King Arthur: Knight's Tale - Der Mix aus XCOM und Mittelalter, der noch fehlte

Neocores Rückkehr zu den eigenen Wurzeln.

Wenn ihr an das Entwicklerstudio NeocoreGames denkt, kommen euch als jüngere Titel des Teams eher The Incredible Adventures of Van Helsing und Warhammer 40,000: Inquisitor - Martyr in den Sinn. Mit seinem brandneuen Projekt kehrt das Studio zu seinen Wurzeln zurück: King Arthur. Aber mit einem Twist, denn statt einer Mischung aus RTS, RPG und Grand Strategy, wie es King Arthur früher war, orientiert sich das neue King Arthur: Knight's Tale an Spielen wie XCOM und Gears Tactics.

Das Projekt befindet sich seit einer Weile in Arbeit und wie die Entwickler während einer Online-Präsentation angaben, passt das somit ganz gut zu den Wünschen der Fans nach mehr King Arthur in jüngster Zeit. Wie der Titel andeutet, beschäftigt sich das Spiel mit der Sage rund um König Artus, aber nicht so, wie ihr diese klassische Geschichte kennt. Es ist eine "moderne Neuerzählung", die "alles auf den Kopf stellt", heißt es vonseiten des Teams.

Ihr seid Sir Mordred und entweder gut oder böse

"Erwarte das Unerwartete", ist ein weiterer Satz, der fällt. Neocore spricht von einer "ziemlich düsteren Neuerzählung" und ihr spielt den Charakter Sir Mordred, der normalerweise der Antagonist in dieser Geschichte ist. Und ja, das bedeutet, dass ihr auch böse sein könnt. Die Entscheidung liegt bei euch, ob ihr eher dem rechtschaffenen oder tyrannischen Pfad folgt. Das soll sich dann auf Gameplay und Geschichte auswirken, wenn ihr moralische Entscheidungen im Spielverlauf trefft.

Neocores Ziel besteht zum einen darin, so viel Wiederspielwert wie möglich zu bieten. Das erreiche das Team dadurch, dass es viele verschiedene Konsequenzen gebe und sich mehrere Durchgänge so unterschiedlich entfalten. Gleichzeitig vergisst das Studio nach eigenen Angaben nicht den Endgame-Content in Form von besonderen Herausforderungen, mythischen Bosskämpfen, Zufallsquest, Endgame-Loot und erweitertem Fortschrittssystem.

Rundenbasierte Dark-Fantasy-Kämpfe mit einem Hauch RPG

In Sachen Gameplay spricht Neocore von einem taktischen, rundenbasierten Spiel mit Dark-Fantasy- und RPG-Elementen, vergleichbar mit den anfangs erwähnten Titeln. Die spielerischen Aspekte dieser Spiele sollen mit Charakteren verknüpft werden, die ihr eher aus traditionellen RPGs kennt. Die Kämpfe finden auf einem Schlachtfeld-Raster statt und ihr kontrolliert kleine Teams mit Helden, die zum Beispiel aus vier Leuten bestehen.

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Positioniert eure Helden taktisch klug auf dem Schlachtfeld.

Und dann geht es ganz klassisch darum, seine Figuren taktisch gut zu positionieren, Feinde zu flankieren und zu überraschen sowie vor Bogenschützen in Deckung zu gehen. Ihr nutzt die Umgebung, für die zahlreiche vom Team aufgenommene Fotografien Pate standen, zu eurem Vorteil aus und stellt natürlich euer eigenes Team zusammen. Neocore spricht von über 30 verfügbaren Helden und fünf verschiedenen Charakterklassen. Es gebe "viele Möglichkeiten, ein effizientes Team zusammenzustellen", heißt es, zum Beispiel mithilfe "Hunderter Skills".

Der Tod ist endgültig und lässt sich nicht austricksen

Bei den Charakteren kommen dann ebenso die RPG- und Roguelite-Elemente zum Tragen. Dabei wende Neocore die Lektionen an, die das Studio aus seinen vorherigen Spielen lernte. Ihr versammelt zum Beispiel eure Ritter der Tafelrunde und schickt sie auf Missionen. Sie steigen im Level auf, haben Fähigkeitenbäume, sammeln Skillpunkte, verfügen über ein Inventar und sammeln Beute ein.

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Es gibt zahlreiche verschiedene Gegnertypen.

Die Roguelite-Elemente befassen sich mit dem tödlicheren Aspekten. "Der Tod ist in diesem Spiel immer endgültig", heißt es in der Präsentation. Ein Nachladen ist nicht möglich und zugleich können eure Charaktere Verletzungen oder Vergiftungen davontragen, die eine Regeneration erfordern, was Zeit in Anspruch nimmt. Wichtig ist, dass ihr vorausplant, nicht allein in den Kämpfen, sondern bereits davor.

Zugleich droht außerhalb der Auseinandersetzungen ebenso Ungemach. Jeder Charakter hat seine eigene Persönlichkeit. Und ihr als Chef schlichtet Streits oder tut euren Gefolgsleuten Gefallen, um ihre Loyalität zu steigern. Sie beobachten eure Taten und Entscheidungen mit Argusaugen und haben ab und an ein Problem mit euch oder anderen in eurer Gruppe. Das geht so weit, dass sie sich auch gegen euch wenden können, wenn ihr nicht aufpasst.

Euer eigenes Königreich

Als weitere Ebene kommt am Ende noch ein System zur Verwaltung eures Königreichs hinzu. Ihr habt eine Map vor euch, die euch das gesamte Land präsentiert. Hier erkundet ihr die Spielwelt, entdeckt interessante Punkte, geheime Ecken und wählt eure Missionen aus. Ihr baut eure Festung Camelot mit der Zeit weiter aus, errichtet neue Gebäude, die euch zum Beispiel dabei helfen, eure Charaktere zu heilen und bei Laune zu halten.

Insgesamt spricht Neocore von 50+ interessanten Orten auf der Karte, ebenso sei mit 20 Story-Missionen sowie weiteren Nebenaufgaben zu rechnen. In den Gefechten erwarten euch 50 Gegnertypen, die sich auf sieben Fraktionen aufteilen, sowie zehn Bosskämpfe.

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Dem Studio zufolge ist das Spiel bereits recht weit in der Entwicklung fortgeschritten, zur Fertigstellung setzt Neocore auf eine Kickstarter-Kampagne und die Unterstützung der Fans. Warum? Weil dem Team die kreative Kontrolle wichtig ist, das Spielerfeedback stehe im Zentrum der Designphilosophie des Unternehmens. Kickstarter sei daher "derzeit der beste Weg".

Wie weit die Entwicklung ist, lässt sich anhand der Daten erahnen, die Neocore nennt. Eine Beta ist für November 2020 geplant, den Release der finalen Version plant das Studio derzeit für das erste Quartal 2021, was sich aufgrund der andauernden Pandemie noch ändern könne. Zuerst erscheint das Spiel via Steam für den PC, Umsetzungen für PlayStation 5 und Xbox Series X/S sind ebenso vorgesehen.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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