Halo 3

Frank O'Connor: Halo 3 ist icy, hot, stuntaz.

Man kann es drehen und wenden, aber einer der absoluten Top-Titel des Jahres für die Xbox 360 ist definitiv Halo 3. Und wie schon bei den voherigen Titeln sind leider noch kaum nennenswerte Details über das Spiel und seine Geschichte bekannt. Unserer Neugierde folgend, nutzten wir die Gelegenheit zum Interview mit Frank O'Connor, der bei den Bungie Studios als Content Manager natürlich bereits jetzt alles über den Inhalt von Halo 3 weiß. Wie viel davon würde er wohl im Interview verraten?

Eurogamer: Vor der Arbeit an einem neuen Teil der Halo-Serie steht bestimmt auch bei Bungie zuerst die Kritik am vorherigen Spiel. Gab es konkrete Kritikpunkte an Halo 2? Und wie geht Ihr generell mit Kritik um?

Frank O’Connor: Wir suchen ständig nach Mitteln und Wegen, unsere bisherige Arbeit noch zu verbessern und deswegen begrüßen wir jede Form von Kritik. Dabei sind wir selbst sehr wahrscheinlich unsere größten Kritiker und so gesehen gibt es in Halo 2 kein Element, was wir so nicht in irgendeiner Form für das Nachfolgespiel verbessert haben.

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Mobys verschollener Bruder: Content Manager Frank O'Connor.

Eurogamer: Wie wird die Schneeumgebung in der neuen Karte „Sowbound“ das Spiel und seine Taktik beeinflussen?

Frank O’Connor: Du wärst wohl sehr überrascht, wie stark die Sonnenreflektion auf dem Schnee das eigene Zielen beeinflusst. Zum überwiegenden Teil wirkt sich die Umgebung aber auf die Stimmung aus. Das Gelände allein wird kaum das Spiel maßgeblich ändern oder die Art, wie der Spieler sich fortbewegt. Momentan hinterlässt Deine Figur Fußspuren im Schnee, die man verfolgen kann, bevor sie dann nach einigen Sekunden wieder verschwinden.

Eurogamer: Eine der neuen Waffen ist die „Spike Grenade“. Wer hatte die Idee für diese Waffe?

Frank O’Connor: Die Ideen zu den „Spike Grenades“ entstammen einem größeren Design-Team und wurden dann von den Zeichnern des Art-Teams im Rahmen der generellen Vorgaben umgesetzt. Es arbeiten also an solch einer neuen Idee immer mehrere Personen.

Eurogamer: Welche Spielveränderungen kann man von dieser neuen Waffe erwarten?

Frank O’Connor: Sie funktioniert ähnlich wie die Plasma-Granate, ist jedoch - an einem Objekt angebracht - nur sehr schwer zu erkennen. Und damit kann man dann sehr gut Fallen für die jeweiligen Verfolger stellen.

Eurogamer: Und wie findet Ihr heraus, ob neue Waffen wie die „Spike Rifle“ oder der „Spartan Laser“ auch im Spiel funktionieren? Habt Ihr für diese neuen Waffen auf andere verzichtet?

Frank O’Connor: Bislang haben wir keine Waffe aus unserem Repertoire genommen. Vielmehr verbesserten wir einige der vorhanden Schießeisen. Deswegen gibt es dieses Mal etwas mehr Abwechslung und da ist unser Testprozess sehr einfach. Wir spielen, spielen etwas mehr, machen uns eine Menge Notizen und spielen dann noch mal mehr.

Eurogamer: Spielen ist ein gutes Stichwort. Einige im Irak stationierte amerikanische Soldaten konnten ja schon Halo 3 anspielen. Wer hatte dazu die Idee und welches Feedback habt Ihr bekommen?

Frank O’Connor: Die Idee hatten wir hier bei Bungie selbst und es sollte nur eine Art Weihnachtsüberraschung sein. Es gab da keinen politischen Hintergrund und war auch nicht als offizielles Publicity-Event gedacht. Deswegen können wir dazu auch gar nicht viel sagen.

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Und morgen versuch ich mal die Superman-Nummer.

Eurogamer: Spiele wie Resident Evil oder Gears of War setzen bei den Singler-Player-Storys verstärkt auf die so genannten „In-Game-Events“, um den Spieler noch mehr einzubeziehen. Was kann man in dieser Hinsicht bei Halo 3 erwarten?

Frank O’Connor: Wie bisher steht bei uns die Geschichte im Vordergrund und wie diese dann erzählt wird, soll die Hauptwirkung des Spiels ausmachen. Ob wir uns dabei auf traditionelle oder eher innovative Techniken verlassen, kann ich leider nicht verraten.

Eurogamer: Der letzte Trailer hatte ja dank der Arbeit von Digital Domain schon die Qualität eines Kinofilms. Gibt es bestimmte Science-Fiction-Filme, die Euch beeinflusst haben?

Frank O’Connor: Da gibt es viele Filme, die dafür in Frage kämen. Es gehören aber auch Bücher, TV-Shows oder sogar ein Musical dazu. Aber ich werde jetzt nicht verraten, welches das ist. Ich kann nur sagen, es ist magisch und es kommen tanzende Katzen vor.

Eurogamer: Dann noch mal anders gefragt: Die Kinoumsetzung von Halo ist ja erst mal auf Eis gelegt – gibt es da Neuigkeiten? Und hat Peter Jackson schon Halo 3 gespielt?

Frank O’Connor: Wir würden uns natürlich freuen, wenn es mit der Kinoumsetzung von Halo klappen würde. Und sobald es da etwas Neues gibt, werden wir das natürlich sofort die Welt wissen lassen. Und was Peter Jackson angeht, kann ich nur sagen, dass unser Kontakt immer noch sehr eng ist.

Eurogamer: Es gibt ja nur wenige Videospiele, die so eine große Fanbasis haben. Was war da bisher die seltsamste Fanpost, die Ihr bekommen habt?

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Anleitung für Bilder ohne große Aussage: Vier Bäume, ein Gebirge, dicke Wumme.

Frank O’Connor: Das war definitiv ein Gemälde, das wir geschickt bekamen. Ich kann leider aus Jugendschutzgründen nicht verraten, worum es bei dem Bild genau ging. Aber ich kann Joe Staten, unseren Drehbuchschreiber zitieren, der bei dem Bild nur sagte: „Wo ist der Bart von Sgt. Johnson?”

Eurogamer: Noch kannst Du ja kaum etwas zu Halo 3 verraten, aber wenn du das Spiel schon jetzt mit genau drei Worten beschreiben müsstest – welche wären das?

Frank O’Connor: Dann würde ich wohl sagen: Icy, hot, stuntaz!

Eurogamer: Und nehmen wir an, die Covenant regieren derzeit die Erde . Welches Staatsoberhaupt, welcher Politiker oder Schauspieler würde sie perfekt repräsentieren?

Frank O’Connor: Nun ja, die Covenant sind sehr mächtig, also besäßen sie Koizumis unglaublich starken Haare. Sie sind brutal und herzlos, demnach hätten sie Simon Cowells Persönlichkeit. Und da sie ein wirklich riesiges Repertoire an tödlichen Waffen vorweisen, besitzen sie somit Ted Nugents Waffenkammer.

Eurogamer: Vielen Dank für das Gespräch.

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Über den Autor:

Gregor Wildermann

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