Metal Gear Solid: Peace Walker

"Es ist ein Experiment..."

Ein Land ohne Armeen, ohne Kriege, ohne Feinde, dazu noch Demokratie und Stabilität. Das müsste doch das beste Land der Welt sein. Also auf nach Costa Rica. Dort schaffte man bereits Ende der 40er – aber nicht vor dem Beitritt in die Tiar, einem amerikanischen Beistandspakt – per Verfassung das Militär ab. Auf dass Friede und Eintracht die kleine Insel in bester mittelamerikanischer Lage zwischen Panama im Süden und Nicaragua im Norden beherrschen mögen.

Die Schweiz Mittelamerikas wird der bildschöne Flecken Erde auch genannt, relativ reich, einträchtig und, siehe da, wirklich ohne einen Konflikt seit der Einmottung der eigenen Streitkräfte. Was für ein seltsamer Ort, um dort den nächsten Teil der Metal-Gear-Solid-Saga zu inszenieren.

Man sollte dabei den Namen Peace Walker aber nicht zu wörtlich nehmen. Ihr werdet natürlich nicht friedliebend mit Naked Snake, wahrscheinlich vielen besser bekannt als Big Boss, über die Strände flanieren. Vielmehr ist es einmal mehr der Kalte Krieg, der Hideo Kojima beim Entwurf seiner eigenen Welt fasziniert. In den 70ern beherrscht schließlich dieser Krieg, der keiner war und doch so viele Tote forderte, die ganze Welt und überall wird der Kampf der Systeme inszeniert. Beide Seiten unterstützen lokale Gruppen, um ihre eigenen Interessen zu fördern, schicken eigene Truppen, und dieser Krieg hinter dem Frieden droht nun auch in das Armee-lose Costa Rica einzufallen.

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Hideo Kojima

Ihr werdet einmal mehr in die Rolle des späteren, wohl auf ewig missverstandenen Antagonisten Solid Snakes schlüpfen, und als Big Boss dem Hilferuf der Bewohner des kleinen Landes folgen. Dunkle Machenschaften regen sich in den dichten Dschungeln um die prä-kolumbianischen Pyramiden und natürlich kann nur ein Mann sie stoppen. Oder auch nicht.

Manchmal genügt eine Einmannarmee nicht, selbst wenn es der legendäre Soldat selbst ist. Manchmal müssen es bis zu vier sein und so bietet Peace Walker den ersten Koop-Modus der Serie. Ihr verreckt nicht mehr allein hinter feindlichen Linien, ein Kamerad kann dazukommen und euch wiederbeleben. Und er sieht aus wie Snake. Zwei Snakes auf einmal? Double Vision? Es kommt noch besser. Bevor die Show zu Ende ist, unterstützen sich vier Snakes gegenseitig, geben sich Deckungsfeuer, arbeiten sich im Schutz eines Schildes voran, den einer von ihnen hält, und krabbeln gemeinsam in kleine enge Boxen mit Herzchen drauf.

Ob dies eine Hommage an Homoerotik des 80er Action-Kinos sein soll, trauten wir uns dann doch nicht zu fragen, als wir dem Herrscher des Metal-Gear-Paralleluniversums persönlich trafen. Aber ein paar andere Sachen über seinen neuesten Titel konnten wir ihm doch entlocken und auch wann er mit der Fortsetzung zu Snatcher anfängt. Interessiert? Auf geht’s.

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Über den Autor:

Martin Woger

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Chefredakteur

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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