Apple bezeichnet Epics Klage als "Teil einer Marketingkampagne"

Um das Interesse an Fortnite zu steigern.

  • Für Apple ist Epics Klage Teil einer Marketingkampagne
  • Diese solle das Interesse an Fortnite steigern
  • Die Schuld für all das sieht das Unternehmen weiter bei Epic selbst

In einer neuen Erklärung, die Apple vor Gericht abgegeben hat, bezeichnet das Unternehmen Epics Klage als "Teil einer Marketingkampagne", die unter anderem das Interesse an Fortnite steigern soll.

"Aus Gründen, die nichts mit den Behauptungen von Epic gegen Apple zu tun haben, nimmt die Popularität von Fortnite ab, heißt es in dem Dokument, wie The Verge berichtet. "Bis Juli 2020 war das Interesse an Fortnite im Vergleich zu Oktober 2019 um fast 70 Prozent zurückgegangen. Diese Klage (und die damit verbundenen Schlagzeilen auf den Titelseiten) scheint Teil einer Marketingkampagne zu sein, die das Interesse an Fortnite wiederbeleben soll."

Dabei zitiert man auch Epics CEO Tim Sweeney, der angibt, dass "nur 20 Prozent der Fortnite-Benutzer ausschließlich auf Apple-Geräten auf das Spiel zugegriffen haben. Und unter den aktiven Benutzern spielen nur 10 Prozent auf iOS."

"Wenn Epic wirklich besorgt wäre, dass es durch diesen Streit einen Imageschaden erleiden würde, würde es sich nicht auf diese aufwändigen Bemühungen einlassen, um ihn öffentlich bekannt zu machen. Nach allem Anschein (einschließlich der # freefortnite-Kampagne) glaubt Epic, dass sein Verhalten hier zu Wohlwollen und einem Imageschub führen wird und ebenso mehr Leute für Fortnite interessiert - nicht das Gegenteil. Das ist nichts, was ihnen schadet."

Apple bezeichnet Epics Klage als Teil einer Marketingkampagne
Epic brachte sich selbst in diese Lage, argumentiert Apple.

Damit spielt das Unternehmen darauf an, dass Epic von "irreparablem Schaden" sprach, nachdem Fortnite aus dem App Store geworfen wurde. Angesichts der von Sweeney genannten Zahlen möchte Apple verdeutlichen, dass es keine katastrophalen Auswirkungen auf Epic hat.

Epic hatte bereits eine einstweilige Verfügung gegen Apple erwirkt, die dem Unternehmen verbot, Epics Entwickleraccounts für die Unreal Engine zu löschen, da davon auch unbeteiligte Entwicklerstudios betroffen wären. Fortnite bleibt aber weiterhin nicht erhältlich.

Interessant sind in dem Zusammenhang andere Zahlen. Zum Beispiel sorgten Live-Events in diesem Jahr für ein gestiegenes Interesse an Fortnite und Epic selbst gab zuletzt an, dass es 116 Millionen registrierte Spieler auf iOS gibt, was fast ein Drittel der gesamten Spielerzahlen (350 Millionen) ausmacht. Ebenso nutzen laut Epic 63 Prozent der Fortnite-Spieler und -Spielerinnen auf iOS nur diese Plattformen und seitdem Fortnite aus dem App Store verbannt wurde, sei die Zahl der täglich aktiven Nutzer und Nutzerinnen auf iOS um 60 Prozent gesunken.

Ihr merkt: jeder hat hier seine eigene Sichtweise und präsentiert Zahlen anders.

Gleichzeitig hält Apple daran fest, dass Epic sich selbst in diese Situation gebracht hat und sie durch einen Rollback des Updates, mit dem eine neue Zahlungsmethode im Spiel eingeführt wurde, die Mobile-Gebühren von Apple und Google umgeht, ganz einfach lösen könnte.

"Epic hat ein Feuer entfacht und Benzin darauf gegossen und bittet dieses Gericht nun um Soforthilfe beim Löschen, obwohl Epic dies sofort selbst tun könnte, indem es einfach die Vertragsbedingungen einhält, die während der jahrelangen Partnerschaft mit Apple gewinnbringend für das Unternehmen waren", heißt es.

"Wenn Epic sich wirklich Sorgen darüber machen würde, den Zugriff von iPhone-Benutzern auf Fortnite oder den Zugriff von Entwicklern auf die Unreal Engine beizubehalten, würde es den 'Hotfix' deaktivieren und die Richtlinien von Apple einhalten, bis die Ansprüche geklärt sind. Stattdessen hält Epic seine eigenen Kunden als Geiseln, um in einem Geschäftsstreit Einfluss zu nehmen."

Zuletzt hatte Apple auch eine Klage gegen Epic Games eingereicht und wirft dem Unternehmen Vertragsbruch vor.

Links zu Angeboten und Anbietern auf dieser Seite können sogenannte Affiliate-Links sein. Mit einem Kauf über einen dieser Links unterstützt ihr Eurogamer.de. Wir erhalten vom Anbieter eine kleine Provision.

Zu den Kommentaren springen (0)

Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

Weitere Inhalte

Weitere Themen

Kommentare (0)

Die Kommentare sind nun geschlossen. Vielen Dank für deine Beiträge!

Verstecke Kommentare mit niedrigen Bewertungen
Sortierung
Threading