Metro 2033 • Seite 2

Ausradiert, aufgemotzt und verbessert

Bei den Kämpfen mit den Rattenmenschen machen sich dagegen die neuen Animationen bemerkbar. Es ist zwar immer noch kein Zuckerschlecken, die blitzschnellen Nahkämpfer zu erwischen, doch dank geschmeidiger Bewegungen fällt es deutlich einfacher, diesen mannsgroßen Mutanten einen Kopfschuss zu verpassen. Artyom muss in diesem Abschnitt mit Sprengladungen zwei Tunnel verschließen, aus dem die überdimensionalen Nager strömen und eine Station zu überrennen drohen. Ständig mit Munitionsmangel konfrontiert, metzelt er sich durch die unmenschlichen Feinde. Es sind actionreiche Gefechte, die wunderbar als Kontrast zu den eher ruhigen Tunnelsequenzen funktionieren.

In diesen tastet sich Artyom, eingeschlossen von Dunkelheit, Gefahr und hunderten Tonnen Gestein, zwischen den Inseln voller Leben entlang. Er muss richtig reagieren, wenn er auf eine der Anomalien trifft, stehen bleiben, wenn ein Kugelblitz durch die Gänge wabert und eine Gasmaske aufsetzen, wenn er in verseuchte Gebiete kommt. Es sind Orte voller Gefahr, die an die besten Momente von F.E.A.R. erinnern. Wenig Splatter, doch dafür das Spiel mit dem Unbekannten, dem Unvorstellbaren, dem Unaufhaltbaren. Oft begleitet von einem Führer, muss er sich an diese feindliche Welt anpassen, um zu überleben. Sogar die Eingeengtheit durch die strikte Linearität wirkt so wie ein Statement für die Bedrohung, die ihn mit jedem Tritt verfolgt.

Doch es gibt bei all den brillianten Elementen auch ein paar Fragezeichen: So wirkt die Sprachausgabe mit ihrem etwas aufgesetzten russischen Dialekt nicht immer passend. Die Bedienelemente, die aber nur bei der Waffenwahl auftauchen, etwas zu schlicht. Und das ganze Konzept manchmal zu klassisch. Das erste Viertel sah zwar schon sehr vielversprechend aus, aber für einen echten Hit muss Metro 2033 zum Ende hin noch etwas zulegen.

Andere Fehler wie die seltsame Controllerbelegung und die zu sehr rationierte Munition sollen noch verbessert werden. Außerdem sehen beide Versionen technisch ansprechend aus, auch wenn die PC-Version einige klare Vorteile für sich verbuchen kann, etwa mehr und bessere Effekte, deutlich knackigere Texturen und eine hohe Auflösung. Vielleicht nicht der bestaussehendste Titel 2010, aber schon jetzt ein Anwärter auf die Top Ten.

Die russischen Entwickler 4A haben sich wirklich ins Zeug gelegt. Viele Probleme der ersten Version wurden ausradiert und deutlich verbessert. Es wird beim Gunplay vielleicht nicht ganz Modern-Warfare 2-Niveau erreicht, aber Animationen, Trefferfeedback und Waffen stören nicht mehr auf diesem nervenaufreibendem Trip durch die Moskauer U-Bahn, sondern liefern das ideale Gegengewicht zu den oft ruhigen Tunnelsequenzen.

Das Endergebnis: Die Welt wirkt viel mehr aus einem Guss. Kämpfe, inszenierte Action und atmosphärische Besuche in den unterirdischen Bauwerken ergeben eine packende Mischung, die gerade bei ausgeschaltetem Licht für einige hochkarätige Schreckensmomente sorgt. Die Benutzeroberfläche mag etwas lustlos, die Kämpfe noch nicht ganz perfekt und das Spielprinzip etwas zu klassisch daherkommen, doch was die ukrainischen Entwickler hier in punkto Horror auf die Beine gestellt haben, lässt selbst Großmeister wie F.E.A.R. alt aussehen. Nun muss der Titel diese Spannung nur noch bis zum Ende halten, im weiteren Verlauf beim Gameplay etwas mehr aufdrehen und fertig ist unser erstes Horror-Highlight 2010.

Metro 2033 erscheint am 16. März für Xbox 360 und PC.

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Kristian Metzger

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