Lebedev Optimus Maximus • Seite 2

Zukunft und Vergangenheit. Kunst und Verschwendung.

Neben solchen, eher irrelevanten Gedankenspielen – tippen in elbisch? So nerdig wir doch wohl niemand sein… hoffentlich… - lassen sich mit dieser Funktion aber auch ganz sinnvolle Anwendungen belegen. Es gibt eine Reihe von Layouts für Photoshop, iTunes, Dreamweaver und andere Anwendungen, vor allem aus dem Designer-Bereich. Wen wundert es. Aber auch für Spiele findet sich so einiges.

Am ausgeprägtesten dürfte der Megalomane World of WarCraft vertreten sein. Ein beinahe perfektes, mit liebevollen Magie- und Item-Symbolen entworfenes Layout rundet das Gesamterlebnis für jeden Hardcore-Freak elegant ab. Zumindest wenn er Kopfhörer gegen das Klackern der Tasten aufsetzt und ignoriert, dass beinahe jeder, der länger mit einem Programm arbeitet oder spielt, schon bald kaum noch aufs Keyboard guckt.

Sehen wir mal von dem extravagantesten Alleinstellungsmerkmal der OLED-Tasten ab, macht das Optimus immer noch eine außerordentliche Figur. Jede Taste kann mit Makros belegt werden, die bis zu 256 Anschläge speichern. Die überhaupt alles speichern, was ihr definiert. Dafür sorgt eine halb-offene Schnittstelle in der Software. Ich hab mich hier nicht eingearbeitet, aber kreative, ambitionierte – und wohlhabende – Freigeister erfinden hier sicher wildes Zeugs.

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Für Sparfüchse: Falls es mal erscheint, soll das AUX nur 650 Dollar kosten

Ein Beispiel der Findigkeit der Entwickler ist auch die Möglichkeit, ein Layout als TIF-Bild zu exportieren. Das Keyboard kann das dann 50 Kilobyte winzige Template wieder einladen. Wer also keine Lust hat, jedes Bild einzeln aufzurufen und zu speichern, zieht sich einfach ein Template-Bild in Photoshop und legt los.

Um diese Templates immer verfügbar zu haben, verzichtet das Optimus zugunsten eines SD-Slots auf internen Speicher. Der SD wird ganz normal als Laufwerk erkannt und dient so nebenbei auch noch als SD-Reader. Auf der Rückseite findet sich auch noch ein zweifacher USB-Hub. Ich hätte ja gerne ein Pad angeschlossen, aber so ordinäre Geräte haben dort keinen Platz. Sie würden funktionieren, sicher. Aber ich bin nicht bereit, das Optimus mit einem 360-Pad zu beleidigen. Ok, weil ihr es seid … So, läuft. Meine geliebte Optimus guckt mich böse an. Zufrieden?

Die Verbindung zum Rechner läuft ebenfalls über USB, den Strom zieht sie dort aber nicht ab. Ein wenig mehr Saft und auch ein eigenes, kleines Netzteil werden schon eingefordert. Dieses zieht sechs bis acht Watt und für jemanden, der gerade über anderthalbtausend Euro für eine Tastatur bezahlte, wird das wohl kein Thema sein.

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Aus so einem TIF-Bild liest das Optimus die Beleuchtung für L4D heraus.

Aber so darf man an die Lebedev Optimus Maximus eh nicht rangehen. Sollte unter euch einer sein, der sagen kann, dass Geld keine Rolle spielt und jeder Gegenstand in seinem Besitz etwas über seine Persönlichkeit aussagen soll, dann kann er ja zugreifen.

Und ich wünschte, ich wäre dieser eine, viel zu reiche Freak. Fuck me, ich liebe diesen extrapervers überteuerten Bastard! Ich liebe die OLED-Tasten. Ich liebe das retro-futuristische Design. Ich liebe die perfekte Verarbeitung. Und auf irgendeinem Level liebe ich sogar die Schwächen wie den Klapper-Anschlag, denn auch er ist sicher kein Zufall. Dieses Ding wurde mit einer Vision von Zukunft des Keyboards unter schwerstem Einfluss seiner Vergangenheit entworfen und es macht keine Kompromisse. Es ist Kunst und Kunst hat einen Preis. Ist er zu hoch? Wer kann das schon sagen.

Wenn ich eine Million Euro hätte… dann würde ich sie an Unicef spenden. Aber 1.667 Euro würde ich für mich behalten. Um dieses Keyboard zu kaufen. Und ich kann das so gelassen sagen, weil ich keine Million habe. Mal gucken, was passiert, wenn ich sie bekommen sollte.

Das Vergügen, die Optimus Maximus zu testen, habe ich nicht nur Lebedev und ihrer Großzügigkeit, ein Testmuster zu stellen, zu verdanken, sondern auch unserem Leser Jimpanse, der mich überhaupt erst auf das Teil aufmerksam machte.

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Über den Autor:

Martin Woger

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Chefredakteur

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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