldung vom 05.03.:

  • Hogwarts Legacys Lead Designer Troy Leavitt verlässt Avalanche Software
  • Er gab noch keinen Grund dafür an, will aber noch ein Video veröffentlichen
  • Mit WB gab es offenbar kein böses Blut, sagt Leavitt

Troy Leavitt, Lead Designer von Hogwarts Legacy, verlässt das Team von Avalanche Software. Das gab er heute bekannt, nennt allerdings noch keinen Grund für die Entscheidung.

Wie Leavitt auf Twitter schreibt, habe er sich dazu entschieden, das Studio zu verlassen, macht allerdings deutlich, dass es offenbar kein Böses Blut zwischen ihm und WB Games gegeben habe: "Ich habe nur Gutes über das Spiel, das Entwicklerteam und WB Games zu sagen", schreibt er in seinem Statement.

Und in einem weiteren Beitrag ergänzt Leavitt: "Zur Klarstellung: Ich fühlte mich in meiner Position absolut sicher. Dennoch wollte ich aus Gründen, die ich in einem kommenden Video erläutern werde, zurücktreten. Ich bin in bester Stimmung und sehr zufrieden mit meiner Beziehung zu WB und Avalanche."

Den genauen Grund für seinen Rücktritt nennt Leavitt bisher noch nicht, es erweckt allerdings den Eindruck einer freiwilligen Entscheidung.

Leavitt war in der letzten Zeit etwas in den Fokus gerückt, da er vor seiner Arbeit bei WB einen YouTube-Kanal mit Videos betrieb, in denen er eine Position pro Gamergate und gegen Social-Justice-Themen bezog. Diesen Account hatte unter anderem Liam Robertson von "Did you know Gaming" entdeckt und vor einer Weile auf Twitter geteilt.

Liam sagte dazu: "Ich versuche nicht, irgendjemanden zu 'canceln'. Ich wollte nur, dass die Leute das wissen, weil ich das Gefühl habe, dass es etwas ist, was die Leute wissen möchten, bevor sie entscheiden, ob sie dieses Projekt unterstützen wollen. Das sind alles öffentliche Informationen und für jeden zu finden."

Gerade auf Twitter gibt es unter Leavitts letzten Beiträgen daher bereits Spekulationen, dass die Kritik an seinem YouTube-Kanal ein Grund für den Rücktritt gewesen sein könnte, eine offizielle Bestätigung dafür von Leavitts Seite gibt es aber noch nicht.

Von Behauptungen darüber, warum er geht, sollte man an dieser Stelle also vielleicht noch Abstand nehmen, denn der Designer möchte, wie er sagt, selbst ein Video dazu veröffentlichen. Klingt, als würde er nun seinen YouTube-Account wieder aufnehmen, der ihn überhaupt erst in den Fokus der Diskussion gerückt hat. Es bleibt also erst einmal abzuwarten, was Leavitt selbst dazu sagt, bevor Spekulationen getroffen werden.

Sagen wir es so: Leavitt wirkt auf seinem sehr offensiven YouTube-Kanal nicht wie eine Person, die sich so leicht einschüchtern lässt, aber sicherlich teilt er dort auch bald seine Gedanken mit.

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Über den Autor:

Judith Carl

Judith Carl

News Redakteurin

Die Neue bei Eurogamer. Adventure-Freak und Fan von guten Geschichten. Begeisterte Sängerin. Mag Rollenspiel, Podcasts und Trashfilme.

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