NiGHTS: Journey of Dreams

Dream a little dream of me

NiGHTS: Into Dreams, das 1996 für Segas Saturn erschien, war keine Revolution. Es war schon damals weder besonders „Next-Gen", noch – abgesehen vom analogen Controller, der passend dazu herauskam – wirklich neuartig. Und trotzdem kam es dem Eskapismus, den sich die Spieler, oft auch unwissentlich, von einem Videospiel wünschen, so nahe wie wenige Games zuvor. Denn NiGHTS war ein Spiel über den Traum vom Fliegen, so hemmungslos farbenfroh und unbeschwert, dass alleine der Aufenthalt in Nightopia einem das Herz aufgehen ließ – es sei denn man war schon damals ein ausgesprochener „Grumpy Gamer".

Für diese Sorte griesgrämiger Zocker ist auch der Nachfolger, NiGHTS: Journey of Dreams, alles andere als eine Kaufempfehlung. Nicht nur, weil Sonic Team das durch und durch nette Wohlfühl-Konzept des Erstlings nahezu eins zu eins übernommen hat, sondern weil es auch die ein oder andere Schlafstörung in Form kleinerer Gameplay-Missgriffe gibt. Alle anderen und vor allem die Fans des fliegenden Harlekins betten sich aber gerne auf dem Plätzchen, das Sega ihnen bereitet hat –wenn auch nur für ein paar Stunden.

Journey of Dreams erzählt die Geschichten der beiden Kinder Will und Helen, die aus verschiedenen Gründen nach Nightopia gelangen und in unterschiedlichen Leveln an der Seite einer weisen Eule und dem tapferen NiGHTS dem Alpträume verbreitenden Wizeman entgegen sehen. Um dessen Schergen aus den kunterbunten Traumwelten zu vertreiben, müssen die Kids mit NiGHTS „dualisieren": Eins mit ihm werden. Ist das geschehen, fliegt Ihr aus der Seitenansicht durch eine Reihe fantasievoller 2,5D Landschaften.

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Sonic Team all the way. Auch NiGHTS verfügt über den unverwechselbaren Stil.

Anders als der Vorgänger Mitte der Neunziger bleibt Journey of Dreams in Sachen Steuerung eher traditionell. Das liegt nicht daran, dass Sonic Team nicht versucht hätte, speziell vom Pointer der Wii-Fernbedienung Gebrauch zu machen. Es ist nur so, dass man nach wenigen Versuchen mit der nervösen und ein bisschen anstrengenden Fernbedienungs-Variante (NiGHTS fliegt Eurem Cursor auf Druck der A-Taste hinterher), richtig gehend erleichtert auf eine der bodenständigeren Steuerungsoptionen ausweicht.

So lässt sich etwa der Nunchuck für Analog-Präzision anstöpseln und auch Classic- sowie Gamecube-Controller sind erlaubt. Erst mit den Sticks macht NiGHTS seine gewohnt gute Figur. Das wundert vermutlich ... niemanden? Schließlich war das Spiel von vorneherein auf die sensiblen Analogkontrollen ausgerichtet. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass man die Wiimote auch quer halten kann, um das Spiel mit dem Steuerkreuz und den 1,2-Tasten zu kontrollieren. In Ermangelung echter 360 Grad-Steuerung ist aber auch hiervon eher abzuraten.

In jeder Traumwelt gibt es mehrere Herausforderungen zu bestehen: Im ersten Abschnitt müsst Ihr stets zu einem gefangenen NiGHTS in den Käfig klettern, um ihn zu befreien und im Anschluss auf festgelegten Rundkursen innerhalb eines Zeitlimits drei fliehenden Paradiesvögeln ihre Schlüssel abjagen. NiGHTS steuert sich dabei stufenlos in alle Kompassrichtungen, dreht Loopings und vollführt auf ein Kippen der Wiimote diverse – nicht weiter wichtige, aber hübsche – Kunststückchen. Per Druck auf die A-Taste vollführt NiGHTS einen Drill-Dash, der ihm einen kurzen aber beachtlichen Tempo-Boost verleiht und auch bei der Zertrümmerung lästiger Hindernisse zum Einsatz kommt.

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Die Bossbegegnungen brechen das übrige Schema gelungen auf.

Anders als viele andere Wii-Games ist NiGHTS außerdem durchaus auch für ambitioniertere Spieler geeignet, denn ein Notensystem bewertet die Flugkünste des Träumers ziemlich streng von „A" bis „E". Gute Bewertungen zu erreichen, ist alles andere als einfach.

Auf jedem, der mit diversen Abzweigungen gesprenkelten Traumkurse sind orangene Ringe verteilt, die man in möglichst kurzen Abständen durchfliegen sollte, um so immer höhere „Links", also Kombo-Ketten, zu erreichen. Zwischen weiter auseinanderliegenden Ringen finden sich meist „Blue Chips", blaue Kügelchen, die ebenfalls als Link durchgehen, aber noch ein bisschen kniffliger einzusammeln sind.

Hier kommt NiGHTS' Paraloop ins Spiel. Der Harlekin zieht im Flug nämlich eine glitzernde Spur Sternenstaub hinter sich her. Wer seinen Looping so ansetzt, dass die blinkenden Partikel einen abgeschlossenen Kreis bilden, erzeugt eine Art schwarzes Loch, in das alle Blue Chips, die in und auf dem geflogenen Kreis liegen, eingesogen werden.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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