Free Chuck aka Kabelloser Nunchuck

Nehmt den Nunchuck von der Kette

Seit dem ersten Auspacken und Einschalten der Wii nervte mich eine Sache latent. Nicht so sehr, dass es mir häufig in die Quere gekommen wäre, aber doch immer ein wenig. Ich wusste erst nicht, was es sein könnte, bis ein Freund mit scheinbar Orang-Utan-artig langen Armen eine Runde Boxen spielte. In Runde 26, er war schon ein wenig durch den Wind und schien vor Anstrengung auch nicht mehr so genau zu wissen, wie er hieß, gab es ein leises, splitterndes Plastikgeräusch. Er hatte das Kabel des Chuck aus der Mote gerissen und zwar so ungünstig, dass der Stecker noch in der Mote hing.

Zugegeben, das ist jetzt ein eher unglückliches und isoliertes Ereignis, aber ich habe mich seitdem gefragt, warum Nintendo den Chuck nicht ohne ein Kabel anbietet. Sicher, das würde auch mehr Batterien bedeuten, an den Spielen ändert das alles letztlich auch nicht viel, aber es würde sich doch besser anfühlen.

Also, nach gerade einmal zwei Jahren als stolzer Eigner einer Wii, machte ich mich auf die Suche nach einem kabellosen Chuck, um herausfinden, warum eigentlich niemand, den ich kenne, einen solchen benutzt.

BigBen Wireless Duo Pack

Hersteller: BigBen Interactive

Erhältlich über: Amazon

Meine Wahl fiel auf ein Produkt aus dem Hause BigBen und nennt sich schlicht Wireless Duo Pack. Eingeschweißt in schönstes China-Blister, findet sich nicht nur ein Chuck ohne Kabelanhängsel, sondern auch eine Mote. Diese entspricht beim Design komplett der Normalen, nur dass sie in hübschem Schwarz gehalten wurde. Die Tasten Plus und Minus haben einen härteren Druckpunkt und warum auf dem hübschen Schwarz der A-Knopf in Babyblau gehalten wurde, ist auch nicht genau nachvollziehbar, aber davon abgesehen entspricht dies Mote in Layout, Verarbeitung und Feel weitestgehend dem Nintendo-Original.

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Fünf farbenfrohe Motes mit Motion Plus und dem Knubbel...

An die Unterseite wird wie gehabt für eine erste Testrunde Sports Resort der Motion-Plus-Knubbie angesteckt und an diesen kommt dann noch ein dem Motion-Plus sehr ähnlicher zweiter Knubbie aus dem Duo-Pack. Das sieht jetzt nicht so pralle aus mit dem schwarz-weiß-schwarz und oben babyblau, aber zusammenhalten tut dieses Mote-Sandwich ganz ordentlich. Jedenfalls fiel es mir bei keinem Spiel auseinander.

Der dazugehörige Chuck sieht ein wenig anders aus, als das, was bisher an der Mote hing. Erst einmal fehlt das Kabel, statt dessen werden auf der Rückseite zwei AAA-Batterien eingesetzt. Vom Gewicht her entspricht alles zusammen in etwa dem normalen Chuck. Der Stick und die Tasten liegen praktisch identisch. Auch das Feeling unterscheidet sich nicht großartig. An der Oberseite findet sich eine Taste zum Verbinden mit der Mote und ein Ausschalter, damit die Batterien denn auch schön lange halten mögen. Automatisch schaltet er sich leider (oder glücklicherweise – wer will beim Spielen schon ständig die Mote wieder einschalten müssen) nicht aus.

Der Test lief nach einigen Stunden mit Wii-Fit, Sports Resort, Samba de Amigo, Tiger Woods 10 und Dead Space: Extraction so positiv, wie man es sich nur vorstellen kann. Zu sagen, dass man nach zwei Jahren Flucht in Ketten das erste Mal Freiheit atmete, wäre übertrieben, aber gerade bei den Sportspielen mit ein bisschen mehr Bewegung oder relativ unabhängiger Führung der beiden Controller fiel einem plötzlich auf, dass nichts auffiel. Kein Kabel, das irgendwo herumbaumelte, hängenblieb oder ein klein wenig zu kurz war. Und da es auch nicht einen einzigen Aussetzer bei der Kommunikation zwischen Chuck und Mote gab, bemerkte man den Controller überhaupt nicht mehr. So muss ein Eingabegerät funktionieren.

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...der sie mit dem farblich abgestimmten Chuck verbindet. Von Ponyhof bis Gothic, für jeden was dabei.

Es ist vielleicht kein neues Spielgefühl per se, aber es funktioniert so hervorragend, dass man sich schon die Frage stellt, warum Nintendo sich bisher standhaft weigerte, etwas Vergleichbares zu veröffentlichen. Die Batterielaufzeit ist kein großes Thema, denn man braucht zwar zwei mehr, aber dafür scheint der Akku der Mote etwas länger zu halten. Scheinbar braucht der Sender-Knubbel weniger Strom als sonst für den Chuck aufgewendet wird.

Wer nicht auf die Original-Mote verzichten möchte, muss das nicht. Der kabellose Chuck wird auch einzeln verkauft und funktioniert tadellos mit dem Original zusammen. Preislich bewegt sich das Ganze auf Normalniveau, ohne ein ganz großes Schnäppchen zu sein. 40 Euro für den Pack mit der Mote und knappe 20 Euro für den Chuck allein mit Sender sind angesichts der nicht zu weit ab vom Original liegenden Verarbeitungsqualität ok. Und das Beste zum Schluss: Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, sondern auch Ponyhof-Rosa, Erdbeersorbet-Rot und Wasser-in-Marioland-Blau als Special-Farben. Catch ´em all…

Abschließend ist es nicht das essenziellste Accessoire, aber wer eine neue Mote sucht, sollte ruhig einen Blick auf diesen Pack werfen. Und wer sehr lange Arme hat, darf aufatmen.

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Über den Autor:

Martin Woger

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