Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots

Verzaubere uns, Kojima!

Wohl kein anderes PS3-Spiel wird so sehnsüchtig erwartet, wie Kojimas Schlussakt der denkwürdigen Metal Gear Solid-Saga. Aber wird es dem japanischen Mastermind gelingen, alle losen Fäden zu einem schlüssigen Ende zusammen zu knüpfen? Werden tatsächlich alle Geheimnisse gelüftet? Und wird sich Snake wirklich die Kugel geben? Um ehrlich zu sein, kann unsere Vorschau zum jetzigen Zeitpunkt darauf keine Antworten bieten, liefert dafür aber sämtliche Fakten, einige interessante Vergleiche zu ehemaligen Titeln und viel, viel Vorfreude.

Man will eigentlich nicht in seiner Haut stecken. Auf Hideo Kojima, kultisch verehrter Vater des Metal Gear-Universums, lastet ein enormer Druck. Zum einen ist der Mann Perfektionist und will aus seinen Spielen das Optimum herausholen. Zum anderen erwartet die riesige und enthusiastische MGS-Fangemeinde nicht weniger als ein Meisterwerk - ein revolutionäres Spiel auf einer leistungsstarken Konsole. Und nicht wenige werden ihre Entscheidung für oder wider eine Playstation 3 von der Qualität von Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots abhängig machen. Doch seit dem viel umjubelten Trailer auf der E3 2006, der mit eben diesem schon fast legendär gewordenen Schlussbild endete, in dem sich der stark gealterte Solid Snake seine Pistole oral einführt, wurden nur wenige Fakten bekannt gegeben. Fans auf der ganzen Welt spekulieren seitdem über jedes Detail, haben die Trailer seziert und analysiert. Kojima lässt sich nicht gern in die Karten gucken, wohl wissend, dass eine gute Prise Mystik und Rätselhaftigkeit eines der Markenzeichen seiner interaktiven Dramen ist.

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Gefahr im Anzug.

Kleine Rückblende: Am Ende des chronologischen Vorgängers Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty konnten Snake und Raiden zwar Solidus Snake, Dead Cell und den Angriff Arsenal Gears auf Manhattan stoppen, das Geheimnis um die mysteriösen Strippenzieher im Hintergrund - die Patriots - blieb dennoch ungelöst. Auch wenn die Story des zweiten PS2-Metal Gear von den Fans kontrovers diskutiert wurde, und Kojima den Verschwörungsbogen hier vielleicht etwas überspannt hatte, wurde klar, dass die Patriots niemand sind, den man gerne zum Feind hat.

Seit den Geschehnissen auf der Big Shell Plattform sind mehrere Jahre ins Land gezogen, die Metal Gear-Laufpanzer in Serie gegangen und die Welt ein einziger Krisenherd, in dem private Militärmächte einen sinnlosen Krieg kämpfen, bei dem es nur noch um Profit geht. Eine endlose Schlacht unter totaler Überwachung. Wie schon in den Serienteilen zuvor, greift Kojima auch hier wieder aktuelle Ängste auf. Themen wie atomare Bedrohung, das Klonen von Menschen oder der Missbrauch von Technologien sind stetige Begleiter seiner Werke. Themen, die in anderen Videospielen höchstens eine herbeigezogene Ausrede für ungehemmte Actionorgien sind, werden hier ernst genommen und jenseits der üblichen Oberflächlichkeit präsentiert. Natürlich sind Kojimas Storys mehr Michael Bay als Stanley Kubrick, aber sie verstehen es, den Spieler zu packen und ihren Charakteren Charisma und Persönlichkeit einzuhauchen.

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Wenn Du dich nicht bewegst, kitzel ich auch nicht mehr.

Aushängeschild ist dabei natürlich Solid Snake, dessen markantes Organ auch bei Teil 4 wieder von David Hayter für die englische Fassung synchronisiert wird. Warum der Held entgegen seiner Umwelt so stark gealtert ist und nun eine (in naher Zukunft vielleicht wieder modische) Rotzbremse zu Schau stellt, liegt laut einer inoffiziell bestätigten Theorie daran, dass er aufgrund seiner Reagenzglas-Herkunft (wir erinnern uns: Solid Snake, Liquid Snake und Solidus Snake sind Klone des legendären Supersoldaten Big Boss, in dessen Haut man in Metal Gear Solid 3: Snake Eater schlüpfen durfte) schneller altert als andere Menschen. Somit ist sein Auftrag in Guns of the Patriots zudem ein Rennen gegen den eigenen Verfall.

Den spärlichen bekannten Information zufolge, lautet die Mission des grimmigen Klonkriegers seine alte Nemesis Liquid Ocelot (eine unheilige Allianz seines Bruder Liquid Snake und Revolver Ocelot) aufzuspüren und zu verhindern, dass dieser die Welt mit seinen Söldnerarmeen unterjocht. Man darf jedoch davon ausgehen, dass dieser Plot serientypisch nicht mehr als ein Aufhänger für weitere Enthüllungen, Verwicklungen und dramatische Twists ist. Kojima spielt gern mit den Erwartungen und Emotionen der Spieler, selbst nach dem Abspann kann sich die ganze Handlung noch auf den Kopf stellen.

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Über den Autor:

Tim Hopmann

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