Horizon: Zero Dawns PS5-Upgrade liefert fast perfekte 60fps

Das PS5-Upgrade von Horizon: Zero Dawn erweist sich als tolle Gelegenheit, Guerrillas Open-World-Abenteuer noch einmal zu erleben.

In einem virtuellen gamescom-Event mit relativ wenig Inhalt war die Veröffentlichung eines kostenlosen PS5-Upgrades für Horizon: Zero Dawn mit 60 Bildern pro Sekunde ein definitives Highlight, das einem weiteren Sony-First-Party-Klassiker das volle Framerate-Upgrade verpasst und das Spielerlebnis dadurch dramatisch verbessert. Dieser Patch ist interessant, denn 60fps freizuschalten erfordert mehr als einfach nur einen Schalter umzulegen, wie die Veröffentlichung der PC-Version im vergangenen Jahr zu Anfang bewies. Dabei zeigte sich, dass die Aufhebung der Bildratenbegrenzung bei einem Spiel, das in erster Linie auf 30 Bilder pro Sekunde ausgelegt ist, eine Reihe von Problemen mit sich bringt. Einfach ausgedrückt: Es ist klar, dass die Entwicklung dieses Patches viel Mühe gekostet hat, und es ist wahrscheinlich, dass viele der Lösungen in der überarbeiteten PC-Version auch in das neue PlayStation-5-Upgrade eingeflossen sind. Wie auch immer Guerrilla es geschafft hat, es funktioniert - und es funktioniert gut.

Was macht der Patch nun eigentlich? Auf den ersten Blick folgt Horizon: Zero Dawn der Vorlage, die von den Patches für God of War, Days Gone und Ghost of Tsushima vorgegeben wurde: Die Grafik ist gegenüber der ursprünglichen Version völlig unverändert und die Framerate-Begrenzung ist aufgehoben, wobei V-Sync eine 60fps-Grenze definiert. Das bedeutet, dass die 2160p-Checkerboarding-Lösung bestehen bleibt, aber die alternative Option des nativen 1368p-Rendering-Leistungsmodus der PS4 Pro wurde entfernt, da sie im Grunde überflüssig ist. Obwohl das Spiel nicht besser gerendert wird, kann man sagen, dass sich die Grafik dank der verbesserten Bildwiederholrate verbessert hat - ganz einfach, weil die Checkerboarding-Artefakte jetzt nur noch für eine statt für zwei Bildschirmauffrischungen bestehen bleiben. Auf einem modernen LCD-Bildschirm hilft dies, die Artefakte etwas zu überblenden, sodass sie weniger auffallen.

Alex Battaglia und John Linneman sprechen über das 60fps-Upgrade von Horizon: Zero Dawn auf der PlayStation 5.

In Bezug auf die tatsächliche Leistung könnt ihr euch auf ein nahezu perfektes 60fps-Erlebnis freuen. Selbst im Abwärtskompatibilitätsmodus bietet die PS5 erhebliche Verbesserungen gegenüber der PS4 Pro - die 2,5-fachen Menge an Rechenleistung und eine doppelt so große Speicherbandbreite. Bei früheren First-Party-Patches haben wir gesehen, dass sich dies in einem Leistungssprung niederschlägt, der fast im Einklang mit dem Rechen-Boost skaliert. Bei Horizon: Zero Dawn haben wir nur einen leichten Einbruch in einer frühen Cutscene festgestellt, danach waren es durchgehend 60fps. Wenn das Spiel vom 60fps-Ziel abweicht, sollte dies nur flüchtig sein und ihr werdet es vielleicht gar nicht bemerken. Ich würde die Leistung insgesamt als tadellos bezeichnen.

Es sieht so aus, als ob die 60fps-Verbesserungen des PC-Spiels größtenteils auch in das Konsolen-Original übernommen wurden, obwohl einige der "Teleportations"-Effekte bei Objekten und Charakteren, die kurz bei Kameraschnitten während der Zwischensequenzen zu sehen sind, bestehen bleiben. Eine kleine Kuriosität ist, dass das Timing der Cutscene-Übergänge weder mit der PS4 Pro noch mit dem PC übereinstimmt - vielleicht eine zusätzliche Lösung, um das Teleportationsproblem zu minimieren.

Neben dem 60fps-Upgrade gibt es im Patch auch einige nette Boni. In den offiziellen Patch Notes ist von verbessertem Streaming im Abwärtskompatibilitätsmodus die Rede, und wir haben das auf die Probe gestellt, indem wir den Bereich des Spiels besucht haben, der laut Guerrilla selbst einer der anspruchsvollsten im Spiel ist: Meridian. Wenn man auf der PS4 Pro in diesem detailreichen Gebiet mit hoher Geschwindigkeit herumläuft, kommt es zu offensichtlichen Streaming-Problemen, bei denen sowohl das Nachladen von Texturen als auch von Geometrie offensichtlich erkennbar ist - manchmal sogar in ungeheuerlichem Ausmaß. Die gute Nachricht ist, dass dieses Problem auf der PlayStation 5 vollständig behoben ist. Darüber hinaus gibt es Verbesserungen bei den Ladezeiten: Der Start der Kampagne erfordert auf der PS4 Pro etwa eine Minute Ladezeit, die auf der PS5 auf 31 Sekunden sinkt. Auf dem PC dauert dies mit einem 3,5-GB/s-NVMe-Laufwerk etwa 15 Sekunden, aber trotzdem ist das ein netter Schub.

Es ist nicht einfach, Horizon: Zero Dawn mit 60fps laufen zu lassen, wie die PC-Version des Spiels zeigt. Dies hat sich mittlerweile verbessert und die Lektionen daraus halfen auch der PS5-Version.

Die einzige wirkliche Kritik, die man an dem Patch üben kann, dreht sich um die Tatsache, dass es sich im Wesentlichen um ein PS4-Pro-Upgrade handelt und nicht um den Versuch, alle Verbesserungen der PC-Version auf die PlayStation 5 zu übertragen. Die anisotrope Filterung ist im Vergleich zur PC-Version sehr gering, während die Interaktion mit der Vegetation aus der PC-Portierung nicht implementiert ist. Außerdem hätte ich mir Verbesserungen beim Detailgrad und bei der Bildqualität von Haaren und anderen dünnen Objekten wie der Vegetation gewünscht - Dinge, die selbst in der PC-Version nicht berücksichtigt wurden. Letztendlich läuft das hier Gefahr, zu einem Wunschzettel für ein Remaster zu werden, anstatt ein immer noch sehr beeindruckendes, kostenloses Upgrade für die PS4-Pro-Version zu bewerten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Horizon: Zero Dawn durch das 60fps-Upgrade ein ganz neues Spiel ist. Die 30fps-Obergrenze ist weg, die Leistungseinbrüche, die die ursprüngliche Version hatte, sind ebenfalls beseitigt, während das Hintergrund-Streaming in den Bereichen, die damals Probleme verursachten, erheblich verbessert wurde. Das Timing des Patches ist ebenfalls großartig - da Horizon: Forbidden West im Februar nächsten Jahres erscheint, bleibt PS5-Besitzern genügend Zeit, um das Originalspiel und den hervorragenden Frozen-Wilds-DLC durchzuspielen. Es ist ein großartiges Upgrade, das es wert ist, ausprobiert zu werden.

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Über den Autor:

Alex Battaglia

Alex Battaglia

Video Producer, Digital Foundry

Ray-tracing radical, Turok technophile, Crysis cultist and motion-blur menace. When not doing Digital Foundry things, he can be found strolling through Berlin examining the city for rendering artefacts.

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