Mass Effect 2

Shepard ist tot...

...lang lebe Shepard. Siehe da, die Ankündigung im ersten Trailer war nur ein gemeiner Taschenspielertrick. Unser allseits beliebter Spectre-Commander, Weltenretter und geschickter Liebhaber ist (noch) nicht gestorben. Ihr könnt also die Fackeln ausmachen, die Mistgabeln einpacken und euch den Flug zu Bioware samt Lynchjustiz sparen. Grundsätzlich hat euer Spielstand aus dem ersten Teil des Rollenspiel-Epos weiterhin seine Gültigkeit.

Habt ihr Charaktere sterben lassen, bleiben sie tot. Jede wichtige Entscheidung für die galaktische Staatengemeinschaft bleibt erhalten. Trotzdem könnt ihr nicht alle Fähigkeiten und Skills wiederverwenden. Bioware krempelt beim zweiten Teil der Weltraum-Saga das komplette Fähigkeiten-System um. Wie weit, ist momentan noch unklar. Selbst ein Level-Reset ist denkbar.

Fest steht nur, dass es nicht einfach wird, euren Charakter bis in den dritten Teil hinüber zu retten. In Mass Effect 2 warten gleich mehrere Fallstricke, die dann beim nächsten Mal einen Neustart erforderlich machen. In der E3-Präsentation wurde eine dieser dramatischen Entscheidungen gezeigt, die ein solches Ende herbeiführen.

Shepard treibt in einem Leck geschlagenen Raumanzug durchs All, während im Hintergrund die Normandy, sein Raumschiff, durch Explosionen zerfetzt wird. Unaufhaltsam zieht ihn die Schwerkraft eines nahen Planeten in Richtung sicherer Tod. Hätte er nicht die Evakuierung bis zum letzten Moment überwacht und das Rettungsshuttle genommen, wäre ihm dieses Schicksal erspart gewesen. Es ist nicht leicht, ein Held zu sein.

Aber diese Schicksal entscheidenden Szenarien sind nur ein Teil des neuen Spielgefühls. Jeder Kritikpunkt, der diesem atmosphärischen Meisterwerk den Platz im Videospiel-Olymp verwehrte, wird gründlich ausgemerzt. Selbst die kongenialen Zwischensequenzen sollen dank deutlich mehr Interaktion echtes Hollywood-Gefühl versprühen.

Ihr könnt sogar aktiv eingreifen und euer Gegenüber physisch bedrohen. Zum Beispiel reißt Shepard, wie auch in der E3-Demo zu sehen, in einem dieser Gespräche auf Knopfdruck der Geduldsfaden, woraufhin er eine Wache durch ein Hochhausfenster in die Tiefe wirft. Eine wirklich eindrucksvolle Neuerung. Die Stimmung wird dadurch deutlich intensiver und sorgt für beeindruckende Momente.

Story-technisch hält sich Bioware relativ bedeckt. Das Spiel beginnt kurze Zeit nach dem Vorgänger. Die Reaper bedrohen noch immer die Galaxis und Shepard muss sich ihnen früher oder später stellen. Momentan ist aber ein anderes Problem viel dringlicher. Überall in der Galaxis verschwinden Menschen und keiner weiß wieso. Unser Weltraum-Sherlock-Holmes muss herausfinden, wer hinter diesem Mord-Komplott steckt und begibt sich folglich auf eine Selbstmord-Mission, die sein Schicksal endgültig besiegeln könnte.

Er wird Mitglied der geheimnisvollen Cerberus-Organisation und schart erneut ein Team von knallharten Spezialisten um sich, die ihm bis in die Hölle folgen. In der gezeigten E3-Demo ist der kühne Recke auf der Suche nach Thane. Einem Profi-Killer. Während sich Shepard mit dessen Zielperson unterhält, stürzt sich dieser eiskalt von der Decke und erledigt die hübsche, blauhäutige Dame samt Leibwächter. Nicht gerade ein klassischer Held, trotzdem symbolisiert der Auftragsmörder wie keine andere Figur die düstere Atmosphäre des Nachfolgers.

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Kristian Metzger

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