EA plant derzeit doch keine Werbung in Konsolenspielen - Bericht sei falsch

Was nicht ist kann ja noch werden.

Update vom 5. Juli 2021: EA hat in einem Statement zur kommenden Werbung auf den Konsolen mitgeteilt, dass der Bericht von Axios nicht korrekt sei. Gegenüber VG247 sagte der Publisher, dass dieser nicht vorhat, Werbung in seine Konsolenspiele zu integrieren.

Ein Sprecher von EA klärte auf: "Nach unkorrekten Berichten, die besagen, dass wir 'TV-ähnliche' Werbung in unsere Spiele einführen wollen, möchten wir klarstellen, dass In-Game-Werbung für Konsolenspiele nichts ist, was wir derzeit in Betracht ziehen oder für das wir irgendwelche Vereinbarungen unterzeichnet haben."

Eine "bestmögliche Spielerfahrung" zu schaffen, sei weiterhin der vorrangige Fokus von Electronic Arts.

Ursprüngliche Nachricht vom 2. Juli 2021: Nachdem Facebook Werbeanzeigen im Oculus-VR-Headset testen wollte - und damit vorerst scheiterte - gibt es nun Pläne TV-ähnliche Werbespots in Konsolenspiele einzubinden.

Ein Unternehmen für TV-Werbetechnologie, welches auf den Namen Simulmedia hört, nutzt die Plattform PlayerWON, um Anzeigen für Spiele auf der Konsole zu testen. Electronic Arts und Hi-Rez scheinen von dieser Idee begeistert zu sein, denn die Studios haben bereits Verträge mit Simulmedia unterzeichnet.

Wie Axios berichtet, soll die Werbung, die bisher monatelange Tests durchlaufen ist den Spielern die Wahl geben, ob sie durch das Schauen von 15- oder 30-sekündigen Werbeclips exklusive Spielvorteile erhalten wollen. Woher kennen wir dieses Prinzip bereits? Genau, von Ads im Mobile-Gaming.

Auf diese Weise sollen Anzeigen in Konsolenspiele Einzug erhalten, die große Marken sonst im Fernsehen schalten würden. Über die Spielekonsolen öffnet sich das Tor zu einer jungen Zielgruppe, die mit klassischem Fernsehen nicht mehr viel am Hut hat.

Entwickler können diese Anzeigen in ihre Spiele einbauen und frei über die Belohnung für das Ansehen entscheiden. Wie auch bei Handygames können Spieler so an In-Game-Währung, Skins oder andere Goodies kommen. Simulmedia kann überprüfen, ob eine Werbung zu Ende geschaut wurde und schickt dann eine Benachrichtigung zur Freigabe der Prämien an das zuständige Team heraus.

Man könnte meinen, dass viele Spieler ein solches Konzept ablehnen und lieber in Ruhe durch ihre liebste Open World reisen - Simulmedia hat allerdings ein anderes Verhalten in seinen Untersuchungen herausgefunden. Demnach seien Nutzer bereit bis zu 10 Anzeigen pro Tag zu sehen, um hier und dort ein kleines Geschenk freizuschalten.

Besonders im Free-to-Play-Bereich sollen diese Anzeigen zum Einsatz kommen, da trotz massiver Spielerzahlen "über 90 Prozent" nie Geld für F2P-Spiele ausgeben.

In Smite, einem kostenlosen MOBA von Tencents Hi-Rez-Studios, wurde das Anzeigenkonzept bereits getestet und kam zu einem positiven Ergebnis für die Unternehmen. Besonders lukrativ ist diese Art von Werbung, da sie deutlich billiger zu Schalten ist, als es herkömmliche TV-Spots sind.

Dave Madden von Hi-Rez Studios sieht das Ziel in der Zusammenarbeit mit Simulmedia im Aufbau eines Werbenetzwerkes und der Vergrößerung des Werbemarktes innerhalb der Spielekonsolen. Bis zum Jahresende sollen diese bereits in einem Dutzend Spielen zu finden sein.

Findet ihr diesen Schritt aus der Sicht der Studios hinter den F2P-Spielen berechtigt, oder glaubt ihr, dass der Plan der In-Game-Anzeigen wie schon bei Facebook auf zu viel Kritik stoßen wird?

Links zu Angeboten und Anbietern auf dieser Seite können sogenannte Affiliate-Links sein. Mit einem Kauf über einen dieser Links unterstützt ihr Eurogamer.de. Wir erhalten vom Anbieter eine kleine Provision.

Zu den Kommentaren springen (19)

Über den Autor:

Melanie Weißmann

Melanie Weißmann

News-Redakteurin  |  Melancholia_Mel

Melanie ist meist online am PC zu finden. Neben Multiplayern und Meer mag sie Alliterationen und dumme Wortspiele. Gelegentliches Lego-Bauen hilft ihr beim Abschalten.

Weitere Inhalte

Weitere Themen

Kommentare (19)

Die Kommentare sind nun geschlossen. Vielen Dank für deine Beiträge!

Verstecke Kommentare mit niedrigen Bewertungen
Sortierung
Threading