Marvel: Ultimate Alliance 2

Der Krieg der Helden

Superhelden begleiten mich seit meiner Jugend. Die Sehnsucht, größer, stärker und einfach anders zu sein, manifestierte sich schon mit neun Jahren. Das erste Comic: Spiderman. Doch dabei blieb es nicht. Anfangs noch von Condor als kleine Paperbacks mit schlechtem Papier und wenig Farbe verlegt, entdeckte ich mit 14 einen kleinen Comic-Laden mitten in Mannheim, der mit seinen US-Importen mein Weltbild veränderte. Mit einem Schlag wurde aus diesem fast schäbigen Hobby eine Obsession, die heute mit Hunderten Bänden meine 08/15-Billy-Regale füllt.

Doch während sich die damals oft eindimensionalen Superhelden-Comics in den letzten 20 Jahren zu einer Kunstform emporgeschwungen haben, sieht es bei der Versoftung ihres Wirkens deutlich düsterer aus. In den letzten zehn Jahren erschien eine ganze Menge Schund, der seine oft berühmten Vorlagen in den Dreck zog. Angefangen von Titus' Superman für das N64, das regelmäßig Top-Plätze bei den schlechtesten Spielen aller Zeiten belegt, bis hin zu SEGAs Iron Man, dessen Gameplay und Grafik vielleicht auf der ersten Xbox für Begeisterung gesorgt hätten.

Aber natürlich gibt es auch Ausnahmen der Regel. Nicht zuletzt Batman: Arkham Asylum, aber auch Spiderman 2, Hulk: Ultimate Destruction oder Activisions Marvel-Serie. Alles gelungene Titel, die die Atmosphäre ihrer Vorlage zum Teil perfekt einfangen konnten. Auch Activisions Marvel-Reihe hat sich, basierend auf dem Action-Rollenspiel-System des Klassikers Baldurs Gate für die PlayStation 2, in den letzten Jahren zu einem Verkaufschlager gemausert. Vor allem in der letzten Generation sorgten die Zusammenkunft der Helden und das einfache Prügel-Spielprinzip für begeisterte Zocker.

Auf den Erstling X-Men: Legends folgte X-Men: Legends 2. Auf den Nachfolger Marvel: Ultimate Alliance erscheint nun Marvel Ultimate Alliance 2. Fast wie bei FIFA hat sich am grundlegenden Gameplay seit der Urfassung kaum etwas verändert. Aus der Iso-Perspektive kloppt ihr euch durch Gegnerhorden, sammelt Upgrade-Gegenstände und Erfahrungspunkte und löst auf Knopfdruck eure Fähigkeiten aus. Innovationen finden nur zaghaft ihren Weg in das Spiel. Die Grafik-Engine hinkt hinterher und die Abwechslung versinkt im repetitiven Gehacke des Standardangriffs. Aber immerhin seid ihr inzwischen nicht mehr allein unterwegs.

In Marvel: Ultimate Alliance 2 schlagt ihr euch wie im Vorgänger mit vier Charakteren durch die Gegnerhorden, könnt ständig die Kämpfer wechseln und eure Freunde mit ins Boot holen. Wenn ihr keine Comic-Nerds findet, die sich für Strampelanzüge, bunte Karneval-Outfits und Prügelstrafe interessieren beziehungsweise sich zehn Stunden neben euch setzen, ladet einfach online ein paar Wahnsinnige ein. Im Koop macht das Spiel doch eine ganze Menge mehr Spaß und wird auch nicht so schnell langweilig. Ein Feature, das dem Titel am Ende noch einmal den Arsch rettet.

Die Zahl der Kämpfer wurde um vier erhöht. Satte 24 Superhelden stehen somit zur Auswahl. Mit dabei sind echte Schwergewichte wie Iron Man, Hulk, Captain America, Spider-Man oder Wolverine. Aber auch ungewöhnlich viele unbekannte Nebenfiguren, beispielsweise Iron Fist, Luke Cage, Deadpool oder Penance. Der Grund: Activison vermischt in Ultimate Alliance 2 gleich zwei erfolgreiche Marvel-Serien, um eine spannende und überraschende Story zu erzählen.

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Kristian Metzger

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