Nacon Revolution Unlimited Pro Controller (CoD-Design) Test - In der Last-Gen gefangen

Qualitativ gut, aber keine Zukunftsinvestition für die PS5.

Der Grat zwischen Mut und Wahnsinn ist ab und an ein schmaler und ich weiß nicht, in welche Kategorie ich Nacons Veröffentlichungsstrategie für den Revolution Unlimited Pro im Call-of-Duty-Design eher stecken soll. Das gute Stück erschien passend zum Launch von Black Ops Cold War für die alternde PlayStation 4, während gleichzeitig die PS5 an den Start ging. Ein Last-Gen-Controller also, der euch auf der neuen Konsole wenig bringt, außer bei PS4-Spielen in der Abwärtskompatibilität. Und dafür 180 Euro ausgeben?

Viele Einstellungsmöglichkeiten mit dem Revolution Unlimited Pro

In Sachen Konzeptionierung eifert Nacons Controller dem Elite-Xbox-Controller von Microsoft nach, nur dass er für die PS4 gedacht ist. Heißt: Ihr habt auf der Rückseite vier zusätzliche, programmierbare Buttons, die sich frei belegen lassen und verschiedene Voreinstellungen ermöglichen. Dabei handelt es sich nicht um "Paddles", sondern um richtige Buttons, von denen sich je zwei an jedem Griff befinden.

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Designs sind immer eine Geschmacksfrage. (Nacon Revolution Unlimited Pro Controller CoD-Design Test)

Welches Design ihr bevorzugt, ist Geschmackssache. Für mich sind die Paddles meist zu einfach versehentlich zu betätigen, bei der Button-Lösung von Nacon habe ich weniger das Gefühl, sie zu drücken, obwohl ich das eigentlich nicht möchte. Weiterhin lässt sich beim D-Pad einstellen, ob es vier oder acht Richtungen erfasst. Ihr habt darüber hinaus verschiedene Modi für PC und PS4, legt individuelle Profile fest, es gibt einen 3,5mm-Kopfhöreranschluss und Tasten für die Regulierung der Lautstärke und ein Mute-Button finden sich auch auf der Rückseite.

Xbox-Feeling auf der PS4

Interessant ist der Controller zudem für alle, die ihre Probleme mit Sonys Standard-Controller-Layout haben. Was die Positionierung der Sticks und des D-Pads anbelangt, stand das Xbox-Pad ebenso Pate für das, was Nacon hier bietet. Immer ein beliebtes Diskussionsthema, für mich macht das den Controller schon mal von Haus aus ansprechender als den DualShock 4.

In Sachen Anpassbarkeit bleibt Nacons Pad indes ein wenig hinter Microsofts Elite-Controller zurück. Letzterer bietet noch austauschbare D-Pads und Paddles, was beim Revolution Unlimited Pro nicht der Fall ist - einzig austauschbare (und kleinere) Sticks sind beigelegt, damit ihr damit ein wenig experimentieren könnt, wenn euch die Standard-Sticks nicht so zusagen.

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Was alles dabei ist. (Nacon Revolution Unlimited Pro Controller CoD-Design Test)

Wenn ihr möchtet, könnt ihr zudem die beigelegten Gewichte in den texturierten Griffen des Controllers anbringen, um ihn schwerer zu machen. Wer hier wie viel bevorzugt, keine Ahnung. Mit den schwersten Gewichten macht ihr ihn maximal 32 Gramm schwerer, dabei hatte ich ein gutes Gefühl, während er in meinen Händen lag. Was nicht allein an den Gewichten, sondern allgemein an der Herstellungsqualität liegt. Ihr merkt dem Controller seinen stolzen Preis an - was definitiv gut so ist, andersrum wär's ein wenig erbärmlich -, er fühlt sich absolut wertig an und das Material hinterlässt einen guten Eindruck, steht den Original-Controllern von Sony in nichts nach. Und um ihn gut gesichert zu lagern oder zu transportieren, greift ihr auf die enthaltene, stabile Tragetasche zurück - die sich ebenso passend im Camo-Design präsentiert.

Auf der Unterseite ist der Controller in schwarzer Farbe gehalten, die Oberseite überwiegend in Armeegrün. Links, rechts sowie auf dem Touchpad habt ihr noch ein paar von Black Ops Cold War inspirierte Verzierungen und wie das Ganze wirkt, sehr ihr am besten anhand der Bilder hier im Artikel. Für mich ist es in puncto Farbdesign nicht der schönste Controller, den ich je vor Augen hatte, aber das ist ja eine weitere Geschmacksfrage.

Verwendet den Revolution Unlimited Pro drahtlos oder am Kabel

In Sachen Verbindung zeigt sich der Unlimited Pro Controller gleichermaßen flexibel. Ihr könnt ihn drahtlos verwenden, wenn ihr möchtet, dafür ist es dann erforderlich, den enthaltenen Bluetooth-Receiver in einen freien USB-Port zu stecken. Nacon zufolge hält der die Verbindung auf eine Distanz von bis zu sieben Metern aufrecht, aber dann müsste ich schon mit Ferngläsern spielen - aber lieber zu weit als zu kurz. Das funktioniert obendrein sowohl an PC als auch an der PlayStation 4.

Die zweite Option ist, ihn mit dem mitgelieferten, drei Meter langen und robusten, geflochtenen USB-Kabel mit dem gewünschten Gerät zu verbinden. Ob das ausreicht oder nicht, hängt von eurem Wohnzimmer ab. Bei mir reicht's nicht ganz bis zum hinteren Ende der Couch, um mich komfortabel zurückzulehnen, daher wären dreieinhalb oder vier Meter Kabel in meinen Szenario besser gewesen, aber das kann bei euch ja ganz anders aussehen.

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Mit der Tasche bewahrt ihr den Controller gut geschützt auf. (Nacon Revolution Unlimited Pro Controller CoD-Design Test)

In Sachen Laufzeit sind um die sieben Stunden bei drahtloser Verwendung zu erwarten, was angesichts der zusätzlichen Funktionen des Controllers, zu denen ein LED-Licht rund um den rechten Analog-Stick zählt, nicht überrascht. Es ist nicht die allerlängste Laufzeit und da der Akku fest verbaut ist, könnt ihr in dem Fall nicht einfach die Batterien wechseln. Macht der Akku schlapp, seid ihr dann gezwungen, das Kabel zum Laden anzubringen.

Inwieweit sich der Unlimited Pro Controller für euch empfiehlt, hängt maßgeblich davon ab, wie eure Spielgewohnheiten in nächster Zeit aussehen. Habt ihr bereits eine PlayStation 5 zuhause, funktioniert das Pad dort allein mit PS4-Spielen, die ihr darauf noch zockt, als PS5-Pad ist er nicht nutzbar. Ist eure PS4 noch auf absehbare Zeit im Einsatz, lohnt sich das unter Umständen eher. Aber auch hier gibt's einen Haken: Den normalen Unlimited Pro gibt's gut und gerne für 30 bis 40 Euro weniger Geld. Sofern ihr nicht auf das CoD-Design abfahrt, kommt ihr damit im Grunde günstiger an Gleichwertiges.

Nacon Revolution Unlimited Pro Controller (CoD-Design) Test - Fazit

Die neue Version im CoD-Design wirkt daher ein wenig wie aus der Zeit gefallen. Zum PS5-Launch noch einen solch hochwertigen und hochpreisigen PS4-Controller auf den Markt zu werfen, erscheint merkwürdig. Nicht falsch verstehen, qualitativ liefert Nacon hier wirklich sehr gute Arbeit ab und unter normalen Umständen würde ich den Unlimited Pro PlayStation-Spielern und -Spielerinnen ohne Bedenken empfehlen. Aber in einer Zeit, in der es bereits die PS5 gibt, sind 180 Euro doch viel, viel Geld für einen Controller, der euch bei Next-Gen-Spielen auf Sonys neuer Konsole rein gar nichts bringt, überlegt ihr lieber zweimal. Alternativ dazu ist es auf jeden Fall ein gutes PC-Pad, wenn ihr dort nach was Neuem und qualitativ Gutem mit Optionen als bei einem Standard-Controller sucht.

Wer zugreifen möchte, bekommt den Controller direkt bei Nacon oder bei Amazon.de.

  • Hersteller: Nacon
  • Kompatibel mit: PS4, PS5 (nur abwärtskompatible Spiele), PC
  • Release-Datum: Erhältlich
  • Preis: zirka 180 Euro

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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