Der Clan n!faculty hat am Wiener Platz 2a im Kölner Stadtteil Mülheim ein erstes Vereinsheim für Computerspieler unter dem Motto "E-Sportler sind auch nur Sportler" eröffnet. Unterstützung erhält man dabei von der CDU.

Das erste reale Vereinsheim eines Clans weltweit sei ein erster Schritt, E-Sport-Clans mit herkömmlichen Sportvereinen zu verbinden, sagte Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma, nachdem er die Einrichtung stilecht mit der Durchtrennung eines roten Bandes einweihte.

Zugleich sei das Haus nicht nur eine gute Begegnungsstätte für Spieler, sondern ebenso eine tolle Möglichkeit, Jugendliche aus Sucht und Isolation herauszuholen. Der von den beiden Kriminaloberkommissaren Frank Pinter und Guido Schröder geführte Clan verzeichnet neben seinen Profiteams insgesamt 296 Mitglieder im Verein und erstreckt sich unter anderem über die Spiele Counter-Strike, WarCraft 3 oder TrackMania. Schon bei der Gründung im Jahr 1999 habe man sich zum Ziel gesetzt, die Jugendlichen sozial besser miteinander zu vernetzen und ihnen Verantwortung zu übertragen.

Stilistisch erinnert das Vereinsheim an eine Mischung aus Clubhaus und Jugendzentrum. So findet man unter anderem Pokale im Regal und natürlich einige Rechner in der oberen Etage. Nebenbei kann man es sich ebenso auf Sesseln bequem machen und mit anderen Gamern Gespräche führen. Ingesamt spendierten die Sponsoren 20 PCs für die Einrichtung. Über einen Beamer können sogar Live-Übertragungen wichtiger Partien angeschaut werden.

Selbst auf mögliche Kritiker ist man vorbereitet. So sollen in Zukunft Semniare für Eltern und Lehrer abgehalten werden, damit diese "sehen, was ihre Kinder da im Zimmer wirklich machen", erklärt Pinter. "Bei uns erhält jeder eine reale Aufgabe und muss Verantwortung übernehmen." Darüber hinaus geht man immer im Mai auf eine gemeinsame Tour, die zu gemieteten Bungalows an die holländische Maasplatte führt. Ganz ohne PCs und ohne Internet.

Mittlerweile kooperiert n!faculty auch mit der Deutschen Sporthochschule. In regelmäßigen Abständen analysiert ein Wissenschaftler die Spielweise des Counter-Strike-Teams und arbeitet an einer Optimierung des Trainings. Pinter glaubt, dass irgendwann auch E-Sport zu den olympischen Disziplinen zählen wird. Gespräche mit dem Deutschen Olympischen Sportbund habe es bereits gegeben.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Editor, Eurogamer.de

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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